Schönheitsfehler: ONT frisst Strom
Eigentlich könnte man die Glasfaser direkt bis in die Wohnung führen und sie dort in glasfaserfähige Fritzboxen stecken – etwa in eine 5530 oder 5590 Fiber, ab 2024 auch in die 5690 Pro oder 5690 XGS.
Trotzdem lassen fast alle hiesigen Provider die Glasfaser hinter dem HÜP viel lieber in ihrem eigenen Modem, dem ONT alias Optical Network Terminator enden. Dort wird das Internet vom Laserlicht wieder in elektrische Impulse zurückverwandelt und über eine normale Gigabit-LAN-Buchse ausgegeben.
Das LAN-Kabel wird dann meist vom Keller in die Wohnung geführt und endet oft im WAN- oder LAN-Port einer Fritzbox oder eines anderen WLAN-Routers.
Später, wenn die Geräte alle optisch seien, werde man auch optische Kabel verwenden können, sagt Herkommer. "Aber das ist Zukunftsmusik. Stand heute können Sie über eine moderne LAN-Infrastruktur auf kurzem Wege, innerhalb eines Hauses, problemlos 40 Gigabit übertragen."
Der optische Netzabschluss, der ONT, braucht ständig Strom. Das ist dann Strom- und CO2-Verschwendung, wenn man schon eine Fritzbox hat, die direkt an der Glasfaser arbeiten kann, etwa eine 5590 Fiber.
Neben der überflüssigen Umweltbelastung stellt sich oft die Frage: Wer zahlt den Strom für den ONT? Der Internetprovider, die Hausbesitzer, Mieter, Glasfaser-Kunden?
Glasfaser an Fritzbox erlaubt, aber unerwünscht
Trotz aller Argumente gegen den stromfressenden ONT ist es vielen Glasfaser-Providern in Deutschland gar nicht recht, wenn Kunden ihre Fritzbox direkt an das Glas verbinden wollen. Aber (fast) kein Provider will darüber reden.
Herkommer lässt sich im Interview wenigstens den Grund entlocken: "Den ONT könnte man sich sparen." Das habe aber folgenden Nachteil: Man müsse jedes Mal, wenn man eine andere Fritzbox haben will, erstmal alle Nummern durchgeben, damit die Provisionierung, also die Freischaltung der Dienste wieder funktioniere. "Es ist (auch ohne ONT, Anm. d. R.) erlaubt, wenn jemand es will, aber es ist (mit ONT) einfacher für die Kunden, und für uns ist es auch einfacher, weil der ONT schon im System hinterlegt ist, wenn er zum Kunden kommt."
Herkommer sieht noch einen weiteren Vorteil für den ONT: Er sei speziell auf die Technik abgestimmt, die in den Verteilerstationen verwendet wird. Deswegen sei auch der Service einfacher: Wenn ein Kunde eine Störung hat, könne man problemlos nachschauen – funktioniert der ONT oder funktioniert er nicht?
"Wenn der ONT funktioniert, liegt's irgendwo an der Fritzbox, an der Verkabelung dazwischen. Wenn der ONT nicht funktioniert, gibt's immer noch den Trick, der fast immer funktioniert: Erstmal eine Minute ausstecken, wieder einstecken, gucken, ob es dann funktioniert. Auch da kann es passieren, dass sich die Software mal aufhängt. Aber wenn er weiterhin nicht funktioniert, ist wohl irgendwo auf dem optischen Weg eine Störung", sagt Herkommer.
In diesem Falle müsse der Glasfaser-Internet-Provider raus und messen, wo die Glasfaser unterbrochen ist. "Auch das kann man sehr genau machen, durch eine Reflexion, auf den Zentimeter genau." Der Berater am Telefon könne dann aber zumindest gleich auf den ONT zugreifen und sagen: Ihr ONT funktioniert oder ihr ONT funktioniert nicht.
Darf denn der Provider bei Störungen auch in die Fritzbox schauen, falls sich der Kunde gegen den ONT sträubt?
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| Der kleine und der große HÜP | Darf der Provider in die Fritzbox schauen? |










Die typischen Angaben helfen hier aber nicht weiter. Jedes an einer Fritzbox verwendete...
Bei DSL würde ich nicht überlegen. Das hat keine Zukunft und könnte schon in paar Jahren...
In der Ausbildung öfter gesehen. Die Kollegen erzählten mir, dass die Variante aus...
Ich würde da ggf. gar nicht auf spezielle Modelle sondern mehr auf Hersteller bzw...
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