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50 Jahre Glasfaser: Warum der erste Glasfaserausbau der Telekom scheiterte

Opal und Hytas waren in den 1990er Jahren eine hochmoderne Lösung der Telekom. Doch der Mangel an Fasern führte später zu Problemen und zum Austausch der Leitungen, erklärte Glasfaserhersteller Corning.

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Glasfaser voll auf die Rolle genommen
Glasfaser voll auf die Rolle genommen (Bild: Deutsche Telekom)

Mitte der 1990er Jahre begann die Deutsche Telekom den Ausbau mit Opal (Optische Anschlussleitung) in Köln und Leipzig. Doch diese Netze ließen sich nicht zu heutigen gigabitfähigen GPON-Techniken ausbauen. Auch die Hytas-Technik, die die Telekom in den 90er Jahren besonders auf dem Gebiet Ostdeutschlands aufgebaut hat, lässt sich nicht umrüsten und muss weitgehend überbaut werden. Golem.de wollte von Juan Manuel Pérez Cortijo, Director Marketing für EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) bei dem Glasfaserhersteller Corning Optical Communications wissen, ob das Material schuld war.

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"Opal und Hytas beziehen sich beide auf Projekte, bei denen die Telekom in den 90er Jahren vor allem in Ostdeutschland den Einsatz von Glasfaserkabeln in Zugangsnetzen eingeführt hat. Nach der Wiedervereinigung fehlte es in den ostdeutschen Bundesländern an Telefonanschlüssen und den entsprechenden Netzen - viele Haushalte in der ehemaligen DDR waren nicht an das Telefonnetz angeschlossen und verfügten nicht über ein eigenes Telefon", sagte Cortijo. "Das Opal-Netz der Telekom war damals eine hochmoderne Lösung auf dem neusten Stand der Technik, die es ermöglichte, diese große Zahl von Haushalten so schnell wie möglich an das Telefonnetz anzuschließen" meinte der Manager. Doch Kupferübertragungstechniken wie DSL, die einige Jahre später eingesetzt wurden, konnten nicht über Glasfaser betrieben werden, sagte Cortijo.

Die Telekom - kurz zuvor noch Deutsche Bundespost - hatte tatsächlich zwischen 1993 bis 1995 bereits 1,2 Millionen Glasfaseranschlüsse, zumeist in den neuen Bundesländern, verlegt. Auch in Westdeutschland wurden von 1994 bis 1997 etwa 10 Prozent aller Telekom-Kunden mit Hytas angeschlossen, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Doch dann entschied sich der Netzbetreiber, alles auf DSL und Kupfer zu setzen. Zudem hatten hytas-Netze in vielen Anschlussbereichen wegen des Einsatzes der Plesiochronen Digitalen Hierarchie (PDH), einer Technik zum Multiplexen digitaler Datenströme, Bandbreitenengpässe.

Mangel an Fasern oder DSL-Schwenk der Telekom?

Laut Cortijo war bei der viel späteren Umstellung der Hytas- und Opal-Netze "der Mangel an Fasern die größte Herausforderung. Es gab nicht genügend Fasern im Boden, um einen reibungslosen Wechsel zu neuen Übertragungstechniken zu ermöglichen ohne Unterbrechung für Kunden, die mehrere Tage, wenn nicht Wochen dauern würde. Um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, hat die Telekom in diesen Fällen zusätzliche Glasfaserkabel verlegt.".

Die Telekom erklärte dagegen im April 2017, die Hytas-Technik lasse sich nicht umrüsten und müsse weitgehend überbaut werden. So sagte Olaf Poppe, Teamleiter Telekom Deutschland in Mecklenburg-Vorpommern: "Die Technik umzurüsten geht einfach nicht." Die Glasfaser sei nämlich mit veralteter Technik unterbrochen und die letzten Meter sind Kupferkabel.

Es gibt verschiedenen Meinungen darüber, warum der erste Glasfaserausbau der Telekom scheiterte und weshalb die Fasern später sogar ersetzt werden mussten: War es der Kurswechsel der Telekom auf DSL, die Multiplex-Technik PDH oder die wenigen Fasern? Oder wollte man einfach nur die wochenlange Unterbrechung der Versorgung der Kunden vermeiden, als man vor fast vier Jahren die Glasfaserkabel ersetzte? Die Telekom resümierte im April 2017 jedenfalls: "Hytas oder Glasfaser ist nicht immer die Lösung" und zog neue Glasfaserkabel ein.

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