500.000 Linsen: Toshiba arbeitet an Lytro für Smartphones

Einem Bericht der japanischen Zeitung Asahi Shinbun(öffnet im neuen Fenster) zufolge arbeitet Toshiba an einer Kameraeinheit, die die Funktionen der Lichtfeldtechnik(öffnet im neuen Fenster) auf mobile Geräte bringt. In dem Gehäuse mit einer Grundfläche von 1 x 1 cm sind ungefähr 500.000 Linsen mit einem Durchmesser von 0,03 mm vor einem ca. 5 x 7 mm großen Bildsensor angebracht. Aus den Einzelaufnahmen wird mit Hilfe einer eigenen Software ein komplettes Bild zusammengesetzt.
Schärfepunkt frei wählbar
Wie bei der Lichtfeldkamera Lytro kann der Nutzer nach der Aufnahme des Bildes den Schärfepunkt frei wählen. Auch ein komplett scharfes Bild ist möglich. Außerdem können animierte Bilder aufgezeichnet und Bildmanipulationen durchgeführt werden, so die Zeitung. So soll beispielsweise der Hintergrund eines Bildes ausgetauscht werden können.
Ob mit den "animierten Bildern" ein 3D-Effekt gemeint ist, wie ihn die Lytro seit einem Update anbietet, geht aus dem Bericht nicht hervor. Da das Kameramodul jedoch durch die Abweichungen der Einzelbilder die Entfernung zu einem aufgenommenen Objekt messen können soll, ist eine derartige Funktion theoretisch möglich.
Treffen zwischen Lytro-Chef und Steve Jobs
Die nach dem plenoptischen Prinzip funktionierende Lytro-Kamera wird seit Anfang 2012 in den USA verkauft . Mit ihr kann der Schärfepunkt einer Aufnahme im Nachhinein beliebig gesetzt werden. Nach einigen Updates verfügt die Lytro mittlerweile auch über eine manuelle Steuerung und über die Möglichkeit, Fotos mit 3D-Effekt aufzunehmen.
Steve Jobs hat sich laut dem Buch "Inside Apple" von Adam Lashinsky in seinen letzten Lebensmonaten mit dem Gründer von Lytro, Ren Ng, getroffen, um über die Zukunft der Kameratechnik zu sprechen. Lashinsky zufolge bat Jobs Ng um eine Liste mit drei Dingen, die er gerne mit Apple zusammen machen würde.
Wann der neue Toshiba-Kamerasensor fertig ist, steht noch nicht genau fest. Der Hersteller plant laut Asahi Shinbun allerdings, das fertige Produkt im Jahr 2013 an Smartphone-Hersteller zu verkaufen.



