Höhere Mathematik ist nicht gefragt

Das Spektrum der Themen umfasse im Gegensatz zu einer klassischen Hochschulausbildung für Informatik zwar "keine höhere Mathematik, aber alles, was man im praktischen Programmieralltag und als fortgeschrittener Software-Ingenieur braucht", erläutert Senges. Der Aufbau von Softwarearchitekturen und die Grundlagen des maschinellen Lernens gehörten etwa dazu.

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Laut dem Wissenschaftsrat des Bundes und der Länder sollte die Informatikforschung "immer öfter auch deren ethische, rechtliche, soziale und politische Implikationen einbeziehen". Das Thema liegt dem Leiter der Wolfsburger Institution nach eigenen Angaben "besonders am Herzen".

Er habe vor, hier das "klassische" 42-Angebot deutlich zu erweitern. "Wir brauchen so etwas wie einen Hippokratischen Eid für Technologen", fordert Senges. "Wir müssen Ethik in die technische Ausbildung bringen." Technologieentwickler sollten "Verantwortung für die Produkte und Dienste übernehmen, die sie schaffen".

Auch Diversität soll großgeschrieben werden. "Wir haben das klare Ziel, ein Zuhause für eine sehr heterogene bunte und tolerante Lern-Community zu werden", gibt der CEO der Institution als Losung aus. "Wir setzen zunächst alles daran, dass unsere Piscines mit fünfzig Prozent Frauenanteil starten." In der Werbung spielten daher weibliche Vorbilder wie Ada Lovelace eine wichtige Rolle. Zudem arbeite die Einrichtung etwa mit der ReDI-School für Geflüchtete zusammen.

Ideal für Hacker und Freigeister

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Der Wissensstand soll teils mit klassischen Instrumenten wie Klausuren, Examen und Noten geprüft werden. Dazu könne man bei Software-Projekten recht gut Spezifikationen und Funktionalitäten festlegen und testen lassen, zu einem erheblichen Teil sogar automatisiert, sagt Senges.

Ferner sei Peer-Feedback sehr wichtig - "wie im Arbeitsleben später ja auch", sagt Senges. Vieles habe eine spielerische Komponente: "An verschiedenen Stellen im Studium müssen die Studenten eine größere Entwicklungsaufgabe lösen, sogenannte End-Monster, um ins nächste Studienlevel zu kommen". Klassische Prüfer gibt es bei dem stark auf die Lernenden zentrierten Ansatz nicht: Die Studierenden arbeiten sich von einfacheren zu immer schwereren Projekten vor und steigen für jedes erfolgreich abgeschlossene Projekt in ihrem "42-Level" auf.

Insgesamt gibt es 21 Stufen. Ob ein Code die Spezifikationen erfüllt, wird zum größten Teil durch entsprechende Skripte geprüft. Zusätzlich geben die anderen Kursteilnehmer laufend Feedback. Der 42-Wolfsburg-Chef glaubt, dass das Programm vor allem Studierende anzieht, "die sich in akademischen, eher theoriebasierten und verschulten Angeboten nicht so zu Hause fühlen". Es richte sich sehr an "Hacker und Freigeister".

Kein Zertifikat, aber viel Praxis

Schon in den Gesprächen mit ersten Bewerbern sei ihm klargeworden: "Viele haben große Lust, in die Software-Entwicklung in der Automobilindustrie zu gehen." Da ändere sich gerade Grundlegendes durch autonomes Fahren und Elektromobilität. Konkret werde man zunächst in Wolfsburg und dann in allen 42-Schulen weltweit eine Spezialisierung im Bereich Software Engineering für automobile Ökosysteme vornehmen. Dabei solle es einen "klaren Drive in Richtung offene Standards und offene Plattformen" geben. Dies könne eine gute Basis sein, "um endlich das Internet of Cars zu schaffen", über das Fahrzeuge aller Marken miteinander kommunizierten und sich abstimmten.

An den wenig traditionellen Schulen erhalten die Absolventen am Ende kein staatliches Zertifikat. Dafür müssen sie laufend ihre praktische Kompetenz unter Beweis stellen. Berufliche Sorgen braucht sich wohl keiner der Abgänger machen. Ungefähr ein Drittel der Studierenden der bereits bestehenden 42-Schulen nimmt nach 8 bis 12 Monaten Unterricht und dem ersten Praktikum ein Jobangebot etwa beim Partner des Hauses an.

Die restlichen knapp 70 Prozent spezialisieren sich auf Bereiche wie Maschinenlernen, Spieleentwicklung und Security. Dafür investieren die Studierenden noch einmal ein bis drei Jahre, bevor sie dann das Abschlusspraktikum machen.

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 Mix aus Hogwarts und MIT Media Lab
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MrTridac 16. Dez 2020

Ja, offenbar.

samsky 14. Dez 2020

Wie jemand in einem anderen Thread hier schon erwähnt hat...

DX12forWin311 14. Dez 2020

Was soll denn ein frontend Entwickler oder ein Bug Hunter mit höherer Mathematik? Ist...

Oktavian 12. Dez 2020

Objekterkennung bei selbstfahrenden Autos ist nicht das einzige Problem, mit dem VW sich...



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