Eine späte Kontroverse
Die weibliche Hauptrolle ging an Ally Sheedy, mit der John Badham schon bei Wargames zusammengearbeitet hatte. Früh besetzt wurde auch der damals noch weitgehend unbekannte Fisher Stevens, dessen Besetzung aus heutiger Sicht fragwürdig ist.
Ein Weißer spielt einen Inder
Stevens spiel Ben Jabituya, aber die Rolle war ursprünglich nicht als Inder vorgesehen. Tatsächlich sollte die Figur ein weißer Amerikaner sein, aber dann sah John Badham Beverly Hills Cop und mochte, wie Bronson Pinchot dort den nervigen französischen Shop-Besitzer zum Besten gab. Die Idee kam auf, Ben auch aus einem anderen Land kommen zu lassen, um so einen Außenblick auf amerikanische Gepflogenheiten werfen zu können. Die Figur sollte aus Indien kommen, aber Stevens war bereits besetzt.
Badham wollte ihn nicht ersetzen, weswegen das Make-up-Team gefragt war, ihn mit bräunlichem Make-up dunkelhäutiger erscheinen zu lassen. Zudem trug er dunkle Kontaktlinsen, ließ sich einen Bart wachsen und sprach in einem klischeehaften, völlig überzogenen Akzent – etwas, das die Synchronisation übernahm.
Damals dachte sich in Hinblick auf Whitewashing, also das Besetzen von ethnischen Rollen mit weißen Schauspielern, und rassistischen Stereotypen kaum jemand etwas. 40 Jahre später sieht das anders aus. Stevens hat mehrmals in Interviews erklärt, dass er es bedauere, die Rolle gespielt zu haben.
Er sagte zwar, dass er den Film liebe und auch die Arbeit daran geliebt habe(öffnet im neuen Fenster), dass er aber heutzutage eine solche Rolle nicht mehr annehmen würde. Auch John Badham brachte sein Bedauern zum Ausdruck, damals einen nicht-indischen Schauspieler besetzt zu haben.
Stevens war in der Rolle so überzeugend, dass nicht wenige dachten, es handele sich um den Bollywood-Schauspieler Javed Jaffrey. Der Komiker Aziz Ansari wiederum erzählte in der New York Times im Jahr 2015, dass es für ihn großartig war, eine indische Figur in einer Hauptrolle zu sehen.
"Diese Art von Repräsentation hatte starke Wirkung auf mich", sagte er, insbesondere beim zweiten Teil, in dem Ben die eigentliche Hauptfigur wird. Umso bitterer war es für ihn herauszufinden, dass kein Inder die Rolle gespielt hatte. Er trat sogar mit Fisher Stevens in Kontakt und sagte später(öffnet im neuen Fenster): "Nach einem langen Gespräch kann ich bestätigen, dass Mr. Stevens kein Bösewicht ist. Als er die Rolle annahm, war er vielmehr ein wohlmeinender, wenn auch etwas fehlgeleiteter junger Schauspieler, der in einer kulturell deutlich unsensibleren Zeit einen Job brauchte."
Ein solider Erfolg
Der im September 1985 gedrehte Film erwies sich an der Kinokasse als erfolgreich. Bei einem Budget von 15 Millionen US-Dollar spielte er alleine in den USA 40 Millionen ein(öffnet im neuen Fenster).
Weit erfolgreicher war er danach jedoch im Heimkinosegment, was auch dazu führte, dass mit Nummer 5 gibt nicht auf ein Sequel produziert wurde, das 1988 in die Kinos kam.
Nummer 5, der sich mittlerweile Johnny nennt, kommt hier in die Stadt und wird von Kriminellen manipuliert. Weder John Badham noch Steve Guttenberg und Ally Sheedy waren hier dabei, nur Fisher Stevens konnte verpflichtet werden. Der zweite Teil hat aber nur wenig vom Charme des Originals und wurde zum Flop.
Aus heutiger Sicht ist Nummer 5 lebt! sehr einfach gestrickt. Er folgt einem vorhersehbaren Muster und setzt vor allem auf die Komik, während das ursprüngliche Drehbuch einen eher ernsthaften Film ergeben hätte.
Der Humor macht den Film jedoch auch heute noch sehenswert, selbst wenn die eigentlich spannende Frage nach künstlicher Intelligenz und was es braucht, um als "lebendig" qualifiziert zu werden, nur angerissen wird. Aber auch das ist ein Aspekt des Films, der ihn heutzutage interessant macht.
In den Neunzigerjahren lief der Film im Privatfernsehen häufig, heute ist er seltener zu sehen. Eine DVD- und Blu-ray-Auswertung gab es, beide Medien sind aber längst out-of-print und teuer geworden. Erstaunlicherweise gibt es den Film auch nicht im Streaming, nur das Sequel findet man bei verschiedenen Streaminganbietern.
Wer noch mehr über Nummer 5 lesen möchte, sollte sich John Badhams Blick und Bewegung ansehen.
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