Profitrick für M.U.L.E.-Einsteiger
Ich selbst bin in den ersten Runden an keinem der Bonusgrundstücke interessiert, biete jedoch trotzdem immer fleißig mit. Warum? Logisch, um den Preis künstlich nach oben zu treiben und meine Kontrahenten so gut wie möglich zu schröpfen!
Ergo schiebe ich die Käuferlinie selbst voran, nur um kurz vor Ende des Zeitlimits einen Rückzieher zu machen und dem unmittelbar unter mir stehenden Gegner den Vortritt zu überlassen. Gemein, aber effektiv ...
Nach jeder Runde wird abgerechnet und der aktuelle Gesamtpunktestand aus Geld, Landbesitz sowie Warenbestand berechnet. Im direkten Vergleich lande ich in den ersten fünf Runden auf dem letzten Rang und kann mich erst in der sechsten immerhin einen Platz nach oben arbeiten.
Ausgerechnet in der siebten Runde rächt sich mein Verhalten bei den Grundstücksauktionen und der Computer macht selbst in der letzten Sekunde einen Rückzieher. Die Konsequenz: Ich habe versehentlich ein Stück Land gekauft, das ich gar nicht wollte – und dies zu einem völlig überteuerten Preis.
Schlimmer noch: Ich habe direkt danach derart wenig Kohle im Portemonnaie, dass ich mir nicht einmal mehr einen M.U.L.E. leisten kann und meine beiden neuen Grundstücke für eine Runde ungenutzt bleiben.
Zum Glück erhole ich mich schnell von dem Fehler und kann den Anschluss zu zwei meiner Kontrahenten halten. Nur der grüne Gegner setzt sich immer weiter ab und verdient sich dank seiner zahlreichen Erzminen eine goldene Nase.
Ich hingegen versuche so gut es geht meinen Warenaustoß zu erhöhen und nebeneinanderliegende Grundstücke mit den gleichen M.U.L.E.-Sorten zu bestücken, weil dies laut Anleitung die Produktion leicht verbessert.
Erst ab der zweiten Spielhälfte versuche ich, mich genau wie die Konkurrenz auf den Abbau von Erzen zu konzentrieren, und reduziere im Umkehrschluss meine Energie- sowie Essensproduktionsstätten auf ein Minimum.
Am Ende wird es zwischen meinen Kontrahenten derart knapp, dass ich in der vorletzten Runde noch auf dem letzten Platz lande und im kurz darauf stattfindenden Finale auf den zweiten Rang klettere – quasi wie in einem spannenden Fotofinish!
Fazit: Immer wieder eine Runde wert
Auch wenn ich erneut nur gegen eine generische Computer-KI gekämpft, in jeder Runde grob die gleichen Züge vollzogen und schlussendlich etwas Glück gehabt habe: Der Trip in die Vergangenheit hat richtig viel Spaß gemacht.
M.U.L.E. sollte man nicht als vollwertiges Computerspiel betrachten, dazu wirkt es dann doch zu altbacken und karg. Aber es hat einen herrlichen Brettspielcharme, der ohne die Technik eines Computers nicht funktionieren würde.
Passend dazu hat der komplette Spielverlauf nur eine Stunde gedauert, weshalb man M.U.L.E. problemlos für eine Runde zwischendurch verwenden kann. Und so oft, wie ich den Klassiker während der letzten 40 Jahre immer wieder mal gespielt habe, bin ich mir ziemlich sicher: Heute war nicht das letzte Mal.
Mitarbeit: Benedikt Plass-Fleßenkämper