Connery war einer von mehreren großen Namen

Sean Connery war ein großer Name, auch wenn der ehemalige 007 damals gerade in einem Karrieretief steckte. Da der Film sonst aber nur einen unbekannten Jungen und eine Riege kleinwüchsiger Darsteller hatte, befand man, dass die Nebenrollen mit großen Namen besetzt werden sollten, um den Film besser vermarktbar zu machen.

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Palin wollte eigentlich selbst Robin Hood spielen, O'Brien wollte jedoch John Cleese. Überhaupt wollte er gerne alle Pythons im Film, aber die waren wenig erpicht darauf. Schon Jabberwocky war in vielen Ländern als Monty-Python-Film vermarktet worden, obwohl er es gar nicht war. John Cleese wollte man für den Film, weil er auch international der Bekannteste der Truppe war. Als er schließlich Robin Hood wurde, übernahm Michael Palin eine andere Rolle.

Cleese drehte nur zwei Tage in Epping Forest, der für den Sherwood Forest herhalten musste. Die ideale Länge, um an einem Film zu arbeiten, wie Cleese befand: "Der erste Tag macht Spaß, am zweiten ist man schon zur Teestunde unendlich gelangweilt."

In weiteren Rollen agieren Ian Holm als mit seiner Größe hadernder Napoleon und Ralph Richardson als Gott. Der nahm seine Rolle so ernst, dass er mit Rotstift im Skript einige Dialoge mit der Bemerkung "Das würde Gott nicht sagen" versah. Für den Gegenpart des Teufels verpflichtete man David Warner.

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Einige Szenen mussten während der Dreharbeiten gestrichen oder verändert werden, weil sie zu kostenaufwendig geworden wären. Die Szenen mit Connery mussten innerhalb von 14 Tagen im Kasten sein. Aus steuerrechtlichen Gründen konnte er nicht länger bei dem Film mitmachen. Darum fehlt Agamemnon im großen Finale, in dem er heldenhaft hätte sterben sollen.

Connery regte aber schon beim ersten Treffen mit Gilliam an, dass er am Ende des Films als einer der Feuerwehrmänner zu sehen sein sollte, die den Jungen aus dem brennenden Haus retten. Dafür hatte Connery einen halben Tag, als er nach England kam, um verschiedene Meetings wahrzunehmen. Dazwischen drehte man die kurze, finale Szene, die dem Film einen schönen Schlussmoment verleiht.

Probleme bei der Nachproduktion

Die Dreharbeiten verliefen recht problemlos. Als der Film geschnitten wurde, begannen jedoch die Grabenkämpfe. Gilliam bestand darauf, dass die Szene mit dem Tod der Eltern des Jungen am Ende enthalten war. O'Brien fürchtete jedoch, das würde das Publikum vergraulen, weil kein Kinderfilm so etwas je getan hatte. Aber das war nach Gilliams Meinung der Punkt.

Es wurde ein Testscreening mit Kids angesetzt, die danach befragt wurden. Der Tenor: Die Szene, in der die Eltern in die Luft fliegen, war cool.

Danach gab es Streit um die Musik. O'Brien wollte nicht nur George-Harrison-Kompositionen, sondern Songs, die in Richtung Schneewittchen und die sieben Zwerge gingen. Gilliam setzte sich durch - mit einer Ausnahme. Beim Abspann gibt es einen George-Harrison-Song, dessen Text direkt auf Gilliam abzielte. Er brachte zum Ausdruck, dass der Ex-Beatle dachte, der Regisseur schulde ihm und Denis O'Brien eine Entschuldigung.

Time Bandits bei Amazon Prime Video

Denn Gilliam war zu keinerlei Kompromissen bereit. Er drohte sogar, das Negativ des Films zu zerstören. Entsprechend war Time Bandits auch die einzige Zusammenarbeit von Terry Gilliam und Handmade Films (Lesetipp: Very Naughty Boys - The Amazing True Story of HandMade Films).

Time Bandits startete im Juli 1981 in Großbritannien und im November 1981 in den USA. In Deutschland musste man bis zum 18. März 1982 warten. Der Film mit dem Fünf-Millionen-Dollar-Budget spielte allein in Großbritannien und den USA mehr als 42 Millionen Dollar ein. Er war auch im Rest der Welt erfolgreich und lief im Heimkinosegment ebenfalls sehr gut.

Time Bandits ist ein zeitlos schöner, unglaublich verspielter, von purer Imagination getragener Fantasy-Film, der auch vier Jahrzehnte später nichts von seinem Reiz verloren hat. Eine neue Edition des Films als Mediabook mit umfangreichem Bonusmaterial erscheint am 15. April von Pandastorm.

Mitte der 1990er Jahre wollte Gilliam ein Sequel angehen, der Tod einiger der kleinwüchsigen Stars sorgte jedoch dafür, dass die Fortsetzung gestoppt wurde. Die Time Bandits aber leben fort, denn Taika Waititi produziert für Apple TV+ eine Fernsehserie, bei der er die Pilotfolge auch schreiben und inszenieren wird. Terry Gilliam ist als Produzent an Bord.

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 40 Jahre Time Bandits: Terry Gilliams zeitlos schöner Fantasyfilm
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Der Korrektor 20. Mär 2022

Aber am besten: "Tot? - Kein Grund sich vor der Arbeit zu drücken."

MuhLu 20. Mär 2022

Da Golem eine deutsche Seite ist finde ich es schon nachvollziehbar dass es auch um den...

carcorpses 19. Mär 2022

Zu Zeiten wie mein Vater die Videothek stürmte und ich alles mit anschauen durfte weil...

Tfis 18. Mär 2022

Ein Film, der heute wohl nicht mehr gedreht werden dürfte.



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