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50 Milliarden Dollar und keine Mondlandung

Seit 2003 läuft die Entwicklung des Orion-Raumschiffs und einer Schwerlastrakete für Mondmissionen ohne Ergebnis. Am Geld kann es nicht liegen. Seit 2003 wurden fast 50 Milliarden US-Dollar für die Entwicklung ausgegeben. Dabei muss die Rakete per Gesetz aus vorhandener Technik des Spaceshuttles entwickelt werden. Von Anfang an gab es Warnungen, dass damit mehr Aufwand verbunden wäre als mit einer vollständigen Neukonstruktion. Aber die wurden ignoriert. GAO, das US-Äquivalent des Bundesrechnungshofs, kritisiert seit langem hohe Kosten, schlechte Aufsicht und die Auszahlung von Erfolgsprämien trotz ausbleibenden Erfolgs.

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Chad Bryant, der Verantwortliche für die Zentralstufe von SLS, spricht bei der Frage nach den Kosten lieber über die vielen geschaffenen Arbeitsplätze. Der politische Prozess in den USA erschuf so eine über 48 Staaten verteilte Produktion, in der Geld keine Rolle mehr spielt. Ein erster Flug von SLS wurde vor wenigen Monaten noch 2020 angekündigt, nachdem über eine Aufgabe von SLS spekuliert worden war. Inzwischen wird der erste Flug frühestens für Ende 2021 erwartet.

Während sich die Zeitpläne von Raumschiff und Rakete immer weiter verzögern, fordert die Politik eine Mondlandung bis 2024. Zur Beschleunigung des Programms wurden vor kurzem die Fluchtraketen des Orion-Raumschiffs auch ohne Fallschirme an der Kapsel getestet. Gleichzeitig wird der sogenannte Green Run in Frage gestellt, ein Bodentest der Raketentriebwerke über die gesamte geplante Missionsdauer.

Chaos statt Mondlandung

Die Entwicklung eines Landers für die nächste Mondlandung, bei der erstmals eine Frau dabei sein soll, wurde indessen noch nicht einmal begonnen. Ständig wechselndes Personal in der Nasa, immer neue Ziele und grandiosere Ankündigungen deuten auf ein großes Chaos hin und nicht auf die erfolgreiche Vorbereitung einer neuen Mondlandung für das Jahr 2024.

Abhilfe wird von privater Seite angeboten. Allen voran will Jeff Bezos mit seiner Raumfahrtfirma Blue Origin eigene Mondlander bauen und möglichst mit eigenen Raketen starten, um die Nasa-Bürokratie zu umgehen. Aber selbst, wenn das gelingt, bleibt das Problem einer öffentlichen Raumfahrtbehörde, die keine eigenständigen Projekte mehr zu angemessenen Kosten durchführen kann. Das Forschungsbudget der Nasa wird in den Budgetvorschlägen von US-Präsident Donald Trump immer weiter gekürzt. Eine Lösung oder Reformen sind nicht in Sicht.

SpaceX bewies, dass Kritik berechtigt war

Kritik an der Raumfahrt wurde lange ignoriert. Die hohen Kosten lägen in der Natur der Sache, hieß es. Aber seit zehn Jahren zeigt SpaceX unübersehbar, wie berechtigt diese Kritik an den fehlenden Ergebnissen ist. Mit weniger als einer Milliarde US-Dollar entwickelte das Unternehmen die Falcon 9 und den Dragon-Frachter in vier Jahren von der Papierstudie zum einsatzfähigen System.

Die Nasa half 2008 der beinahe bankrotten Firma mit rund 300 Millionen US-Dollar aus und erteilte einen Auftrag zur Versorgung der ISS über 1,6 Milliarden US-Dollar. 2012 dockte der erste Dragon-Frachter an der ISS an. Nur drei Jahre später landete erstmals eine Raketenstufe nach dem Start. Fehlgeschlagene Landungen sind inzwischen die Ausnahme und mehr als die Hälfte der Falcon-9-Starts nutzt wiederverwendete Raketenstufen. Die Startkosten pro Tonne sanken auf unter ein Drittel der zuvor in den USA üblichen Werte.

Dabei greift der Einwand zu kurz, dass SpaceX dies nur mit Geld aus Nasa-Aufträgen und ihrer technischen Unterstützung erreichen konnte. Zum einen verlangt SpaceX in fast allen Ausschreibungen weniger Geld als die Konkurrenz, zum anderen hätte die Nasa lange davor das Gleiche tun können. Das Geld dafür war vorhanden, genauso wie die technische Expertise und enthusiastische Ingenieure. Das erfolgreiche DC-X Programm hätte jederzeit zu einer start- und landefähigen Raketenstufe ausgebaut werden können. Es fehlte aber offenbar am Willen, das auch zu tun.

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 50 Jahre Mondlandung: Die Krise der RaumfahrtbehördenDie Esa war einmal wie SpaceX 
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plutoniumsulfat 27. Jul 2019

Nun, ich habe mich etwas kurz gefasst. Selbstverständlich benötigt man High-Tech, aber...

Janquar 22. Jul 2019

Ich hab das mal überprüft. Mein Klopapier ist seit ewigkeiten immer gleich. Die Technik...

Janquar 22. Jul 2019

Ich kann mit den Aussagen irgendwie nix anfangen... Wenn es darum ginge Geldflüsse zu...

oxybenzol 21. Jul 2019

DC-X wurde in den 90er zugunsten von SSTO begraben. COTS, also privater Transport war...

rafterman 21. Jul 2019

Monstrum geworden zu sein wie bei uns die Öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten, immer...


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