Südkorea, China und Japan sind vorn dabei

Etwas schneller als Verizon waren Betreiber in Südkorea, die wenige Tage vor den US-Amerikanern ihre Netze für den neuen Standard freigaben. In dem südostasiatischen Land haben die drei Netzbetreiber Korea Telecom (KT), SK Telecom und LG Uplus nach Angaben von Branchenvertretern bereits je eine zumindest vierstellige Anzahl von 5G-Basisstationen verteilt und damit sehr weit in die Fläche gehende einschlägige Netze in Betrieb. Allein SK Telecom deckt schon mit 34.000 Sendemasten 85 Städte und Ortschaften ab. Zugleich verfügt Südkorea über ein sehr gut ausgebautes Glasfasernetz, über das bandbreitenhungrige Dienste abgeleitet werden können.

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Vor allem der heimische Konzern Samsung will und soll mit dem Vorsprung auf dem Weltmarkt punkten und künftig neben Smartphones und anderen Endgeräten auch Netzwerktechnologie verkaufen. Die Südkoreaner haben dazu mit NEC aus Japan eine Allianz geschlossen, um den angestammten großen Ausrüstern Ericsson, Nokia und Huawei Paroli zu bieten. Vom Markt ausgeschlossen ist der chinesische Konzern in Korea nicht: Er soll für den kleinsten Anbieter des Landes über 10.000 Basisstationen errichten.

Südkoreas Regierung hat 5G-Frequenzen im Juni 2018 für insgesamt 2,9 Milliarden Euro versteigert. Alle Beteiligten machten dabei kurzen Prozess und beendeten die Auktion nach einer guten Woche. Verfügbar waren 280 MHz im 3,5-GHz-Spektrum sowie beachtliche 2.400 MHz im Bereich 28 GHz. Das Ganze war unterteilt in 28 sowie 24 Blöcke, von denen die drei Provider je maximal zehn ersteigern durften.

SK Telecom und KT schnappten sich 100 MHz bei 3,5 GHz, während LU Uplus sich hier 80 MHz sichern konnte. Im 28-GHz-Spektrum bekamen alle 800 MHz Signalbreite. Sie können das Spektrum für zehn beziehungsweise fünf Jahre nutzen.

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Parallel zu den Einnahmen stützte die Regierung den Mobilfunksektor mit Steuererleichterungen und schränkte kartellrechtliche Vorgaben ein. Der Staat förderte nicht nur die technische 5G-Entwicklung, sondern mahnte die Netzbetreiber auch zu Kooperationen beim Infrastrukturausbau. Um zudem noch die Marketingkosten zu drücken, drängte er auf einen gleichzeitigen Start der neuen Generation.

Der chinesische Staat treibt 5G voran

Ähnlich wie in Südkorea ist auch in China der Staat bei 5G stark involviert. Die Staatsführung hat viel mit dem neuen Standard vor und beschreibt den Bereich in ihrem 13. Fünfjahresplan als "strategische, sich entwickelnde Industrie" und Wachstumstreiber. In der Agenda Made in China 2025 verspricht die Regierung einen baldigen "Durchbruch in der fünften Generation der Mobilkommunikation". Nachdem Europa bei 2G alias GSM, Japan bei 3G (UMTS) und die USA bei LTE (4G) jeweils die Nase vorn hatten, sieht Peking nun mit 5G die Chance, erstmals die Mobilfunkentwicklung auf globaler Ebene anzuführen.

In China kontrolliert die Regierung mit China Mobile, China Telecom und China Unicom alle drei Mobilfunkanbieter. Ähnlich wie bei vielen anderen Techkonzernen handelt es sich im Prinzip um halbstaatliche Konzerne. Angesichts der enormen Bedeutung, die das Regime 5G zumisst, hat es die Netzbetreiber angewiesen, großflächige Pilotprojekte in Dutzenden Großstädten wie Peking, Schanghai und Shenzhen durchzuführen. China Telecom nimmt mittlerweile für sich in Anspruch, das weltweit größte 5G-Testfeld zu betreiben.

In Xiong'an, einer auf dem Reißbrett geplanten Trabantenstadt 80 Kilometer von Peking entfernt, soll der kommende Mobilfunkstandard seine Fähigkeiten für Experimente mit selbstfahrenden Autos und Smart-City-Zonen unter Beweis stellen. Webfirmen wie Baidu erproben in den Testregionen zudem das Live-Streaming großer Events und Virtual-Reality-Anwendungen. Ähnlich wie in anderen Ländern soll 5G außerdem bei Telemedizin und in der Industrie 4.0 eingesetzt werden.

Im chinesischen System versteht es sich mehr oder weniger von selbst, dass die Regierung den Betreibern einfach Spektrum für 5G zuteilt. Insgesamt haben sie in einem ersten Schritt Ende 2018 dafür 360 MHz Spektrum erhalten. Der Marktführer China Mobile erhielt davon 260 MHz in den Bändern 2,6 und 4,8 GHz, China Telecom und Unicom teilen sich weitere 100 MHz im Bereich 3,6 GHz.

Die Mobilfunker des Landes wollen die ersten kommerziellen 5G-Angebote zwar nicht vor 2020 auf den Markt bringen und hinken damit insbesondere Südkorea und den USA bei der frühzeitigen Verfügbarkeit hinterher. Der Ausrüster China Tower, der die Infrastruktur für die drei Provider betreibt, hat aber angegeben, das gesamte Land drei Jahre nach der Frequenzvergabe mit 5G-Funkmasten abdecken zu können. 2023 sollen demnach alle Chinesen prinzipiell das schnelle Handynetz nutzen können.

Die Vereinigten Staaten werden da kaum mithalten können. Im Gegensatz zu den USA dürfte sich für China in dem Wettrennen auch bezahlt machen, dass in den vergleichsweise niedrigen GHz-Frequenzen für die Flächenversorgung weniger Basisstationen errichtet werden müssen als in den jenseits des Pazifiks versteigerten Millimeterbändern. 2025 könnte die Hälfte aller 5G-Anwender weltweit in China leben, glauben Analysten von CCS Insights.

Japan hat es ohne Frequenzversteigerung geschafft

Japan steht mit an der Spitze in der 5G-Welt und hat ebenfalls auf eine Versteigerung verzichtet. Das dortige Ministerium für Inneres und Kommunikation hat im April stattdessen im Rahmen einer Art Schönheitswettbewerb allen vier Antragstellern je 400 MHz Signalbreite in den Hochfrequenzbereichen zwischen 27 und 29,5 GHz zugeteilt. Die drei etablierten Betreiber NTT Docomo, KDDI und Softbank haben zudem je 200 MHz zwischen 3,6 und 3,9 GHz erhalten, der Neueinsteiger Rakuten Mobile hatte als Tochter des großen Online-Händlers hier 100 MHz beantragt und auch bekommen.

Im Gegenzug für die Nutzungsrechte müssen die Anbieter aber recht weitgehende Versorgungsauflagen erfüllen. So sollen sie mit dem Spektrum binnen zwei Jahren in jeder japanischen Präfektur 5G-Dienste starten und Funkmasten dafür in mindestens der Hälfte aller 4.500 speziell abgesteckten Flächenzonen innerhalb von fünf Jahren hochgezogen haben. NTT Docomo und KDDI haben zudem zugesichert, bis dahin je über 90 Prozent der Bevölkerung mit dem neuen Standard zu erreichen, Softbank und Rakuten haben ihre Vorgaben bei 64 beziehungsweise 56 Prozent gesetzt. Insgesamt hat die Branche zugleich versprochen, 14,4 Milliarden US-Dollar zu investieren, um diese Ziele zu erreichen.

5G-Dienste sollen spätestens zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio bereitstehen. Tests und die Infrastruktur sind schon weit fortgeschritten. In einzelnen Städten wollen Betreiber den künftigen Standard noch in diesem Jahr anbieten.

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 America will bei 5G first seinAuch Frankreich, UK und Skandinavien sind schon weiter 
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SJ 27. Jun 2019

Auch in der Schweiz wird versteigert: https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation...

senf.dazu 19. Jun 2019

.. wär ob es eine Korrelation zwischen dem Grad des Aubaus des Glasfasernetzes...

Computer_Science 17. Jun 2019

Provider / Mobilfunkanbieter brauen in anderen Ländern die Netze wenigstens vernünftig...

Kleba 16. Jun 2019

Also wenn ich bei Speedtest.net die Standard-Einstellungen bestehen lassen, komme ich auf...



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