40 Jahre ZX Spectrum: Trotz Gummitastatur zum Erfolg

Der ZX Spectrum ist klein, preiswert und leicht zu bedienen. Für Sinclair war der Computer ein Glücksgriff, der den Niedergang des Unternehmens aber nicht verhinderte.

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Der ZX Spectrum von Sinclair
Der ZX Spectrum von Sinclair (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

"Reduziert" ist das erste Wort, das einem einfallen dürfte, sieht man sich den ZX Spectrum heute an. Denn der 40 Jahre alte Rechner ist eigentlich nicht mehr als eine Tastatur, zumal eine Gummitastatur, auf der sich auch noch schlecht tippen lässt.

Inhalt:
  1. 40 Jahre ZX Spectrum: Trotz Gummitastatur zum Erfolg
  2. Sehr erfolgreicher Spielerechner

Dennoch war er in den 80ern ein großer Erfolg für den britischen Hersteller Sinclair Research, der den ZX Spectrum am 23. April 1982 präsentierte. Der ZX Spectrum war der dritte Heimcomputer des Unternehmens auf Basic-Basis. Vorausgegangen waren der ZX80 aus dem Jahr 1980 und der ZX81 aus dem Jahr 1981 - beides erfolgreiche Heimcomputer, die mit Preisen unter 100 Pfund äußerst erschwinglich waren. Auch der ZX Spectrum verwendete Zilogs Z80-Prozessor und wie die Vorgängermodelle war der Rechner gemäß Clive Sinclairs Leitidee aufgebaut: möglichst einfach, möglichst preiswert.

Anders als seine Vorgänger konnte der ZX Spectrum Farben abbilden und hatte eine verbesserte (aber immer noch furchtbare) Tastatur - vor allem jedoch war auch dieser Computer günstig. Firmengründer und Chef Clive Sinclair wollte mit seinen Heimcomputern das untere Preissegment bedienen, was auch mit dem ZX Spectrum gut funktionierte: Insgesamt wurden bis zur Einstellung der unterschiedlichen Modelle im Jahr 1992 fünf Millionen Einheiten produziert.

Der ZX Spectrum mit 16 KByte Speicher kostete bei der Markteinführung nur 125 Pfund. Inflationsbereinigt entsprach das 2021 ungefähr 470 Pfund, also umgerechnet 566 Euro. Das Modell mit 48 KByte Speicher kostete 175 Pfund, inflationsbereinigt knapp 660 Pfund (umgerechnet fast 800 Euro). Zum Vergleich: Der Commodore C64 kostete zum Marktstart 1982 in den USA 600 US-Dollar, was 2021 inflationsbereinigt fast 1.700 US-Dollar und damit 1.575 Euro waren.

Nur preislich eine Konkurrenz zum C64

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Dieser Preisunterschied war für Nutzer attraktiv, machte sich aber natürlich in der Leistung bemerkbar: Der ZX Spectrum hatte verglichen mit dem C64 eine deutlich schlechtere Grafik, bei der in einem Block von 8x8 Pixeln nur zwei Farben dargestellt werden konnten - eine für den Vordergrund, eine für den Hintergrund. So wurde aus der Auflösung von 256 x 192 Pixeln effektiv ein Farbraster von 32 x 24 Blöcken. Der ZX Spectrum konnte acht Farben darstellen, jede Farbe in einer hellen und einer dunklen Variante.

  • Der ZX Spectrum von Sinclair hat ein markantes Design und wenig komfortable Gummitasten. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Die Tasten haben mitunter sechs Belegungen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Unser Modell hat 48 KByte Speicher. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Der ZX Spectrum wandelte ein Composite-Signal in ein RF-Signal um - durch eine kleine Modifikation kann man den besseren Composite-Output direkt anzapfen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Der ULA-Chip nahm dem Z80 einige Arbeit ab, weshalb de ZX Spectrum trotz gleicher Taktzahl flotter als seine Vorgänger ist. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • In der Mitte: der Zilog Z80 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Der ZX Spectrum mit geöffnetem Gehäuse (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Der ZX Spectrum von Sinclair hat ein markantes Design und wenig komfortable Gummitasten. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Sprites beherrschte der ZX Spectrum nicht, das Bild konnte nur über einen RF-Modulator ausgegeben werden. Sinclair Research ging davon aus, dass Käufer keinen separaten Monitor kaufen, sondern den Computer einfach an einen Fernseher anschließen wollen - ein cleverer Schachzug, der allerdings eine weniger gute Bildqualität bedeutete. Wer das bessere Composite-Signal verwenden möchte, kann den RF-Modulator einfach überbrücken - ein Eingriff, der auch wieder rückgängig gemacht werden kann.

The A500 Mini

Die Grafik der Spiele auf dem ZX Spectrum kann mit der gleicher Titel auf dem C64 nicht mithalten: Es überwiegen schwarze Hintergründe mit grellen Farben, häufig gibt es den sogenannten Attribute Clash - eine Abbildungsschwäche, die aus der Limitierung herrührt, dass pro 8x8 Pixel nur zwei Farben angezeigt werden können. Der ZX Spectrum hatte zudem einen wesentlich schlechteren Sound als der C64 und weniger Zubehör. Der Sound aus dem einzelnen im ZX Spectrum verbauten Lautsprecher ist quäkig, es kann nur eine Stimme wiedergegeben werden.

Sinclair Research verbaute aus Kostengründen möglichst wenige Bauteile. Die Speicherbausteine in der 48-KByte-Version des ZX Spectrum waren defekte 64-KByte-Chips, bei denen die kaputte Speicherbank deaktiviert wurde. Die Tastatur besteht aus einer Folie, auf die Gummitasten montiert sind. Diese haben keinen nennenswerten Anschlag und eignen sich entsprechend nur sehr schlecht dazu, längere Texte zu schreiben.

Anschlüsse für Joysticks hat der ZX Spectrum nicht, es gibt neben dem TV-Ausgang lediglich einen Audio-Ein- und -Ausgang für einen Kassettenrekorder, um Programme zu laden und zu speichern, den Netzanschluss sowie einen Anschluss für externe Zubehörmodule.

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Sehr erfolgreicher Spielerechner 
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Crass Spektakel 02. Mai 2022

Vorweg, ich habe mit einem CBM3032 angefangen und ihn ab 1980 fast täglich benutzt...

Trollversteher 26. Apr 2022

Öhm, der ZX Spectrum war ein idealer Kandidat für Nachbau, weil man auf "Sperenzchen...

MotzenAusLeiden... 23. Apr 2022

kwt.

xPandamon 23. Apr 2022

Ich hatte mir damals für PS Vita "Life of Pixel" geholt. Nette Homage an diverse alte...



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