Apple Silicon: Cooks größter Erfolg
Schon mit den ersten iPhones hatte Apple damit begonnen, eigene CPUs zu produzieren. Über die Jahre machte sich der Hersteller so immer unabhängiger von ARM-Prozessor-Zulieferern, zunächst auf der iPhone- und iPad-Plattform.
2020 war die Zeit reif, den Mac ebenfalls auf ARM-Technologie zu hieven, auch weil Intel immer weiter ins Hintertreffen geriet: Apples M1-Prozessor, zunächst im Macbook Air und Mac Mini, markierte einen enormen Schritt in Richtung Leistung und Energieeffizienz. Plötzlich waren selbst Basis-Macs schneller als so manches Intel-Topmodell. Und die Akkulaufzeit explodierte.
Radikal Neues fehlt derzeit
Leider hat Cooks Führung auch eine Schattenseite: Radikal Neues gab und gibt es unter seiner Führung bei Apple nicht, von der wenig erfolgreichen Vision Pro einmal abgesehen. Und auch, wenn ein Macbook Neo (hier unser Test) neue Wege im unteren Preissegment beschreitet, ist es doch letztlich alter Wein in neuen Schläuchen. Allerdings können auch Diversifizierung und Optimierung in einem weitgehend gesättigten Markt der richtige Weg sein.
Cook scheint allerdings bereits auf der Suche nach einem Nachfolger zu sein. Derzeit wird Hardware-Chef John Ternus als aussichtsreicher Kandidat gehandelt(öffnet im neuen Fenster) : Der gelernte Ingenieur, der als innovativ und charismatisch gilt, hat im Januar 2026 bereits den Posten als Design-Chef übernommen.
Cook könnte möglicherweise noch 2026 den Chefposten räumen und Platz für Ternus machen. Dieser könnte, auch weil er Erfahrungen in der Roboterentwicklung hat, Apples Hardwaresparte für das KI-Zeitalter fit machen. Allerdings ist Ternus zwar ein Macher – er gilt als federführend bei der Rückabwicklung von Apples Hardware-Qualitätsproblemen -, aber eben kein Revolutionär wie Jobs.
Dennoch könnte unter seiner Führung nach 50 Jahren ein völlig neuer Wind durch das Apple-Hauptquartier in Cupertino wehen.
Kleiner Fun Fact am Rande
Übrigens: Der Mitarbeiter, der wohl am längsten für Apple arbeitet, ist Steve Wozniak: Der Entwickler der ersten beiden Macs ist nach wie vor Teil des Unternehmens, Anteilseigner – und Angestellter, wenn auch nicht aktiv. Als Advocatus Diaboli neigt er dazu, Techniktrends – wie zuletzt KI – kritisch zu hinterfragen .
Ihm wie auch Apple selbst damit einen herzlichen Glückwunsch zum 50. Jahrestag!
Christian Rentrop ist freier Technikjournalist und seit 2003 Mac-Nutzer. Er hat den Intel-Umstieg seinerzeit hautnah miterlebt und durfte auch selbst ein fiepsendes Macbook Pro der ersten Generation reklamieren.
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