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4G-Netz: Nokia testet Mobilfunknetz auf dem Mond

An Bord des Athena-Landers von Intuitive Machines befindet sich auch Nutzlast von Nokia . Die Firma baut damit das erste Mobilfunk -Netz auf dem Mond auf.
/ Patrick Klapetz
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Der Mapp-Rover ist für seine Reise auf dem Mond mit Antennen von Nokia ausgestattet. (Bild: Intuitive Machines, Nokia Bell Labs)
Der Mapp-Rover ist für seine Reise auf dem Mond mit Antennen von Nokia ausgestattet. Bild: Intuitive Machines, Nokia Bell Labs

Im Rahmen der Mission der Landefähre Athena soll auf dem Trabanten nicht nur ein Rechenzentrum landen, nach Wassereis gesucht und ein Kommunikationssatellit entsandt werden – geplant ist auch ein voll funktionsfähiges 4G-Mobilfunknetz von Nokia(öffnet im neuen Fenster) . Der Landeanflug des privaten US-Unternehmens Intuitive Machines soll am 6. März 2025 erfolgen.

Eine Punkt-zu-Punkt-Funkverbindung benötigt eine klare Sichtlinie zwischen Sende- und Empfangsantennen. Seit dem Apollo-Programm war dies immer das Rückgrat der Kommunikation an der Mondoberfläche und für die Verbindung zurück zur Erde.

Übergang in eine vollwertige Zellnetzarchitektur

Die Verwendung von Punkt-zu-Punkt-Funk im Weltraum war in der Vergangenheit kein großes Problem, da es nie so viele Punkte zu verbinden gab. Es war in der Regel nur ein einzelnes Raumschiff oder ein Lander oder Rover, die mit der Erde kommunizieren wollten. Damals wurden auch nur wenige Datenmengen übertragen.

Mit dem Artemis-Mondprogramm der US-Raumfahrtbehörde Nasa soll jedoch die menschliche Präsenz auf dem Mond in den 2030er-Jahren zu einem dauerhaft besuchten Lebensraum ausgebaut werden. Das benötigt eine vollwertige Zellnetzarchitektur, weswegen die Nasa bereits 2020 den Auftrag dafür an das finnische Unternehmen Nokia übertrug .

Spezielle Ware für den Mond

Die vollwertige Zellnetzarchitektur soll zu höheren Geschwindigkeiten in der Datenübertragung, einer besseren Reichweite und einer größeren Anzahl an Geräten, die gleichzeitig angeschlossen werden können, führen. Standardapparaturen kommen wegen der rauen Weltraumbedingungen nicht infrage.

Stattdessen entwickelte Nokia Komponenten, die gegen Strahlung, extreme Temperaturen und Vibrationen während des Starts, des Flugs und der Landung resistent sind. Bis auf die Antenne und die Stromquelle sind alle für ein Mobilfunknetz notwendigen Komponenten in einem einzigen Netzwerk in einer Box untergebracht.

"Wir haben die Antenne auf dem Lander, so dass sie zusammen mit der Box im Wesentlichen die Basisstation und den Turm bildet" , erklärt Thierry Klein, Präsident von Nokia Bell Labs Solutions Research in einer Pressemitteilung des MIT(öffnet im neuen Fenster) (Massachusetts Institute of Technology).

Erster Testlauf direkt nach der Landung

Nach der geplanten Mondlandung am 6. März sollen zwei Fahrzeuge die Landefähre Athena verlassen: der Micro-Nova Hopper (Grace genannt) von Intuitive Machines und der Mapp-Rover (Mobile Autonomous Prospecting Platform) vom US-Unternehmen Lunar Outpost . Beide Fahrzeuge sind mit dem Mondoberflächen-Kommunikationssystem LSCS (Lunar Surface Communication System) von Nokia ausgestattet.

Nach dem Verlassen von Athena soll Mapp seine Antenne ausfahren und die Verbindung zum Mobilfunknetz von Nokia auf Athena herstellen. Auch Grace soll alle seine gesammelten Daten über das Nokia-Netz an Athena senden.

Zwar konzipierte Nokia das System neu, um den Anforderungen auf dem Mond gerecht zu werden, jedoch nutzt es dieselbe 4G/LTE-Mobilfunktechnologie , die von Milliarden Geräten auf der Erde genutzt wird.

Das Netzwerk ist für die Verbindung zwischen dem Lander und den Fahrzeugen an der Oberfläche ausgelegt und überträgt hochauflösende Videostreams, Kommando- und Kontrollkommunikation sowie Telemetriedaten. Die Daten sollen vom LSCS über den Datenübertragungsdienst von Intuitive Machines direkt zur Erde weitergeleitet werden.


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