5G-Campusnetze: Autokonzerne wollen kostenlose lokale Frequenzen

Volkswagen hat die Bundesnetzagentur gebeten, die lokalen 5G-Frequenzen kostenlos zu vergeben, um die deutschen Standorte "international wettbewerbsfähig" zu halten. Das geht aus einem Schreiben hervor, das dem Handelsblatt vorliegt(öffnet im neuen Fenster) . "Wir haben bei der Bundesnetzagentur unser Interesse bereits bekundet" , sagte BMW-Manager Joachim Göthel dem Handelsblatt.
Daimler und Volkswagen hatten erklärt, sich für lokale 5G-Netze zu interessieren, um vernetzte Produktionsstandorte auszurüsten. Aus Sicherheitsgründen wollen die Autobauer die Netze jedoch selbst betreiben. "Dieses lokale Funknetz für Produktionsanlagen ist notwendig, um Echtzeit, Zuverlässigkeits- und Cyber-Security-Anforderungen sicher erfüllen zu können" , begründete Daimler.
Die Deutsche Telekom testet derzeit ein Campusnetz mit Osram auf dem Werksgelände in Schwabmünchen auf Basis von LTE. Dort sollen mobile Roboter und fahrerlose Transportfahrzeuge zum Einsatz kommen, die das Material im Werk transportieren. Geboten werden LTE, Edge Computing und KI.
5G-Out-of-the-Box-Lösungen
Der Mobilfunkausrüster Ericsson bietet Out-of-the-Box-Lösungen , mit denen lokale Festnetzbetreiber 5G-Netze aufspannen können. "Teil des globalen Produktportfolios von Ericsson sind unter anderem auch die sogenannten Ericsson Private Networks. Die Produkte und Lösungen kommen sowohl bei Mobilfunknetzbetreibern als auch bei großen Industrieunternehmen zum Einsatz" , sagte Ericsson-Sprecher Martin Ostermeier im September 2018.
Im Audi Production Lab in Gaimersheim bei Ingolstadt soll ein 5G-Testnetz für vernetzte Automobilproduktion errichtet werden. "Mit Audi testen wir bereits eine effiziente und drahtlose Vernetzung in der Automobilproduktion" , sagte Ericsson-Deutschlandchef Stefan Koetz dem Handelsblatt. "Natürlich stehen wir in Kontakt mit Konzernen, die nach 5G-Lösungen suchen und arbeiten an technischen Lösungen." Ericsson und Marktführer Huawei betonen jedoch ihre Partnerschaften mit den Netzbetreibern, wo bessere Skaleneffekte erzielt werden könnten.



