Ein paar Worte zur Diskettenpflege

Ein Text über das Wiederherstellen von Daten auf alten Disketten wäre unvollständig ohne Hinweise, wie man Disketten am besten behandelt. Bisher haben wir uns mit Hardware, Werkzeugen und Techniken zum Lesen von Diskettendaten befasst, aber noch nichts über den Zustand der Disketten gesagt oder, was sie beschädigen kann.

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Vorab gesagt: Irgendeine Diskette in irgendein Laufwerk zu stecken, kann die Diskette beschädigen, vielleicht sogar irreparabel.

Es können folgende Probleme auftreten:

  • Die physikalische Oberfläche der Diskette kann sich so weit abnutzen, dass sie spröde oder klebrig ist.
  • Das Innere der Diskettenhülle kann spröde und verkratzt sein.
  • Auf der Oberfläche kann Schimmel sein.
  • Die Diskettenhülle und/oder die Scheibe können verbeult sein.

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Bei den Laufwerken kann es folgende Probleme geben:

  • Die Leseköpfe des Laufwerks sind verschmutzt oder verkratzt.
  • Interne mechanische Komponenten können verbogen oder verrutscht sein.
  • Auf der Scheibenoberfläche gibt es eine zu große Reibung.

Wenn es um seltene oder einzigartige Disketten geht, ist ein Mindestmaß an Sorgfalt erforderlich:

  • Ein gut getestetes Laufwerk verwenden, das keine Spuren auf den Disketten hinterlässt
  • Wenn die Diskette oder die Oberfläche sichtbar beschädigt, schimmlig oder schmutzig ist, Hilfe suchen. Es gibt zum Beispiel gute Hinweise zur Reinigung von Disketten (nur 3,5") in diesem Video.
  • Laufwerksköpfe vor dem Einlegen jeder neuen Diskette überprüfen und reinigen
  • (Dringend empfohlen) Ein versiegeltes oder Bubble-Head-Laufwerk wie das FB-502 nutzen, das weniger Reibung auf der Diskette erzeugt.

Mehr Informationen zur Konservierung von BBC-Micro-Disketten sind hier zu finden.

Und ein Warnhinweis, was beim Versuch, alte Disks zu lesen, schiefgehen kann:

  • Das Greaseweazle F7 Plus ist sehr stark im Auslesen von Disketten. Es kann aber nur das auslesen, was die Diskette ihm zur Verfügung stellt. (Bild: Chris Evans)
  • Eine Seite aus dem Handbuch des Laufwerks TEC FB-50x (Bild: Chris Evans)
  • Track 22 einer der Repton-3-Quellcode-Disketten (Bild: Chris Evans)
  • Diese Delle betrifft etwa zehn Spuren, einige davon stark. (Bild: Chris Evans)
  • Track 0 einer der Quellcode-Disketten von The Living Daylights (Bild: Chris Evans)
  • Mein TEC FB-502-Laufwerk ist mit Greaseweazle verbunden und an mein Siglent SDS 1104X-E-Oszilloskop angeschlossen. (Bild: Chris Evans)
  • Mitsubishi MF503 (Bild: Chris Evans)
  • Mitsubishi MF504C (Bild: Chris Evans)
  • TEAC FD-55FV (Bild: Chris Evans)
  • TEC FB-502 (Bild: Chris Evans)
  • Track 0 von Old McDonald's Farm (Bild: Chris Evans)
  • 0 und 1 drunter notiert (Bild: Chris Evans)
  • Das ist "00101100". (Bild: Chris Evans)
  • Eine Folie aus einer kürzlich gehaltenen Präsentation (Bild: Chris Evans)
  • Die wiederhergestellten Sektordaten aus The Living Daylights (Bild: Chris Evans)
  • Das ursprüngliche Signal ist oben zu sehen, die Korrekturen von Hand unten. (Bild: Chris Evans)
  • Hier kann man durchgucken. (Bild: Chris Evans)
  • Die gelöschten Bits haben eine Spur hinterlassen. (Bild: Chris Evans)
  • Das Signal auf den zerstörten Sektoren ist kaum auszumachen - zumindest nicht für Greaseweazle. Es ist eigentlich ein Wunder, dass die Bits noch da und wiederherstellbar sind. (Bild: Chris Evans)
  • Mr. Macdonald (Bild: Chris Evans)
Hier kann man durchgucken. (Bild: Chris Evans)

Erschreckenderweise ist ein Teil dieser Diskettenoberfläche durchsichtig, weil irgendwann die informationstragenden Oxidpartikel von der Kunststoffscheibe abgestreift wurden. Vielleicht hätte das verhindert werden können, wenn ein saubereres oder schonenderes Laufwerk verwendet worden wäre.

Was ist bloß mit der The-Living-Daylights-Diskette passiert?

Wir haben zwei Disketten, die auf genau die gleiche und sehr merkwürdige Weise beschädigt sind: eben die The-Living-Daylights-Diskette und Old Macdonald's Farm. In beiden Fällen hat das Überschreiben der Sektorinhalte sie kaputt gemacht.

Unsere erste Theorie dazu war, dass das Schreiblaufwerk falsch ausgerichtet war. Es kommt recht häufig vor, dass der Schreib-/Lesekopf des Laufwerks aus seiner Position gerät. Eine Auswirkung wäre, dass nicht mehr mittig auf der Spur geschrieben wird, was bei einem korrekt ausgerichteten Laufwerk zu Leseschwierigkeiten führen kann.

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Diese Theorie konnte aber ausgeschlossen werden, nachdem wir die Old-Macdonald's-Farm-Diskette genommen und ein Laufwerk manuell in beide Richtungen falsch ausgerichtet hatten, um nach einem besseren Datensignal zu suchen; es kam keines. Ein weiterer Schwachpunkt dieser Theorie ist, dass ein falsch ausgerichtetes Laufwerk Probleme haben dürfte, die Sektor-Header zu lesen, was den Schreibvorgang insgesamt verhindern würde.

Unsere derzeitige und passendere Theorie ist, dass das Laufwerk, die Verkabelung oder der Floppy-Disk-Controller-Chip in einer Weise fehlerhaft waren, die verhinderte, dass Schreibimpulse überhaupt wirksam wurden. Das bedeutet, dass jeder Schreibvorgang den Laufwerkskopf aktiviert hat, die magnetische Polarität aber nie wechselte. Am Ende fließt dann konstanter Strom durch den Schreibkopf, was auf den Sektor wie ein Löschvorgang wirkt.

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 Das ErgebnisWiederherstellungsprojekte für die Zukunft 
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splash42 14. Jul 2021

Disk 14 von 21: Lesefehler! Bitte zurück auf Los ...

Johannes321 07. Jul 2021

Du verstehst nicht - mir juckt es in den Fingern die Signalaufbereitung und Erzeugung im...

486dx4-160 07. Jul 2021

DOS-Spiel? Wahrscheinlich nur die FAT beschädigt. Einfach fsck.vfat (Linux), Scandisk...

Salzbretzel 06. Jul 2021

Ein guter Artikel weckt das Interesse des lesenden für ein Thema - was der Leser zuvor...



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