Lisa macht Betriebssysteme grafisch
Allerdings hatte Steve Jobs schon die Zukunft im Auge: 1979 sah er sich den zu diesem Zeitpunkt bereits fünf Jahre alten Forschungsrechner Xerox Alto an : Er besaß eine grafische Benutzeroberfläche samt Maussteuerung . Jobs zögerte nicht lange und versuchte, das Konzept für den Apple-II-Nachfolger zu übernehmen.
Das Resultat war 1983 die Lisa. Der Name war laut Apple ein typisches Achtziger-Jahre-Akronym und stand für Locally Integrated Software Architecture. Aber wie es der Zufall wollte, trug auch Jobs 1978 geborene Tochter diesen Namen.
Das System verfügte tatsächlich über eine grafische Benutzeroberfläche samt Maus und ein Betriebssystem namens Lisa OS und war damit der erste kommerziell erhältliche PC, der über diese Technik verfügte. Das Problem: Lisa war mit einem Basispreis von 9.995 US-Dollar (heute rund 33.400 US-Dollar/28.800 Euro) unfassbar teuer, selbst für damalige Verhältnisse.
Der Rechner kam zudem in einen Markt, in dem die ersten IBM-PCs und zahlreiche Heimcomputer wie der Atari 400, der Sinclair ZX80 oder der C64 für deutlich schmalere Geldbeutel zu haben waren. Zudem gab es mächtige Konkurrenz aus dem eigenen Unternehmen: Der Apple II – gleichzeitig mit Lisa wurde der Apple IIe auf den Markt gebracht – war schon lange etabliert. Und dann geisterten in der Fachpresse auch noch Gerüchte über eine deutlich erschwinglichere Baby-Lisa mit ähnlichen Funktionen herum.
Der erste Mac reißt das Ruder rum
Diese Gerüchte sollten sich ein Jahr später bewahrheiten: Apple nahm Lisa vom Markt und präsentierte stattdessen den Macintosh , der das Lisa-Konzept neu dachte: günstigere Hardware, ein neues OS namens System, alles zusammengeschnürt in einem kompakten Komplettgerät. Der Mac war mit 2.496 US-Dollar (nach heutiger Kaufkraft rund 8.000 Dollar/6.900 Euro) deutlich günstiger als die Lisa und bot ein attraktives Gesamtpaket .
Das grafische Mac-System – später einfach MacOS – legte ganz nebenbei die Messlatte für andere Hersteller hoch: Commodore kopierte das Konzept mit Amiga DOS, Atari mit TOS, Microsoft knapp zwei Jahre später mit der ersten Windows-Version.
Was dann auch das Problem des Mac war: Im Vergleich zu anderen Heimcomputern war auch er zu teuer, der Mehrwert des neuen Bedienkonzepts erschloss sich anfangs vielen potenziellen Käufern nicht. Zumal nach wie vor der günstige Apple II mit Textoberfläche im Portfolio war.
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