5G-Ausbau: USA lenken bei Huawei-Aufträgen angeblich ein

Nach anfänglichen Drohungen haben die USA angeblich keine Einwände mehr gegen eine Beteiligung des chinesischen Herstellers Huawei am 5G-Aufbau in Deutschland. Sie sind sogar voll des Lobes für das deutsche Sicherheitskonzept.

Artikel veröffentlicht am ,
Die USA sehen die Beteiligung von Huawei am deutschen 5G-Netz offenbar nicht mehr so kritisch.
Die USA sehen die Beteiligung von Huawei am deutschen 5G-Netz offenbar nicht mehr so kritisch. (Bild: Dado Ruvic/Reuters)

Die USA üben offenbar keinen weiteren Druck auf die Bundesregierung aus, den chinesischen Konzern Huawei vom Aufbau des 5G-Netzes in Deutschland auszuschließen. Das berichtete die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) unter Berufung auf die deutsche und US-amerikanische Regierung. In der Bundesregierung heißt es demnach, die USA hätten die Forderung, Huawei ausdrücklich von der Beteiligung am 5G-Netz auszuschließen, zuletzt nicht mehr erhoben. Stattdessen hätten sie sich "hochzufrieden" mit einem Sicherheitskonzept der Bundesnetzagentur von Anfang März gezeigt.

Die Regulierungsbehörde hatte am 7. März 2019 ihre Eckpunkte für neue Sicherheitsanforderungen an Telekommunikationsprovider vorgestellt. Demnach dürfen Systeme "nur von vertrauenswürdigen Lieferanten bezogen werden, die nationale Sicherheitsbestimmungen sowie Bestimmungen zum Fernmeldegeheimnis und zum Datenschutz zweifelsfrei einhalten". Zudem müssen die Anbieter nachweisen, dass die für "sicherheitsrelevante Komponenten geprüfte Hardware und der Quellcode am Ende der Lieferkette tatsächlich in den verwendeten Produkten zum Einsatz kommen". Die Anforderungen gelten für den Aufbau des schnellen 5G-Netzes, aber auch für andere Mobilfunkstandards.

Lob für Sicherheitskonzept

In deutschen Regierungskreisen wird laut FAS berichtet, dass hohe amerikanische Beamte diesen Ansatz unlängst als "perfekt" bezeichnet hätten. Ein Vertreter des US-amerikanischen Außenministeriums habe diesen Eindruck bestätigt. Der Beamte habe davon abgesehen, Deutschland zu einem ausdrücklichen Verbot von Huawei-Komponenten aufzufordern. Er habe nur um "Sicherheitsprozesse" gebeten, die auch berücksichtigten, ob ein Anbieter von einer "fremden Macht" gezwungen werden könne, "die Sicherheit des Gastlands zu untergraben".

Dieser Wunsch ziele jedoch auf Huawei. Im jüngsten deutschen Verfassungsschutzbericht heiße es, Chinas Gesetze verpflichteten seine Firmen zur Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst. Neben Russland und Iran sei China ein "Hauptakteur" der Spionage in Deutschland.

Die USA hatten in den vergangenen Monaten ihre Bündnispartner unter Druck gesetzt, um sie vom Ausschluss Huaweis beim Aufbau des 5G-Netzes zu bringen. Medienberichten zufolge soll der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, mit einer Einschränkung der Geheimdienstzusammenarbeit gedroht haben. Demnach schrieb der US-Botschafter, dass die USA nicht mehr in der Lage seien, Geheimdienste und andere Stellen auf dem derzeitigen Stand zu halten, wenn Deutschland Huawei oder anderen chinesischen Anbietern erlaube, sich am Aufbau des 5G-Netzwerks des Landes zu beteiligen. Auf Großbritannien wurde laut Times derselbe Druck ausgeübt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
OpenAI
Girlfriend-Chatbots verstoßen gegen die Regeln des GPT-Store

Nur einen Tag, nachdem OpenAI ChatGPT für Entwickler geöffnet hat, lassen sich Angebote finden, die es nicht geben dürfte.

OpenAI: Girlfriend-Chatbots verstoßen gegen die Regeln des GPT-Store
Artikel
  1. AVM: Huawei-Patent kommt in Fritzboxen nicht zum Einsatz
    AVM
    Huawei-Patent kommt in Fritzboxen nicht "zum Einsatz"

    Huawei hat einen großen Patentpool zu Wi-Fi 6. Fritzbox-Hersteller AVM hat die Patente nach eigenen Angaben in seinen Wi-Fi-6-Routern nicht genutzt, will sie aber dennoch für ungültig erklären lassen.

  2. LTE: Kaum weniger Funklöcher in Deutschland
    LTE
    Kaum weniger Funklöcher in Deutschland

    Während bei 5G viel ausgebaut wurde, haben die Netzbetreiber zu wenig LTE-Funklöcher geschlossen. Das ergab zumindest eine Auswertung von Verivox.

  3. E-Corner: Hyundai entwickelt Klappräder zum seitlichen Einparken
    E-Corner
    Hyundai entwickelt Klappräder zum seitlichen Einparken

    Die Hyundai-Tochter Mobis präsentiert eine Technik, mit der sich die Autoräder seitlich drehen lassen, um das parallele Einparken zu erleichtern.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Lenovo 34" 21:9 Curved WQHD 299€ • ASRock RX 7900 XTX 1.039,18€ • War Hospital 21,59€ • Amazon-Geräte -50% • Acer 34" OLED UWQHD 175Hz 999€ • PS5 + Spider-Man 2 569€ • AMD Ryzen 9 5950X 379€ • Switch-Controller 17,84€ • AOC 27" QHD 165Hz 229€ • 3 Spiele für 49€ [Werbung]
    •  /