5G: Huawei würde Standorte schliessen statt Kunden ausspionieren

Huawei meint, kein chinesisches Gesetz könne den Netzwerkausrüster zwingen, seine Kunden auszuspionieren. Mit dem deutschen BSI will man Security-Standards für 5G und die gesamten Branche erarbeiten. Daran sollen alle Ausrüster teilnehmen.

Artikel veröffentlicht am ,
Selfie vom Golem-Redakteur: David Wang, Deputy Chef von Huawei Deutschland (Bildmitte), Patrick Berger, Huawei-Sprecher Deutschland (rechts)
Selfie vom Golem-Redakteur: David Wang, Deputy Chef von Huawei Deutschland (Bildmitte), Patrick Berger, Huawei-Sprecher Deutschland (rechts) (Bild: Achim Sawall/Golem.de)

Huawei hat sich zu dem 2017 verabschiedeten chinesischen National Intelligence Law geäußert, wonach chinesische Organisationen und Bürger die nationale Geheimdienstarbeit unterstützen und daran mitarbeiten müssen. David Wang, Deputy Chef von Huawei Deutschland, sagte im Gespräch mit Golem.de: "Wir würden niemals etwas tun, was die Interessen unserer Kunden verletzten würde. Wenn uns ein Gesetz dazu zwänge, würden wir lieber unseren Standort schließen und woanders hingehen." Huawei hat seinen Hauptsitz in Shenzhen, in der Nähe von Hongkong, dort arbeiten rund 40.000 Menschen für den Konzern, global sind es 180.000 Beschäftigte.

Inhalt:
  1. 5G: Huawei würde Standorte schliessen statt Kunden ausspionieren
  2. USA bei 5G-Sec sehr zurückhaltend

Man nehme dieses Gesetz sehr ernst, betonte Wang. Nach der Veröffentlichung habe Huawei eine chinesische Anwaltskanzlei beauftragt, zu prüfen, "was dies für uns bedeutet. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass keine chinesische Regierungsbehörde das Recht hat, Bürger oder die Organisation zur Spionage zu zwingen. Um zu erfahren, ob das in der internationalen Rechtsgemeinschaft genauso gesehen wird, haben wir eine weitere Anwaltskanzlei aus London engagiert, und sie kamen zu dem gleichen Ergebnis." Beide Rechtsgutachten liegen Golem.de vor.

Security Labor von Huawei in Bonn

Huawei hatte im November im Beisein des BSI-Präsidenten Arne Schönbohm (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) in Bonn sein Security Lab eröffnet, in dem deutsche Kunden unter anderem den Quellcode von Huawei-Produkten prüfen können. Ähnliche Einrichtungen, erklärte Schönbohm, wünsche er sich auch von anderen Herstellern. Später sagte er dem Wall Street Journal, man "ermutigt alle Ausrüster, Laboratorien zur Verifizierung von Technologien in Bonn zu eröffnen". Sie sollten so beschaffen sein wie das Lab von Huawei.

Huawei will hier noch weiter gehen, wie Wang sagte: "Wir wollen mit der gesamten Branche zusammenarbeiten, um neue Sicherheitskriterien zu entwickeln und zu optimieren, die für die gesamte Branche gelten. Wir glauben, dass dies der beste Weg ist, um voranzukommen." Die Entscheidungen der Netzbetreiber könnten nicht "auf Bauchgefühlen, sondern müssen auf wissenschaftlichen und rationalen Methoden beruhen." Wang erklärte: "Wir arbeiten mit dem BSI an einem Zertifizierungssystem."

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USA bei 5G-Sec sehr zurückhaltend 
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RobZ 28. Dez 2018

Also den offensichtlichen Eintrittsvektoren?

RobZ 28. Dez 2018

Hab mir mal angesehen, was ein Huawei-Surfstick so an Software auf dem Rechner...

divStar 26. Dez 2018

Mit Sicherheit und nicht nur in den Staaten, sondern sicher auch hierzulande.

aPollO2k 25. Dez 2018

Eh okay und was ist beim Provider verbaut? Achso ja genau richtig. Cisco, nokai, Huawei...

ChMu 24. Dez 2018

Nur darum geht es in den Anschuldigungen nicht. Wegen IP theft, copieren ect, klagen...



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