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Apples Niedergang in den 80ern und 90ern und Jobs Rückkehr

So innovativ der Macintosh war, so schlecht verkaufte er sich anfangs. Das änderte sich mit den Nachfolgemodellen, die nach und nach günstiger und besser wurden. Um an Geld zu kommen, war Apple bereits 1977 in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt worden.

Jobs und Wozniak waren dadurch nicht mehr die Chefs ihres eigenen Unternehmens. Bis 1982 hatte Mike Markulla als Inhaber von 26 Prozent der Firmenanteile den Posten des CEO inne, doch er wollte aufhören. Die Wahl für seinen Nachfolger fiel 1983 auf den Pepsi-Marketingchef John Sculley.

Sculley galt als Marketinggenie und wurde von Steve Jobs zunächst als gute Wahl angesehen. Allerdings mehrten sich die Konflikte, die letztlich dazu führten, dass Jobs sein Unternehmen 1985 verlassen musste.

Unter Sculley blühte Apple zunächst auf: Der Mac lief nach Startschwierigkeiten gut, es kamen zahlreiche Innovationen auf den Markt, darunter der Apple Laserwriter und der tragbare Macintosh Portable. Allerdings neigte das Unternehmen in dieser Zeit dazu, das Portfolio regelrecht zu zerfasern: Es gab immer mehr Produktlinien mit immer zahlreicheren, untereinander oft schwer abgrenzbaren Macs.

Es gab Fehlentscheidungen wie die Lizenzierung des MacOS-Betriebssystems an andere Hersteller. Und dann war da noch der Ultra-Flop Newton . Die Umsätze sanken, gleichzeitig drückte die Konkurrenz, vor allem aus dem PC- und Heimcomputer-Markt, die technisch längst aufgeholt hatten.

Jobs Rückkehr beendet die verschlafenen 90er

Sculley musste 1993 nach dem Newton-Debakel aufgrund vieler Fehlentscheidungen seinen Hut nehmen. Michael Spindler folgte als CEO und führte Apple erfolgreich in die PowerPC-Ära, war aber kaum in der Lage, das Unternehmen wieder auf die Schiene zu stellen; stattdessen kamen zu den allgemeinen Problemen mit dem Portfolio noch Qualitätsschwierigkeiten hinzu, die den Mac – auch im Hinblick auf den aufblühenden IBM-PC-Markt – für Kunden immer uninteressanter machten. Auf Spindler folgte 1996 Gil Amelio, der ein fast bankrottes Unternehmen übernahm, das wichtige Entwicklungen der 1990er Jahre verschlafen hatte und über veraltete Betriebssysteme verfügte.

Amelio traf in seinem Amt genau zwei wichtige Entscheidungen für Apple: Im Dezember 1996 übernahm Apple Steve Jobs neues Unternehmen Next samt dem Gründer. Und Jobs wurde wieder ans Ruder gelassen. Der krempelte das Geschäft umgehend um, strich ineffiziente Produktlinien und Forschungsprojekte und erkannte die Zeichen der Zeit.

Mit dem iMac lieferte Jobs zusammen mit Designer Jony Ive 1998 eine Neuauflage des Ur-Mac-Konzepts, angepasst an die fröhlichen 90er Jahre und das aufkommende Internet: Der iMac wurde über Nacht zur Computerikone für das neue Jahrtausend und sein revolutionäres Konzept, das auf Schnittstellen jenseits von USB, Modem und Netzwerk verzichtete, wies den Weg in Apples Zukunft.


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