Oberon ist schneller oder langsamer als erwartet

Folgerichtig wird die Platine mit einer Singleslot-OEM-Variante der Radeon RX 550 ausgeliefert, einem auf Polaris basierenden Modell von 2017. AMD sagt, maximal wird eine Geforce GTX 1060 oder eine Radeon RX 590 unterstützt - wir konnten jedoch auch mit einer Geforce RTX 3080 Ti und einer Radeon RX 6900 XT booten.

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Eine weitere Besonderheit stellt der RAM dar, denn Steckplätze für Arbeitsspeicher fehlen. Stattdessen verbergen sich auf der Rückseite der Platine unter der metallenen Backplate sechs verlötete GDDR6-Bausteine, die 16 GByte Kapazität aufweisen (wie bei der PS5). Sie laufen mit einer Geschwindigkeit von 14 GBit/s, weshalb der 4700S aufgrund des 256-Bit-Interfaces theoretisch auf eine Transferrate von 448 GByte/s zugreifen kann.

Langsamer GDDR5 und reduzierter CPU-Takt

Unsere Messungen zeigen jedoch, dass im besten Fall nur 90 GByte/s davon ankommen - immerhin knapp das Doppelte dessen, was ein Ryzen 7 3700X mit DDR4-3200 an 128 Bit erreicht. Auffällig ist zudem, dass die RAM-Latenz bei sehr hohen 144 ns anstatt bei etwa 80 bis 90 ns liegt. Die Kombination aus der viel niedriger als gedachten Bandbreite und der wenig berauschenden Zugriffszeit schmälert die Performance, dazu gleich mehr.

Sonys Oberon-SoC nutzt acht Zen-2-Kerne mit 8 MByte L3-Cache (der normale Werte erreicht), womit der Chip einem Ryzen 7 4750G alias Renoir entspricht. Ein Ryzen 7 3700X hat ebenfalls acht Zen-2-Kerne, ist jedoch mit 32 MByte L3-Cache versehen. Der Basistakt der drei Modelle liegt bei 3,6 GHz - der 4700S kann bis auf 4 GHz boosten, die beiden Ryzen wiederum erreichen bis zu 4,4 GHz.

  • AMD 4700S Desktop Kit, Asus X570, 16 GByte RAM, RX 6900 XT, Win10 v21H1 (Bild: Golem.de)
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AMD 4700S Desktop Kit, Asus X570, 16 GByte RAM, RX 6900 XT, Win10 v21H1 (Bild: Golem.de)
CodenameKerneTaktL3-CacheiGPUSpeicherTDP
AMD 4700SOberon8C/16T3,6 GHz bis 4,0 GHz8 MBytedeaktiviert"GDDR6-14000"65 Watt*
Ryzen 7 4750GRenoir8C/16T3,6 GHz bis 4,4 GHz8 MByteVega8DDR4-320065 Watt
Ryzen 7 3700XMatisse8C/16T3,6 GHz bis 4,4 GHz32 MBytekeineDDR4-320065 Watt
Spezifikationen von AMDs 4700S *geschätzt
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Für die Benchmarks bedeutet das dreierlei: In Anwendungen, die sich weder um die Speicherlatenz noch die Transferrate scheren und primär mit Takt skalieren (wie Blender oder Cinebench), schneidet der 4700S bereits schlechter ab als der Ryzen 7 4750G. Ist obendrein die RAM-Zugriffszeit gefragt (etwa bei 7-Zip oder Microsoft Office 365), fällt der Chip der Playstation 5 teils drastisch zurück.

Zum Zocken taugt der 4700S wenig

Allerdings konnten wir zwei Szenarien ausmachen, die dem 4700S entgegenkommen: Die Simulation von Neuronen und Synapsen via Digicortex nutzt die hohe Bandbreite aus, sie sieht den 4700S vor dem Ryzen 4750G und sogar vor dem Ryzen 7 3700X. Das Berechnen der Zahl Pi im Arbeitsspeicher (In-Memory-Computing) per y-Cruncher erledigt der 4700S zumindest flotter als der 4750G; der 3700X liegt dank 32 MByte L3 dennoch vorne. So spannend diese Werte auch sind - beide Apps haben im Alltag der meisten Menschen keinerlei Relevanz.

Gaming hingegen ist ziemlich populär und dafür wurde der 4700S laut AMD nicht ausgelegt, was angesichts von PCIe Gen2 x4 für die Grafikkarte wenig überrascht. Gerade bei Spielen mit hohen Framerates, wo die Kommunikation zwischen Pixelbeschleuniger und Prozessor besonders wichtig ist, schneidet das Desktop Kit trotz durchaus guter CPU-Leistung schlecht ab. Nicht umsonst wird die Platine mit einer lahmen Radeon RX 550 ausgeliefert und AMD empfiehlt maximal Grafikkarten von vor fünf Jahren.

Auch bei der Leistungsaufnahme ist wenig Positives zu vermelden: Im Leerlauf mit einer Radeon RX 6900 XT messen wir satte 67 Watt, die Karte selbst macht davon nur 7 Watt aus. Unter Last mit Blender sind es 129 Watt, was ein idle/load-Delta von 62 Watt ergibt. Der Lüfter auf dem simplen Aluminium-Kühler muss mit enorm lauten 3.500 bis über 4.000 rpm drehen, um die APU auf knapp 90 Grad (Tdie) zu halten.

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 4700S Desktop Kit im Test: AMDs Playstation-5-Platine ist eine vertane ChanceAMD 4700S Desktop Kit: Verfügbarkeit und Fazit 
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rldml 27. Okt 2021 / Themenstart

Jain. Sowas würde wahrscheinlich im Vertrag zwischen zwei Unternehmen eine zentrale...

Trollversteher 25. Okt 2021 / Themenstart

Das konnte man damals auch bei deaktivierten Render-Kernen/Pipelines von NVIDIA Karten...

thecrew 20. Okt 2021 / Themenstart

Z.b. den 5500u als Desktop SOC (ist zwar ein Notebook Prozessor. Trotzallem kann er...

FlashBFE 18. Okt 2021 / Themenstart

Weil es zur Zeit schwierig ist, überhaupt einen kleinen lauffähigen Rechner zu diesem...

ms (Golem.de) 18. Okt 2021 / Themenstart

Gut, das mit Montag lasse ich gelten ^^

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