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510 Millionen Euro gestohlen: US-Krypto-Unternehmen meldet Hackerangriff

Hacker haben das US- Krypto - Startup Poly Network angegriffen - und digitale Währungen im Wert einer halben Milliarde Euro gestohlen.
/ Manuel Bauer
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Hacker haben eine riesige Summe an Kryptowährungen gestohlen. (Bild: Jack Taylor via Getty Images)
Hacker haben eine riesige Summe an Kryptowährungen gestohlen. Bild: Jack Taylor via Getty Images

Das auf den Transfer von Kryptowährungen spezialisierte US-Startup Poly Network wurde am 10. August 2021 Opfer eines Hackerangriffs. Wie das Unternehmen auf Twitter mitteilte(öffnet im neuen Fenster) , haben die Kriminellen Kryptowährungen im Wert von umgerechnet rund 510 Millionen Euro abgezweigt und auf externe Konten umgeleitet. Zehntausende Kunden seien von dem Vorfall betroffen.

Wie die Webseite theblockcrypto.com(öffnet im neuen Fenster) berichtet, wurden Ethereum-Token im Wert von 273 Millionen US-Dollar, Binance-Token im Wert von 253 Millionen US-Dollar und 85 Millionen US-Dollar in Form des Stablecoins USDC aus dem Polygon-Netzwerk entwendet.

Poly Network veröffentlichte in einer Reihe von Twitter-Beiträgen(öffnet im neuen Fenster) die Kontodaten der Angreifer und forderte andere Krypto-Unternehmen dazu auf, von diesen Wallets ausgehende Transaktionen zu blockieren. Die Blockchain-Plattform Tether meldete kurz darauf via Twitter(öffnet im neuen Fenster) , dass sie 33 Millionen aus dem Diebesgut stammende US-Dollar eingefroren habe.

Unternehmen fordert Rückgabe des Geldes

Poly Network wandte sich in weiteren Tweets(öffnet im neuen Fenster) unmittelbar an die Kriminellen und forderte diese unter Androhung strafrechtlicher Konsequenzen dazu auf, das gestohlene Geld zurückzugeben - zum Teil mit Erfolg. Am Nachmittag des 11. August meldete das Unternehmen(öffnet im neuen Fenster) die Rückgabe von 4,7 Millionen US-Dollar durch die Angreifer.

Die von den Hackern ausgenutzte Schwachstelle konnte Poly Network eigenen Angaben zufolge mittlerweile lokalisieren. Die Angreifer verwendeten demnach eine Lücke in den sogenannten Contract Calls. Das Blockchain-Security-Unternehmen Slowmist hat laut theblockcrypto.com die Identität der Angreifer festgestellt und sowohl die IP- als auch die E-Mail-Adresse der Wallet-Inhaber ermittelt.

In einigen Rücküberweisungen der gestohlenen Assets hinterließen die Diebe Nachrichten und erklärten, dass sie noch deutlich höhere Summen hätten stehlen können, sie am Geld an sich aber gar nicht interessiert seien. Sie würden es sich offenhalten, weiteres Diebesgut zurückzugeben oder zu behalten.

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Offenbar bislang größter Krypto-Hack

Sicherheitsexperten wie der Ethereum-Spezialist Mudit Gupta bezeichnen(öffnet im neuen Fenster) den Hack als den bislang größten Krypto-Diebstahl dieser Art. Abseits von Hackerangriffen kamen in Krypto-Betrugsfällen allerdings schon deutlich größere Summen abhanden.

Erst im Juni 2021 setzten sich die Gründer des südafrikanischen Startups Africrypt mit gestohlenen Bitcoin im Wert von rund zwei Milliarden US-Dollar ab. Sie gaben zunächst an, selbst Opfer eines Hackerangriffs geworden zu sein, führten ihre Kunden mit dieser Angabe allerdings bloß in die Irre.


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