5G-Ausbau: Sicherheitskriterien führen nicht zu Ausschluss von Huawei

Die neuen Sicherheitsanforderungen für 5G der Bundesnetzagentur führten ausdrücklich nicht zum Ausschluss von Huawei. Das hat Jochen Homann entgegen Behauptungen des Cybersicherheitsexperten des US-Außenministeriums erklärt.

Artikel veröffentlicht am ,
Messestand von Huawei
Messestand von Huawei (Bild: Huawei)

Die Bundesnetzagentur will mit ihren Eckpunkten für neue Sicherheitsanforderungen Huawei ausdrücklich nicht ausschließen. Jochen Homann, der Präsident der Bundesnetzagentur, sagte der Financial Times im Interview, dass "es keine Anforderungen der Bundesnetzagentur gibt, die gegen ein bestimmtes Unternehmen gerichtet sind."

"Die Bundesnetzagentur nimmt die Position ein, dass kein Ausrüstungslieferant, einschließlich Huawei, ausdrücklich ausgeschlossen werden soll oder darf." Rob Strayer, beim US-Außenministerium zuständig für Cybersicherheitspolitik, hatte zuvor laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AP erklärt, dass die Sicherheitsstandards in Deutschland praktisch einen Ausschluss von Huawei bedeuten würden.

Homann sagte: "Die Bundesnetzagentur hat keine konkreten Anhaltspunkte gegen Huawei erhalten. Wir kennen auch keine andere Einrichtung in Deutschland, die verlässliche Hinweise erhalten hat."

Huawei kann am Rollout teilnehmen

Wie aus den Eckpunkten für neue Sicherheitsanforderungen hervorgeht, die die Bundesnetzagentur am 7. März 2019 vorstellte, dürfen Systeme "nur von vertrauenswürdigen Lieferanten bezogen werden, die nationale Sicherheitsbestimmungen sowie Bestimmungen zum Fernmeldegeheimnis und zum Datenschutz zweifelsfrei einhalten". Zudem müssen die Anbieter nachweisen, dass die für "sicherheitsrelevante Komponenten geprüfte Hardware und der Quellcode am Ende der Lieferkette tatsächlich in den verwendeten Produkten zum Einsatz kommen".

Homann betonte: "Falls Huawei alle Bedingungen erfüllt, kann es am 5G-Netzwerk-Rollout teilnehmen." Er weist darauf hin, dass sicherheitsrelevante Komponenten nur genutzt werden könnten, wenn diese "IT-Sicherheitschecks einer genehmigten Prüfstelle durchlaufen haben und vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert wurden".

Die USA hatten in den vergangenen Monaten ihre Bündnispartner unter Druck gesetzt, um sie vom Ausschluss Huaweis beim Aufbau des 5G-Netzes zu bringen. Medienberichten zufolge soll der umstrittene US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, mit einer Einschränkung der Geheimdienstzusammenarbeit gedroht haben. Demnach schrieb der US-Botschafter, dass die USA nicht mehr in der Lage seien, Geheimdienste und andere Stellen auf dem derzeitigen Stand zu halten, wenn Deutschland Huawei oder anderen chinesischen Anbietern erlaube, sich am Aufbau des 5G-Netzwerks des Landes zu beteiligen. Auf Großbritannien wurde laut Times derselbe Druck ausgeübt.

"Unsere Nachrichtendienste arbeiten exzellent zusammen. Eingestufte Informationen werden garantiert nicht über ein 4G- oder 5G-Netz transportiert, sondern auf ganz anderen Wegen", sagte Patrick Sensburg im Deutschlandradio. Der CDU-Abgeordnete und Oberstleutnant der Reserve sitzt im Geheimdienstausschuss Parlamentarisches Kontrollgremium (PKGr). "Hier geht es um wirtschaftspolitische Machtausübung", betonte Professor Sensburg.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Jusito 16. Apr 2019

Für mich passt die Aussage vom Botschafter voll ins Bild. Da geht es nicht wirklich darum...

DooMMasteR 16. Apr 2019

Warum rechtfertigen wir uns gegenüber den USA in diesem Schweinestall ein wenig nüchtern...

Anonymer Nutzer 15. Apr 2019

kaufen wir von ner sozialistischen klitsche sachen ein? geben wir der tochter des huawei...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
T-1000
Roboter aus Metall kann sich verflüssigen

Ein Team aus den USA und China hat einen Roboter entwickelt, der seinen Aggregatzustand von fest zu flüssig und zurück ändern kann.

T-1000: Roboter aus Metall kann sich verflüssigen
Artikel
  1. Trotz Exportverbot: Chinesische Kernforscher nutzen weiter US-Hardware
    Trotz Exportverbot
    Chinesische Kernforscher nutzen weiter US-Hardware

    An Chinas wichtigstes Kernforschungszentrum darf seit 25 Jahren keine US-Hardware geliefert werden. Dennoch nutzt es halbwegs aktuelle Xeons und GPUs.

  2. Playstation 5: Teaser wirbt für Spider-Man 2 - und Uncharted 5?
    Playstation 5
    Teaser wirbt für Spider-Man 2 - und Uncharted 5?

    Im Teaser springt Spider-Man durch Manhattan. Im gleichen Video könnte es einen Hinweis auf Uncharted 5 geben.

  3. Virtualisieren mit Windows, Teil 3: Betrieb und Pflege von VMs mit Hyper-V
    Virtualisieren mit Windows, Teil 3
    Betrieb und Pflege von VMs mit Hyper-V

    Hyper-V ist ein Hypervisor, um VMs effizient verwalten zu können. Trotz einiger weniger Schwächen ist es eine gute Virtualisierungssoftware, wir stellen sie in drei Teilen vor. Im letzten geht es um Betrieb und Pflege der VMs.
    Eine Anleitung von Holger Voges

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PCGH Cyber Week - Rabatte bis 50% • Acer Predator 32" WQHD 170Hz 529€ • MindStar-Tiefstpreise: MSI RTX 4090 1.982€, Sapphire RX 7900 XT 939€ • Philips Hue bis -50% • Asus Gaming-Laptops bis -25% • XFX Radeon RX 7900 XTX 1.199€ • Kingston 2TB 112,90€ • Nanoleaf bis -25% [Werbung]
    •  /