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Auch beim ZDF hört man irgendwann auf zu arbeiten.
Auch beim ZDF hört man irgendwann auf zu arbeiten. (Bild: Wikimedia-User: Marcus Cyron/CC-BY-SA 3.0)

4K UHD HDR: Das ZDF hat das Internet nicht verstanden

Auch beim ZDF hört man irgendwann auf zu arbeiten.
Auch beim ZDF hört man irgendwann auf zu arbeiten. (Bild: Wikimedia-User: Marcus Cyron/CC-BY-SA 3.0)

Eigentlich wollte ich mir ja die 4K-HDR-Berglandschaften des ZDF ansehen. Das geht nur leider nicht, weil der Sender Fernsehen mit Internet-Streaming verwechselt. Und die Verantwortlichen erwecken auch den Anschein, als verstünden sie die Technik noch nicht so richtig.
Ein IMHO von Sebastian Grüner

Als das ZDF vor einigen Wochen angekündigt hat, nach dem Testlauf vor einem Jahr nun auch Serien des Regelbetriebs in 4K-UHD samt HDR auszustrahlen, hab ich mir gedacht: Super! Nach unserem UHD-Test vor einem Jahr wollte ich sehen, ob nun auch endlich das normale Fernsehen eine optische Qualität liefern kann, die mit den Angeboten von Netflix, Amazon oder der UHD-Blu-ray mithalten kann. Auch wenn ich definitiv nicht die Zielgruppe für Bergretter und Bergdoktoren bin, Naturaufnahmen sind in HDR immerhin schön anzusehen. Doch aus dem Erlebnis wurde nichts, weil das ZDF irritierenderweise immer noch zwischen Fernsehen und Internet-Streaming unterscheidet und dabei auch noch einiges falsch macht.

Die letztlich erfolglose Suche nach dem ZDF-Inhalt begann mit dem Kürzel HbbTV. In der Ankündigung heißt es, dass die Serien in 4K UHD samt HDR über diese Technik verbreitet werden sollten, die für Hybrid Broadcast Broadband TV steht. HbbTV ist aus einer Zusammenarbeit verschiedener hauptsächlich europäischer Fernsehsender entstanden und bietet eine Art modernen Rückkanal und Zusatzinformation zusätzlich zum eigentlichen Fernsehinhalt. Übertragen werden die Informationen und Dienste, wie das Broadband im Namen verrät, über das Internet und nicht über das Fernsehsignal.

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Bei HbbTV werden lediglich minimale Inhalte zusätzlich zu dem Fernsehsignal übertragen, meist nur eine entsprechend kodierte URL. Diese wird dann vom Betriebssystem eines Smart TV verarbeitet, und die Zusatzinformationen oder auch der gesamte Stream werden über das Internet geladen. In der Erklärung des ZDF klingt das so: "Alles was Sie tun müssen, ist, Ihr TV-Gerät mit dem Internet zu verbinden, auf das ZDF umschalten und dann die rote Taste der Fernbedienung zu drücken. Sie gelangen so in die Start-Leiste, in der wir alle unsere HbbTV-Angebote zusammengefasst haben".

Ich habe Internet und brauche kein Fernsehen

Für mich ergibt sich daraus aber ein Problem: Ich empfange mit meinem Smart TV weder das ZDF noch überhaupt klassisches Fernsehen. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe. So habe ich keinen Kabelanschluss, an der Gemeinschaftsantenne im Haus beteilige ich mich nicht, eine Sat-Schüssel darf, kann und will ich nicht anbringen und eine Zimmerantenne für DVB-T ist auch alles andere als schön und praktisch.

Darüber hinaus gibt es ja außerdem für das lineare Live-Fernsehen noch Dienste wie Zattoo oder direkt die Livestreams der Mediatheken im Web. Die vielleicht 1 oder 2 Sekunden Verzögerung im Vergleich zu anderen Übertragungswegen sind mir als Nicht-Sport-Fan auch herzlich egal.

Hinzu kommt, dass ich mir ja extra ein Gerät für 4K-UHD-Inhalte mit HDR-Unterstützung gekauft habe und diese Inhaltequalität über die klassischen Verbreitungswege des Fernsehens sowieso nicht verfügbar ist. Genau deshalb wird ja auch bei HbbTV das Streaming per Internet umgesetzt. Und Dienste wie Netflix oder Amazon Prime Video, die solche Inhalte bieten, funktionieren ebenso nur über das Internet. Das klassische Fernsehen bietet mir für meine gewünschte Nutzung also keinen Mehrwert.

Schlimmer noch, die Verwendung von Funktionen wie HbbTV sind nicht nur potenziell Sicherheitslücken. So zeigten Forscher in diesem Jahr, wie Smart-TV-Geräte per HbbTV von außen übernommen werden können. Ebenso sind mir aus Sicherheitsperspektive mehr oder weniger schlecht gewartete Linux-Distributionen, die als Grundlage der Smart-TV-Systeme dienen, eher suspekt, weshalb ich mein Fernsehgerät auch lieber als Display an einem Rechner betreibe. Hier kann ich wenigstens davon ausgehen, dass das Betriebssystem ebenso wie der Browser als Tor zum Web und Internet langfristig gepflegt werden.

An derartige Überlegungen scheinen die Verantwortlichen des ZDF aber nur wenige Gedanken zu verschwenden, was eine kurze Presseanfrage an das ZDF bestätigt.

Kein 4K-UHD-Stream vom ZDF 

eye home zur Startseite
ijon_tichy 12. Dez 2017

Eben. Aber warum experimentiert man dann ausgerechnet mit HbbTV statt die UHD Streams...

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ZDF-Zuseher 12. Dez 2017

Ich bin auch kein ZDF-Zuschauer im Durchschnittsalter von 63 Jahren, sondern erst im...

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Third Life 12. Dez 2017

Was für Märchen und unsägliches Halbwissen das wieder ist. Bei mir gibts nichtmal bei...

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ZDF-Zuseher 12. Dez 2017

Eben, weil es im Internet nicht bereitgestellt werden kann. Beim Akronym ZDF steht ja...

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forenuser 12. Dez 2017

Aber auch für "die Zielgruppe" können Chromecast oder AFTV "gefrickel" sein. Mal davon...

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