54 statt 49 Euro: Deutschlandticket könnte mehr als 10 Prozent teurer werden
Der Preis des auch als 49-Euro-Ticket bekannten sogenannten Deutschlandtickets könnte in diesem Jahr auf bis zu 54 Euro steigen. Das wäre eine Preiserhöhung um mehr als 12 Prozent im Vergleich zur Einführung im vergangenen Jahr. Wie der RBB berichtet(öffnet im neuen Fenster) , erwägen einige Verkehrsminister diese Preiserhöhung. Der Vorschlag soll demnach am heutigen Montag, 22. Januar, auf einer digitalen Konferenz der zuständigen Ministerinnen und Minister diskutiert werden.
Hintergrund der Diskussion ist die nach wie vor ungeklärte weitere Finanzierung des deutschlandweit gültigen Monatsabos für den öffentlich Nahverkehr. Bereits im vergangenen Herbst hieß es dazu, dass der Preis von 49 Euro zunächst explizit nur für die Einführung galt. Die offizielle Namenswahl des Deutschlandtickets lässt eine Erhöhung als Option prinzipiell immer offen. Eine Lösung zur dauerhaften Finanzierung des Konzepts verschoben Bund und Länder im vergangenen Jahr nach Diskussionen auf das Jahr 2024 .
Nach einer Verabredung von Ende 2022 schießen beide Seiten in den Jahren 2023 und 2024 schon je 1,5 Milliarden Euro zum Ausgleich von Einnahmeausfällen bei Bus- und Bahnbetreibern zu. Doch ein Problem waren zuletzt immer wieder etwaige Mehrkosten. Dass Bund und Länder diese ebenfalls je zur Hälfte tragen, war nur für das Einführungsjahr 2023 vereinbart. Der gesamte Finanzbedarf für das Ticket wird jedoch für das laufende Jahr auf bis zu 4,1 Milliarden Euro geschätzt. Abzüglich weiterer Zuschüsse und für 2023 eingeplanter, aber nicht benötigter Mittel dürfte die Finanzlücke immer noch mehrere Hundert Millionen Euro für 2024 betragen. Ausgeglichen werden könnte dies nun also durch höhere Preise.
Laut RBB herrscht jedoch keine Einigkeit unter den zuständigen Ministerinnen und Ministern über die Preiserhöhung. Die Verkehrsminister Mecklenburg-Vorpommerns, Reinhard Meyer, und Niedersachsens, Olaf Lies (beide SPD), sprachen sich demnach zuletzt dagegen aus. Ob der Preis tatsächlich stabil bleibt oder nicht, müssen die Diskussionen zeigen. Viel Zeit haben die Beteiligten dafür aber nicht mehr. Das neue Finanzkonzept soll rechtzeitig vor dem 1. Mai 2024 fertig werden. Dann wird das Ticket ein Jahr alt.
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