510 Systems: Street-View- und Roboterauto-Technik von Google zugekauft

Google Street View und Googles Roboterautos sind bekannt. Der Name 510 Systems nicht. Aber das kalifornische Unternehmen hat viel mit beidem zu tun. Auch wenn Google das geheim hält.

Artikel veröffentlicht am ,
Fotofahrzeug für Street View (auf der Cebit 2010): Mitarbeiter zum Schweigen verpflichtet
Fotofahrzeug für Street View (auf der Cebit 2010): Mitarbeiter zum Schweigen verpflichtet (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Die Straßenansichten und das fahrerlose Auto haben in den vergangenen Jahren für viele Schlagzeilen gesorgt - und immer mit dem Namen Google davor. Dabei stammt die Technik gar nicht von dem kalifornischen Internetkonzern selbst. Er hat sie gekauft, wie ein US-Magazin aufgedeckt hat.

  • Erst mal in der Garage: Googles Fotofahrzeuge werden auf der Cebit 2010 von Künstlern verziert. (Foto: wp)
  • Nicht nur Fotos gemacht: Datenerfassungseinrichtung auf dem Dach (Foto: wp)
  • Google-Street-View-Logo auf einem der Autos (Foto: wp)
Erst mal in der Garage: Googles Fotofahrzeuge werden auf der Cebit 2010 von Künstlern verziert. (Foto: wp)
Inhalt:
  1. 510 Systems: Street-View- und Roboterauto-Technik von Google zugekauft
  2. Kamerasystem mit GPS kennt die Postion

Vor einigen Jahren hat Google seine digitalen Landkarten um Straßenansichten ergänzt: Google Street View ermöglicht es Nutzern, Straßen virtuell zu erkunden. Dazu hat Google Fotofahrzeuge auf die Reise geschickt, die Städte und Landschaften mit einer speziellen Kamera auf dem Dach fotografierten. Wenige Jahre später ließ Google selbstfahrende Autos auf den Straßen Kaliforniens und Nevadas rollen - mit einem ähnlichen Aufbau auf dem Dach.

Thrun wird genannt

Immer war von eigener Technik die Rede. Bei den Roboterautos betonte Google stets, sie seien eine Entwicklung des deutschen Robotikers Sebastian Thrun und eine Fortführung seines Stanford-Projekts Stanley - dem Auto, das 2005 den Roboterautowettbewerb der Darpa gewann.

Aber das ist nur die halbe Wahrheit: Ein großer Teil der Technik sei gar nicht von Google selbst entwickelt worden, sondern von dem 2007 gegründeten kalifornischen Startup 510 Systems, berichtet das US-Wissenschaftsmagazin IEEE Spectrum.

Google kauft ein

Stellenmarkt
  1. Solution Architect (m/w/d)
    Ratiodata SE, Duisburg, Hannover, Münster
  2. Wissenschaftlicher Mitarbeiter / Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Digital ... (m/w/d)
    Universität Passau, Passau
Detailsuche

Google kaufte das Unternehmen im Herbst 2011 - und damit auch dessen Technik. An sich kein ungewöhnliches Vorgehen: Das Videoportal Youtube etwa ist ja auch keine Eigenentwicklung von Google, sondern wurde 2006 zugekauft. Der Unterschied: Während der Kauf von Youtube und diversen anderen Unternehmen offen kommuniziert wurde, hielt Google die Übernahme von 510 Systems geheim.

Die Mitarbeiter wurden zu Stillschweigen über den Kauf verpflichtet. Google erwähnt die Beiträge von 510 Systems zu den Roboterautos mit keinem Wort. IEEE Spectrum fand aber Hinweise auf dessen Beteiligung: Einer der drei ersten Roboter-Prius war auf 510 Systems zugelassen.

Ein verräterischer Antrag

Das fiel auf, als Google im Frühjahr 2012 Lizenzen für den Testbetrieb der Roboterautos im US-Bundesstaat Nevada beantragte - Nevada hatte Anfang 2012 Jahres als erster Bundesstaat Regeln für den Betrieb von fahrerlosen Autos auf öffentlichen Straßen erlassen.

Einer Mitarbeiterin der Verkehrsbehörde Nevada Department of Motor Vehicles (DMV) habe eine Ungereimtheit bemerkt, berichtet IEEE Spectrum: Bei einem Auto war die Versicherung auf Google ausgestellt. Zugelassen war es aber auf 510 Systems, namentlich auf Suzanna Musick.

Ein Google-Mitarbeiter weiß Bescheid

Die Behörde verlange, dass beides gleich laute, schrieb die DMV-Mitarbeiterin an den Google-Mitarbeiter Anthony Levandowski. Der antwortete, Musick sei die Chefin von 510 Systems, und 510 Systems sei seit einem halben Jahr ein Teil von Google.

Levandowski musste es wissen: Er ist einer der drei Gründer.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Kamerasystem mit GPS kennt die Postion 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Angespielt
Diablo 4 wird brutal, makaber und ein bisschen eklig

Open-World-Freiheiten, dynamische Events und eine geteilte Spielwelt: Golem.de hat Diablo 4 angespielt und mit den Entwicklern gesprochen.
Von Olaf Bleich

Angespielt: Diablo 4 wird brutal, makaber und ein bisschen eklig
Artikel
  1. Europäischer Rat: Einigung über Bargeldobergrenze von 10.000 Euro
    Europäischer Rat
    Einigung über Bargeldobergrenze von 10.000 Euro

    Der Europäische Rat hat sich auf eine Bargeldobergrenze von 10.000 Euro verständigt. Auch Kryptowährungen sollen streng reguliert werden.

  2. Autonomes Fahren: Tesla kehrt zu Radarsensoren zurück
    Autonomes Fahren
    Tesla kehrt zu Radarsensoren zurück

    Erst angeblich unnötig, jetzt kommen sie doch wieder: Tesla will wieder Radarsensoren verbauen und verlässt sich nicht mehr auf die reine Kameraerkennung.

  3. Tesla-Fabrik: In Grünheide soll totales Chaos herrschen
    Tesla-Fabrik
    In Grünheide soll "totales Chaos" herrschen

    Die Tesla-Fabrik in Grünheide hinkt ihren Produktionszielen noch weit hinterher. Es gibt zu wenig Personal oder die Mitarbeiter kündigen wieder.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 bei Amazon bestellbar • Tiefstpreise: Asus RTX 4080 1.689,90€, MSI 28" 4K 579€, Roccat Kone Pro 39,99€, Asus RTX 6950 XT 939€ • Alternate: Acer Gaming-Monitor 27" 159,90€, Razer BlackWidow V2 Mini 129,90€ • 20% Extra-Rabatt bei ebay • Amazon Last Minute Angebote [Werbung]
    •  /