40 Jahre Die Rückkehr der Jedi-Ritter: Konfusion im Sand und ein erkälteter C-3PO

Nach dem Erfolg des zweiten Star-Wars-Films, der mit einem harten Cliffhanger endete, wartete die Welt gespannt auf den Abschluss der Trilogie. Würde man Han Solo retten können? Unklar war das lange vor allem deswegen, weil sich erst zeigen musste, ob Harrison Ford wieder mitspielen würde. Eine andere wichtige Frage: War Darth Vader wirklich Lukes Vater? Selbst Vader-Sprecher James Earl Jones glaubte, dass der Schurke log - bis er das Skript zu Die Rückkehr der Jedi-Ritter las.
Kurz nach der Premiere von Episode V begann man aktiv mit der Entwicklung des dritten und letzten Teils der Star-Wars -Trilogie. Zuerst sollte der Film Revenge of the Jedi(öffnet im neuen Fenster) heißen, in den frühen Outlines war auch noch vieles andere anders als im fertigen Film - so gab es einen Moff namens Jerjerrod, der hoch in der Gunst des Imperators stand und mit diesem gegen Vader paktierte. In dieser frühen Outline wird auf dem Planeten der Ewoks auch eine riesige Laserkanone gebaut, mit der die Rebellen planen, den Todesstern anzugreifen.
Das Drehbuch wurde lange nicht fertig. Die Vorproduktion lief schon auf vollen Touren und Regisseur Richard Marquand war auch schon angeheuert. Es waren aber auch andere in Betracht gezogen worden: Lewis Gilbert, Mike Newell, Peter Weir, Alan Parker, Bruce Beresford, Peter Yates, John Hough und sogar David Lynch .
Später gab es noch weitere Kandidaten, darunter John Carpenter, Richard Donner, Desmond Davies, Hugh Hudson und Terry Gilliam. Gesucht wurde ein Regisseur, der sich auch unterordnen konnte, da alles George Lucas' Vision dienen musste. Am Ende lief es auf Lynch und Marquand hinaus. Lucas favorisierte Lynch und bot ihm den Job an, der lehnte aber ab und entschied sich stattdessen für Dune .
Somit wurde es also Marquand - ein Mann, der einen eigenen visuellen Stil hatte, der aber auch wusste, wie man mit einem vorgegebenen Budget arbeitete, da er auch fürs Fernsehen aktiv gewesen ist. Im Mai 1981 wurde er als Regisseur offiziell genannt.
Ewoks statt Wookiees
Die Dreharbeiten sollten im Herbst 1981 beginnen, letztlich verzögerte sich das aber etwas. Es wurden Kreaturen entwickelt und erhielten ihr endgültiges Design, Sets wurden gefertigt, Drehorte gesichert. Mit Lawrence Kasdan war der Autor des zweiten Teils zurückgekehrt.
Als es an der Zeit war, das Shooting Script zu finalisieren, trafen sich Lucas, Kasdan, Marquand und Produzent Howard Kazanjian und sprachen zwei Wochen lang darüber. Jedes Gespräch wurde aufgezeichnet und Kasdan machte sich dann ans Schreiben.
Bis dahin hatten sich einige Änderungen ergeben. Die größte: Aus Wookiees wurden Ewoks.
Konfusion im Sand und ein erkälteter C-3PO
Die Dreharbeiten starteten am 11. Januar 1982. Da sich die Location-Shoots am ersten Tag bei den beiden vorherigen Filmen als katastrophal erwiesen hatten, legte man dieses Mal im Studio los. Genauer: in den Elstree Studios in England.
Die erste Szene, die gedreht wurde, war eine, die im Film dann gar nicht vorkam: Nach der Rettung von Han Solo besteigen die Helden inmitten eines Sandsturms den Millennium-Falken.
Auf der Bühne 2 wurde der Sand hochgewirbelt, die Ventilatoren waren laut, kaum jemand verstand was. Sehen konnte man auch nicht viel und die Szene musste mehrmals gedreht werden, weil Anthony Daniels in seiner C-3PO-Maske nicht viel sah und aus der Szene herausspazierte, während R2-D2 überall hinfuhr, nur nicht dorthin, wo er sein sollte.
Danach wurden am 12. und 13. Januar Szenen in Jabbas Palast gedreht, bevor es am 14. und 15. Januar ins Ewok-Dorf ging. Etwa zu der Zeit wurde auch ein neuer Imperator besetzt. Alan Webb war vorgesehen, wurde jedoch krank.
Kurzfristig musste man neu besetzen und fand Ian McDiarmid - letztlich eine glückliche Fügung, da Webb im Juni 1982 verstarb, McDiarmid die Rolle aber auch in den Prequels spielte. Für Anthony Daniels war es auch nicht leicht: Er hatte die schlimmste Erkältung seines Lebens und konnte sich im C-3PO-Kostüm stundenlang nicht die Nase putzen.
Vom 25. Januar bis zum 5. Februar wurden die Szenen in Jabbas Thronraum gefilmt. Besonders herausfordernd war Jabba selbst, da drei Leute notwendig waren, damit sich der Crime-Lord überhaupt bewegen konnte. Die Dreharbeiten waren schwieriger als gedacht - vor allem für Marquand.
George Lucas mischt mit
Denn da der zweite Teil Budget und Drehzeit überzog, war George Lucas diesmal aktiv am Set und mischte sich entsprechend ein. Was immer Marquand tat, er musste es sich absegnen lassen. Carrie Fisher wiederum hasste das Sklaven-Outfit , das man ihr für die Szenen in Jabbas Palast und beim Kampf auf dessen Barke verpasst hatte.
Vom 22. bis 24. Februar wurden Szenen im Todesstern gedreht - hierfür kam auch Sebastian Shaw ans Set. Er war für nur einen Tag gebucht und spielte Darth Vader, als Luke diesem die Maske abnimmt. Als die Szene gedreht wurde, hatte Howard Kazanjian eine Idee.
Er schlug sie Lucas vor: Wie wäre es, wenn am Ende des Films nicht nur die Macht-Geister von Obi-Wan Kenobi und Yoda, sondern auch der von Anakin Skywalker zu sehen wäre? Lucas dachte einen Tag darüber nach und entschied sich dann dafür. Für diese Szene kehrte Shaw am 2. März 1982 zurück. Lucas selbst inszenierte die Aufnahme mit Shaw, die ohne Alec Guinness stattfand. Beide Aufnahmen wurden später für den Film kombiniert.
Codename Blue Harvest
Die Außenaufnahmen fanden wieder in den USA statt. Zwischen dem 1. und dem 12. April wurde in Yuma, Arizona, der Kampf gegen Jabbas Schergen nahe dem Schlund des Sarlaacs gedreht.
Man drehte im Redwood National Park(öffnet im neuen Fenster) in Kalifornien, der für Endor herhalten musste. Die gigantischen Riesenbäume waren perfekt dafür. Ohnehin wollte Lucas schon lange dort drehen, aber beim zweiten Teil sah er dafür keine Möglichkeit.
Auch im Death Valley National Park, in Blue Canyon in Arizona und in nahen kalifornischen Städten, darunter Crescent City, wurde der Film, der während der Produktion nur den Fake-Titel Blue Harvest trug, gedreht. Die Dreharbeiten endeten am 20. Mai 1982.
Danach begann die Arbeit von Industrial Light & Magic. Dabei wurde auch entschieden, dass der Rancor keine Stop-Motion-Figur sein sollte. Lucas wollte einen Man-in-Suit, aber das Ergebnis sah nicht gut aus.
Man setzte auf eine Puppe, die im japanischen Bunraku-Stil mit Stäben bewegt wurde - dazu kam Phil Tippetts ursprüngliches Design, das gleich erkennen ließ, dass hier kein Mensch in einem Anzug steckte.
Deutscher Kinostart am 9. Dezember 1983
Matte Paintings wurden angefertigt, Effektszenen abgeschlossen. Die Musik musste eingespielt werden, zuvor mussten aber auch zwei Songs entwickelt werden - einer in der Sprache der Hutten, der andere in der der Ewoks.
Der Film kam am 25. Mai 1983 in die US-Kinos. In Deutschland begann wieder das lange Warten, bis die Jedi-Ritter am 9. Dezember 1983 endlich zurückkehrten. Am 14. März 1997 kam die Special Edition mit neuen Effekten in die US-Kinos, wenige Wochen später, am 24. April 1997, waren dann auch die deutschen Kinos dran.
Für einige Fans enttäuschend
Knapp drei Jahre später kam der Film als VHS-Kassette in die Videotheken. Als Verkaufskassette wurde er erst 1991 veröffentlicht - und das dann noch in Pan&Scan(öffnet im neuen Fenster) , also Vollbild. Erst 1993 gab es den Film als Widescreen-Release. Die DVD erschien am 17. Mai 2005, die erste Blu-ray folgte am 5. November 2015. Seit dem 30. April 2020 gibt es den Film erstmals als UHD.
Obwohl ein schöner Abschluss, war der Film für einige doch enttäuschend. Das mag auch an den niedlichen Teddybären, den Ewoks, gelegen haben, die als Wookiee-Ersatz nur bedingt funktionieren.
Aber sie funktionieren innerhalb der Geschichte - und zeigen sich im großen Schlusskampf gegen die imperialen Sturmtruppler auch als sehr erfindungsreich.
Das Ende leitet dann auch das Aus für das Imperium ein, auch wenn es mit der Vernichtung des zweiten Todessterns und des Tods des Imperators natürlich nicht gänzlich von der Bildfläche verschwunden ist.
Damals dachten Fans noch, George Lucas würde in dem etablierten Turnus weitermachen und 1986 den nächsten Film präsentieren, doch der Schöpfer des Sternenkriegs war dessen ein wenig überdrüssig geworden. Es dauerte 15 Jahre, bis der nächste Teil der Saga kommen sollte.



