56 KBit/s: Telekom-Hytas-Glasfasernetzwerke lassen sich nicht umrüsten
Die Hytas-Technik, die die Deutsche Telekom in den 1990 Jahren besonders auf dem Gebiet Ostdeutschlands aufgebaut hat, lässt sich nicht umrüsten und muss weitgehend überbaut werden. Das sagte(öffnet im neuen Fenster) Olaf Poppe, Teamleiter Telekom Deutschland in Mecklenburg-Vorpommern, in einem Youtube-Video des Unternehmens. "Die Technik umzurüsten geht einfach nicht." Die Glasfaser ist nämlich mit veralteter Technik unterbrochen und die letzten Meter sind Kupferkabel.
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Hytas steht für Hybrides Teilnehmer-Anschlusssystem. Poppe sagte: "Wir haben Glasfaser liegen, aber nicht bis zum Endkunden. Wir haben da noch aktive Technik dazwischen. Die Baugruppen, die damals Mitte der 90er Jahre entwickelt wurden, haben keine großen Übertragungsraten. Da müssen wir mit Analog- oder ISDN-Geschwindigkeit rechnen, also 56 KBit/s oder 64 KBit/s."
Die Glasfaser ist unterbrochen durch einen sogenannten aktiven Glasfaserverteiler im Netz (AGF) und läuft weiter in ein ONT (Optical Network Termination), von wo aus es mit Kupfer in das Haus des Endkunden weitergeht.
Wo liegt das Problem?
Die Telekom nennt das Video "Hytas oder Glasfaser ist nicht immer die Lösung" . Es liegt aber nicht an der Glasfaser, wie Unternehmenssprecher Markus Jodl auf Nachfrage von Golem.de einräumt: "Es ist die aktive Technik, die eine weitere Nutzung nicht erlaubt. Ein neues Glasfaserkabel muss aber trotzdem gezogen werden, weil auf dem alten ja noch Kunden sind."
Dieses Hybride Teilnehmer-Anschlusssystem (Hytas) ist eine deutsche Besonderheit, deren Verbreitung nur durch das von der Europäischen Investitionsbank unterstützte Aufbauprogramm für die neuen Bundesländer zu erklären ist, berichtet(öffnet im neuen Fenster) der Arbeitskreis Internet-Versorgung Erzgebirge. Zur Förderung strukturschwacher Gebiete begann 1993 der Anschluss von ostdeutschen Wohneinheiten mit Hytas.
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