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5G-Media Initiative: Fernsehen über 5G geht nicht einfach über das Mobilfunknetz

In einem Streit unter den Öffentlich-Rechtlichen wird dem Intendanten des Deutschlandradios erklärt, dass Rundfunk über 5G nicht einfach über die Netze der kommerziellen Betreiber ginge. Der Intendant hatte die Technik nicht ganz verstanden.

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Wie das Fernsehsignal über 5G verbreitet wird: Unicast-Modus oder 5G-Broadcast-Modus
Wie das Fernsehsignal über 5G verbreitet wird: Unicast-Modus oder 5G-Broadcast-Modus (Bild: IRT)

Die 5G-Media Initiative hat der Darstellung des Intendanten des Deutschlandradios widersprochen, nach der die Verbreitung des Radioprogramms über 5G einfach erheblich teurer werde. Es gelte, "zwischen 5G-Mobilfunk im Unicast-Modus und einem 5G-Broadcast-Modus zu unterscheiden", erklärte die 5G-Media Initiative am 22. Juli 2019 (PDF), zu der das Institut für Rundfunktechnik (IRT), der Bayerische Rundfunk (BR) und der Südwestrundfunk (SWR) gehören. Das IRT ist eine gemeinsame Einrichtung von 14 öffentlich-rechtlichen Rundfunkveranstaltern in Deutschland.

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5G werde im Laufe der kommenden Jahre als reines Mobilfunksystem im Unicast-Modus für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen in den Markt kommen. Für die technischen Möglichkeiten einer Hörfunkverbreitung mit Audiostreams ergäben sich damit "nur marginale Unterschiede zum existierenden 4G-Mobilfunk".

"5G wird sich als von Mobilfunkbetreibern bereitgestellte Technik an deren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ausrichten. Eine 5G-Flächendeckung im Unicast-Modus, welche mit Rundfunksystemen annähernd vergleichbar wäre, ist derzeit nicht absehbar", betonte die 5G-Media Initiative. Die Unicast-Verbreitung von Hörfunk via Audiostreaming im Mobilfunksystem sei technisch seit vielen Jahren möglich.

Doch 5G-Broadcast ist etwas anderes: Der europäische Rundfunk engagiere sich seit Jahren, den 5G-Standard so zu erweitern, dass die Verbreitung von linearen TV-Programmen zukünftig möglich sein wird. Dazu können existierende Rundfunksendeanlagen (High Tower High Power) verwendet werden, von denen ähnlich wie bei DVB-T2 ein Signal von einem Sender gleichzeitig an eine unbegrenzte Anzahl von Empfängern gesendet wird. Dies erlaube einen unabhängigen Netzbetrieb durch Rundfunknetzbetreiber über große Funkzellen mit Radien von bis zu 60 Kilometern. Die beiden derzeitigen Testsender werden in einem Gleichwellennetz (SFN, Single Frequency Network) über Kanal 56/57 (750-760 MHz) betrieben.

Diese Erweiterungen des globalen 5G-Standards würden unter dem Titel 5G-Broadcast diskutiert, technisch handelt es sich um FeMBMS (Further evolved Multimedia Broadcast Multicast Service).

Und wo bleibt das Radio bei 5G?

Die Standarderweiterung und die geplanten Versorgungsstrukturen orientieren sich an den Erfordernissen einer TV-Verbreitung. Das primäre Ziel dabei sei es, freie TV-Angebote auf Endgeräte wie Smartphones, Tablets und in Fahrzeuge zu bringen. "Die speziellen Anforderungen des Hörfunks an die Verbreitung seiner linearen Inhalte, wie zum Beispiel flächendeckende Versorgung und Regionalisierung, werden durch die Einführung von 5G-Broadcast nicht automatisch erfüllt. Die derzeitigen Versorgungsziele richten sich an den Vorgaben für TV aus", betonte das Konsortium.

Der Hörfunkmarkt allein besitze nicht genügend wirtschaftliches Potenzial, um die Marktdurchdringung von 5G-Broadcast voranzutreiben. Erst wenn der 5G-Broadcast-Markt für TV angelaufen sei, ergäben sich theoretisch Optionen für den Hörfunk. Doch auch ein Markterfolg von 5G-Broadcast für TV bedeute nicht automatisch eine erfolgreiche Nutzungsmöglichkeit für Hörfunk.

Chips fehlen noch

"Eine erfolgreiche Markteinführung von 5G-Broadcast für TV muss noch einige Hürden überwinden. An erster Stelle steht die Verfügbarkeit von Chipsets und Endgeräten, die 5G-Broadcast unterstützen, sowie von ausreichendem Spektrum", erklärten die Experten.

Die 5G-Media Initiative arbeite branchenübergreifend an diesen Themen, um 5G-Broadcast voranzutreiben. Zu den Partnern des Konsortiums zählen der Antennenhersteller Kathrein sowie der Messtechnikspezialist Rohde & Schwarz. Der assoziierte Partner Telefónica Deutschland stellt die Frequenzen im 700-MHz-Band zur Verfügung. Das Konsortium will bestehende UHF-Frequenzen für 5G-Broadcast. Bis 2030 bleiben diese Frequenzblöcke für die terrestrische, digitale Fernsehversorgung mit DVB-T2 in Benutzung. Der Frequenzbereich von DVB-T2 liegt bei 470 MHz bis 690 MHz.



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osolemiox 23. Jul 2019

Es sei denn, es gibt mehr Sender, als Fernsehschauer, in der jeweiligen Funkzelle... ;)

MickeyKay 23. Jul 2019

Die GEZ hat nie jemanden besucht. Die hatten keinen einzigen Außendienstmitarbeiter. Und...

Accolade 23. Jul 2019

Diese Herren streiten über den falschen Ansatz. Wozu braucht Deutschland für 12.000.000...

konsolent 23. Jul 2019

vlt liegts ja an unterschiedlich gearteten Interessenssphären: es soll firmen geben, die...


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