• IT-Karriere:
  • Services:

5G-Ausrüster: BND-Chef hält Huawei für nicht vertrauenswürdig

Der Bundesnachrichtendienst warnt vor einer uneingeschränkten Beteiligung des chinesischen Ausrüsters Huawei am Aufbau des 5G-Netzes. Möglicherweise könnte dies gesetzlich geregelt werden.

Artikel veröffentlicht am ,
MAD-Chef Christof Gramm, PKGr-Chef Armin Schuster, Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang und BND-Präsident Bruno Kahl (v.l.n.r.)
MAD-Chef Christof Gramm, PKGr-Chef Armin Schuster, Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang und BND-Präsident Bruno Kahl (v.l.n.r.) (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Der chinesische IT-Konzern Huawei sollte nach Ansicht des Bundesnachrichtendienstes (BND) keine sicherheitsrelevanten Komponenten des geplanten 5G-Netzes in Deutschland liefern. "Es mag Bereiche geben, an denen man eine Zulieferung nicht ausschließen muss", sagte BND-Präsident Bruno Kahl in einer öffentlichen Anhörung der deutschen Nachrichtendienst-Chefs durch das Parlamentarische Kontrollgremium (PKGr) am Dienstag in Berlin. Doch "wo es um die Kernsicherheitsinteressen der Bundesrepublik geht, sollte das nicht möglich sein", sagte Kahl. Der Ausbau des 5G-Netzes sei "kein tauglicher Gegenstand für einen Konzern, dem man nicht voll vertrauen kann".

Stellenmarkt
  1. über duerenhoff GmbH, Raum Pfaffenhofen
  2. über duerenhoff GmbH, Raum Mannheim

Der BND sei in seiner Analyse des Unternehmens zu dem Schluss gekommen, "dass die Infrastruktur, um die es hier geht, mehr oder weniger die entscheidende kritische Infrastruktur der Zukunft sein wird". Die Möglichkeiten, die Infrastrukturzulieferung eines Konzerns komplett zu kontrollieren und darauf zu checken, ob sie Backdoors habe oder nicht, "die sind sehr begrenzt, um nicht zu sagen aussichtslos", sagte Kahl.

Gesetzliche Regelung gefordert

Selbst wenn diese Kontrolle gelänge, ist es laut Kahl durch Softwareprogrammierung "sofort wieder möglich, diesen Status quo zu verändern. Zum Nachteil der Sicherheit und zum Vorteil von Sabotage- oder Spionagemöglichkeiten. Deshalb kommt es darauf an, dass man all denen, die man am Aufbau dieser Infrastruktur beteiligen will, möglichst gut vertrauen kann. Dieses Vertrauen ist einem Staatskonzern, der in doch sehr großer Abhängigkeit von der Kommunistischen Partei und dem Sicherheitsapparat des Landes ist, nicht entgegenzubringen", sagte Kahl.

Welche Komponenten von Huawei dann geliefert werden könnten, ist unklar. "Es ist eine Frage der technischen Zusammenhänge, die ich nicht abschließend beurteilen kann", sagte Kahl.

Medienberichten zufolge hat sich das Kanzleramt dafür ausgesprochen, Huawei nicht grundsätzlich vom Aufbau des 5G-Netzes auszuschließen. Einige Abgeordnete der Regierungskoalition und bei den Grünen wandten sich anschließend gegen die Entscheidung der Bundesregierung.

Nach Ansicht des PKGr-Vorsitzenden Armin Schuster (CDU) ist eine gesetzliche Regelung erforderlich, um die entsprechenden Kriterien festzulegen. "Ich bin in allen relevanten Verhandlungen dabei und ich kann Ihnen sagen: Es ist sehr kompliziert. Wir werden zu einer Lösung kommen müssen. Und die Lösung heißt Gesetz", sagte Schuster im Anschluss an die Anhörung. Zudem verwies er darauf, dass auch 5G-Komponenten anderer Hersteller Bauteile von Huawei enthalten könnten. "Ich bin im Moment noch nicht ganz in der Lage, die Frage zu beantworten: Wie viel Huawei steckt denn in Cisco, Sony Ericsson oder was immer Sie jetzt aufzählen könnten", sagte Schuster.

Die USA drängen ihre Verbündeten, auf chinesische Netztechnik zu verzichten. Japan, Australien, Neuseeland und Taiwan haben Sperrklauseln eingeführt. Die Bundesregierung geht einen anderen Weg. Der Entwurf der Bundesnetzagentur vom Oktober 2019 sieht vor, dass kritische 5G-Komponenten zertifiziert werden, ein Nachweis der Vertrauenswürdigkeit von Herstellern und Lieferanten eingeholt wird, die Produktintegrität sichergestellt wird, ein Sicherheitsmonitoring eingeführt ist, nur eingewiesenes Fachpersonal in sicherheitsrelevanten Bereichen eingesetzt werden kann, genügend Redundanzen vorhanden sind und Monokulturen vermieden werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 555,55€ (zzgl. Versandkosten)
  2. (u. a. Asus Rog Strix X570-F + Ryzen 7 3700X für 555,00€, Asus Tuf B450-Plus + Ryzen 7 2700 für...
  3. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

Megusta 01. Nov 2019 / Themenstart

So ist das, der Zug ist längst abgefahren

rabuntu 30. Okt 2019 / Themenstart

Wieviel Vertrauenswürdigkeit bringt denn der BND mit sich, dessen Transparenzbericht...

Asgaros 30. Okt 2019 / Themenstart

China ist in Hongkong einmarschiert? Wo hast du denn diese Fake-News aufgeschnappt?

HeroFeat 30. Okt 2019 / Themenstart

Ich meinte ehrlich gesagt einfach Technische Systeme die sich gegenseitig kontrollieren...

Mahatma Pech 30. Okt 2019 / Themenstart

Angeblicher RAF-Terrorist wird auf 'nem Bahnhof hingerichtet. Braune Mörderbanden werden...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Smarte Jeansjacke von Levis ausprobiert

Das Trucker Jacket mit Googles Jacquard-Technologie hat im Bund des linken Ärmels eingewebte leitende Fasern. Diese bilden ein Touchpad, das wir uns im Test genauer angeschaut haben.

Smarte Jeansjacke von Levis ausprobiert Video aufrufen
Social Engineering: Die Mitarbeiter sind unsere Verteidigung
Social Engineering
"Die Mitarbeiter sind unsere Verteidigung"

Prävention reicht nicht gegen Social Engineering und die derzeitigen Trainings sind nutzlos, sagt der Sophos-Sicherheitsexperte Chester Wisniewski. Seine Lösung: Mitarbeiter je nach Bedrohungslevel schulen - und so schneller sein als die Kriminellen.
Ein Interview von Moritz Tremmel

  1. Social Engineering Mit künstlicher Intelligenz 220.000 Euro erbeutet
  2. Social Engineering Die unterschätzte Gefahr

Kognitive Produktionssteuerung: Auf der Suche nach dem Universalroboter
Kognitive Produktionssteuerung
Auf der Suche nach dem Universalroboter

Roboter erledigen am Band jetzt schon viele Arbeiten. Allerdings müssen sie oft noch von Menschen kontrolliert und ihre Fehler ausgebessert werden. Wissenschaftler arbeiten daran, dass das in Zukunft nicht mehr so ist. Ziel ist ein selbstständig lernender Roboter für die Automobilindustrie.
Ein Bericht von Friedrich List

  1. Ocean Discovery X Prize Autonome Fraunhofer-Roboter erforschen die Tiefsee

Mi Note 10 im Hands on: Fünf Kameras, die sich lohnen
Mi Note 10 im Hands on
Fünf Kameras, die sich lohnen

Mit dem Mi Note 10 versucht Xiaomi, der Variabilität von Huaweis Vierfachkameras noch eins draufzusetzen - mit Erfolg: Die Fünffachkamera bietet in fast jeder Situation ein passendes Objektiv, auch die Bildqualität kann sich sehen lassen. Der Preis dafür ist ein recht hohes Gewicht.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Xiaomi Neues Redmi Note 8T mit Vierfachkamera kostet 200 Euro
  2. Mi Note 10 Xiaomis neues Smartphone mit 108 Megapixeln kostet 550 Euro
  3. Mi Watch Xiaomi bringt Smartwatch mit Apfelgeschmack

    •  /