400 MBit/s: Telefónica und Huawei starten erstes deutsches 4.5G-Netz

Ein erstes Pilotnetz für den LTE-Standard 4.5G ist in Betrieb. Es sollen Datenraten bis zu 1,2 GBit/s erreicht werden. Laut Betreiber Telefónica und Huawei ist das Netz für Kunden noch nicht nutzbar.

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Telefonica-Sitz in München
Telefonica-Sitz in München (Bild: Telefonica)

Telefónica Deutschland und Huawei starten in München ein Pilotnetz mit dem Mobilfunkstandard 4.5G. Das gab der Netzbetreiber am 21. Juli 2016 bekannt. 4.5G-Technologie verspricht für die Mobilfunkkunden ab dem Jahr 2017 Geschwindigkeiten bis zu 1,2 GBit/s und sei ein wichtiger Zwischenschritt zu dem LTE-Nachfolger 5G.

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Mögliche Einsatzfelder für 4.5G sind Orte wie Bahnhöfe, Flughäfen, Stadien und Festivals mit vielen Nutzern und hohem Datenvolumen. Technologiepartner ist der Netzwerkausrüster Huawei, der das 4.5G-Pilotnetz in München errichtet hat, das den Münchner Norden rund um das Olympiagelände abdeckt. Das neue Netz ist noch nicht für Kunden zugänglich.

Erste Tests im 4.5G-Pilotnetz von Telefónica seien erfolgreich verlaufen. Im Livebetrieb des Versuchsnetzes steht zunächst eine Übertragungsrate von bis zu 400 MBit/s zur Verfügung. Die Datenrate werde in der Folgezeit kontinuierlich gesteigert.

In diesem Jahr hatten Telefónica und Huawei, unter Laborbedingungen bereits mobile Daten durch Bündelung von fünf LTE-Frequenzbändern mit bis zu 1,2 GBit/s zu übertragen.

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Michael Lemke, Senior Technology Expert bei dem Ausrüster Huawei, hatte Golem.de im April 2016 gesagt, dass 4.5G für Huawei das sei, was in der Standardisierung jenseits 3GPP Release 12 ablaufe, im Release 13/14 und dem LTE-Technologie-Pfad folge. "Es gibt mittlerweile den Standardisierungsbegriff LTE Advanced Pro, der jetzt offiziell von der 3GPP definiert wurde, als Nachfolger von LTE Advanced, dabei geht es um Themen wie Carrier Aggregation über dreifach, bis fünffach und High-MIMO jenseits von 4 X 4 und eine höhere Modulationsrate für die Luftübertragung, höher als 64 QAM. Die nächste Stufe wäre dann 256 QAM. Das sind die Bestandteile von 4.5G aus Huaweis Sicht", betonte Lemke.

Bei einer Kombination des verfügbaren Spektrums und höheren Übertragungsmodi als 2 X 2 MIMO, verknüpft mit 256 QAM, lasse sich mit dem verfügbaren Spektrum mehr als ein Gigabit pro Sekunde übertragen.

Die 4.5G Tests würden als technischer Trial durchgeführt, in den meisten Fällen als Labor-Trial, weil es noch keine kommerziellen Endgeräte dafür gebe. Ein Feldtest sei bisher nur mit einem spezifischen Test-Terminal von Huawei möglich.

Lemke:"Da holen wir also bereits aus 20 Megahertz Spektrum einen 600 MBit/s Durchsatz für eine Zelle heraus. Das reicht für HDTV, sogar für begrenztes UHD, mit nur einem Sender, den man dann für jeden Teilnehmer streamt. Und das ist tatsächlich eine Technologie, die im Moment, also schon vor 5G genutzt werden kann."

LTE sei eine sehr robuste und eine relativ beherrschbare Technologie. Es sei erst dann schwierig geworden, als sie mit 2G, 3G oder Smartphones kombiniert werden musste.  

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