450 MHz: Behördenfunk will sein Tetra-Netz bei 28,8 KBit/s erweitern

Die Sicherheitsbehörden wollen ihr Tetra-Netz, das seit rund zehn Jahren Spitzenwerte von 28,8 KBit/s liefert, plötzlich ausbauen. Doch auch die Stadtwerke wollen die frei werdenden Frequenzen im 450-MHz-Spektrum haben.

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Technik beim BDBOS
Technik beim BDBOS (Bild: BDBOS)

Rund drei Monate nach Ende der 5G-Mobilfunkauktion hat ein neuer Streit um Funkfrequenzen begonnen. Für die im kommenden Jahr frei werdenden Frequenzen im 450-MHz-Spektrum hat neben der Energiewirtschaft nun auch der Betreiber des Digitalfunks für Einsatz- und Rettungskräfte Bedarf angemeldet. "Wir brauchen diese Frequenzen, um für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben und die Bundeswehr ein flächendeckendes und hochsicheres Basisbreitbandnetz sicherzustellen", sagte Andreas Gegenfurtner, Präsident der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS), im Gespräch mit Welt am Sonntag.

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Das BOS ist nach Angaben der Betreiber weltweit das größte Funknetz, das auf dem internationalen Tetra-Standard basiert. Im Jahr 2009 hatte der gesicherte Digitalfunk der Behörden eine Übertragungsgeschwindigkeit von 3 KBit/s zu bieten. Gegenwärtig ermöglicht der Funk Übertragungsraten von theoretisch maximal 28,8 KBit/s, dies entspreche "den modernen Anforderungen nicht ansatzweise", erklären die Betreiber. Mit den 450-MHz-Frequenzen will die Behörde ein bundesweites Basisbreitbandnetz aufbauen.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU), der für über 900 Stadtwerke spricht, sehen jedoch die Notwendigkeit einer sicheren Datenübertragungstechnik in der Energiewirtschaft als höher an. Wenn die Sicherheitsbehörden geltend machten, es gehe bei ihnen um Leben und Tod, dann sei das in der Energiewirtschaft inzwischen nicht mehr viel anders, heißt es bei den Frequenzbewerbern, zu denen das Stadtwerkekonsortium Versorgerallianz 450 gehört und die Firma 450connect, Tochtergesellschaft des größten niederländischen Strom- und Gasnetzbetreibers Alliander.

Die Energiewirtschaft kritisiert, dass die Sicherheitsbehörden nach der 450-MHz-Frequenz greifen, obwohl ihnen ja schon ein 700-MHz-Band zugewiesen wurde. Das könnten sie erst einmal ausbauen. Man habe schließlich die Erfahrung machen müssen, dass die Sicherheitsbehörden zehn Jahre gebraucht hätten, um ihr Tetra-Digitalfunknetz aufzubauen. So lange könne man nicht warten. Es seien "erhebliche Zweifel angebracht", dass die BDBOS der Energiewirtschaft bis Ende 2021 ein funktionsfähiges Netz zur Mitbenutzung zur Verfügung stellen könne.

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