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50 Prozent günstiger: Chinesischer RAM deutlich günstiger als Konkurrenz

Zwei Hersteller bauen ihre Produktionskapazitäten für DDR4-RAM massiv aus. Neue Chips sind sogar günstiger als Gebrauchtware.
/ Johannes Hiltscher
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Kingbank bestückt als einer von mehreren chinesischen Herstellern seine Module auch mit DDR4-Chips von CXMT. (Bild: Kingbank)
Kingbank bestückt als einer von mehreren chinesischen Herstellern seine Module auch mit DDR4-Chips von CXMT. Bild: Kingbank

Changxin Memory Technologies (CXMT), Chinas größter RAM-Hersteller, hat in den vergangenen Jahren einen enormen Aufstieg geschafft: Elf Prozent des Speichermarkts soll das Unternehmen laut einem Bericht des Elektronikportals Digitimes(öffnet im neuen Fenster) aus Taiwan mittlerweile abdecken. In den vergangenen zwei Jahren hat der Hersteller seine Produktionskapazität fast verdreifacht: 2022 lag sie noch bei 70.000 Wafern im Monat, aktuell sind es 200.000, langfristig plant CXMT mit 300.000 Wafern pro Monat.

Der enorme Ausbau trifft allerdings auf einen Speichermarkt, der nicht in gleichem Maße mitgewachsen ist. Entsprechend entstanden enorme Überkapazitäten, denen CXMT mit großzügigen Preisabschlägen begegnet: Laut Digitimes unterbietet CXMT die Preise von Micron, Samsung und SK Hynix um die Hälfte. Möglich ist das, da CXMT auf die finanzielle Rückendeckung der Staatsführung bauen kann, welche die chinesische Elektronikindustrie unabhängig von ausländischen Unternehmen machen will. Speicher spielt dabei eine zentrale Rolle.

Die Preise seien, so der Bericht, sogar fünf Prozent niedriger als für aufbereitete Chips aus recycelten Modulen. Dabei habe es bei denen in den vergangenen Monaten bereits einen deutlichen Preisverfall gegeben. Die beiden südkoreanischen Hersteller sollen bereits ihre Fertigung von DDR4-RAM reduziert haben und sich auf margenstärkeren DDR5 und HBM3 konzentrieren. Allerdings produziert CXMT auch bereits LPDDR5-Speicher .

Zweiter RAM-Hersteller mischt chinesischen Markt auf

Neben CXMT ist mit der Fujian Jinhua Integrated Circuit Corporation (JHICC) zudem ein zweiter chinesischer Hersteller in die Produktion von DDR4-RAM eingestiegen. Das Unternehmen wurde 2018 Ziel eines Embargos seitens der USA , da es geistiges Eigentum von Micron genutzt haben soll. Von diesen Vorwürfen wurde JHICC im Februar 2024 freigesprochen(öffnet im neuen Fenster) . Auch JHICC wird von der chinesischen Regierung subventioniert.

Die Produktionskapazität von JHICC ist kleiner als die von CXMT, aber dennoch beachtlich: Digitimes schätzt sie auf 100.000 Wafer im Monat, für 2025 wird ein Ausbau um 20 Prozent erwartet.

Selbst der große Heimatmarkt wird zu klein

Vom Kapazitätsausbau profitieren auch chinesische Hersteller von Speichermodulen: Laut einer Auswertung von Trendforce(öffnet im neuen Fenster) belegt Powev mit Marken wie Gloway und Asgard mittlerweile Platz 2 der Modulhersteller. Die Marken zielen auf den Gaming-Markt und werden insbesondere über chinesische E-Commerce-Plattformen vertrieben. Die Module sind mit CXMT-Chips bestückt, was ihren Herstellern einen Preisvorteil bietet.

Außerhalb der Volksrepublik ist Speicher von CXMT und JHICC bislang kaum zu bekommen. Laut Digitimes versuchen die Hersteller aktuell, mithilfe taiwanischer Unternehmen ohne großes Aufsehen den Sprung auf internationale Märkte zu schaffen. So wollen die Speicherhersteller vor allem unter dem Radar der USA bleiben, um keine weiteren Handelsbeschränkungen zu provozieren. Insbesondere Indien soll Ziel der Expansion sein.


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