3i Infrastructure: Eigner sieht fehlende Finanzierungsmöglichkeiten für DNS:Net
Der Mehrheitsinvestor von DNS:Net, die britische 3i Infrastructure, will den Wert des Netzbetreibers komplett abschreiben. Das gab 3i am 2. Februar 2026 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Grund seien "fehlende Finanzierungsmöglichkeiten für den weiteren Ausbau des Glasfasernetzes von DNS:Net" , weil die "Kreditnachfrage nach deutschen Glasfaserausbauunternehmen sich deutlich verschlechtert" habe.
Zugleich betonte 3i Infrastructure, dass DNS:Net sich operativ weiterhin planmäßig entwickle. Das Problem sei nur die schlechte Bewertung wegen der Kreditnachfrage. Zuletzt hatte DNS:Net angekündigt(öffnet im neuen Fenster) , in vier Regionen rund um Berlin Einfamilienhaushalte mit bis zu 8,5 GBit/s auszustatten.
Bernardo Sottomayor, Managing Partner und Leiter Europäische Infrastruktur bei 3i Investments, sagte: "Die erheblichen Auswirkungen des sich verschlechternden Finanzierungsumfelds im Bereich des Glasfaserausbaus in Deutschland und damit einhergehend auf unsere Investition in DNS:Net stellen einen enttäuschenden Ausreißer dar."
DNS:Net als enttäuschender Ausreißer
3i Infrastructure übernahm im April 2021 die Mehrheit von 60 Prozent für den Preis von 182 Millionen Euro von der Deutschen Beteiligungs AG und dem Gründer Alexander Lucke, der das Unternehmen weiterhin als Chief Executive Officer leitete. DNS:NET kündigte danach an, im Berliner Umland, Brandenburg und dem angrenzenden Sachsen-Anhalt mit Hilfe der Beteiligung und den Banken in den kommenden Jahren weitere 2,5 Milliarden Euro für den Glasfaserausbau zu investieren.
Doch 3i setzte im Jahr 2023 Ralph Steffens als Co-CEO bei DNS:Net ein und investierte weitere 24 Millionen Euro. "DNS:Net sieht sich in Deutschland weiterhin mit schwierigen Marktbedingungen im Glasfasersektor konfrontiert, was zu erheblichen Verzögerungen beim Netzausbau im Großraum Berlin führt" , erklärte der Eigner(öffnet im neuen Fenster) .
Einbruch bei Telekom-Konkurrenten
Damit setzt sich der Einbruch von alternativen Glasfaserfirmen fort: Unsere Grüne Glasfaser (UGG) , ein Joint Venture der Telefónica Group und des Allianz Versicherungskonzerns, hatte im Juni 2025 erklärt, keine neuen Ausbauprojekte mehr zu starten. Unternehmenssprecher Jens Lauser sagte Golem am 4. Dezember 2025: "Bei UGG wird der Fokus auch 2026 darauf liegen, die aktuell eigenwirtschaftlich finanzierten rund 450 deutschen Gemeinden online zu bekommen. Zusätzliche neue Gebiete und neue Vereinbarungen sind für den Moment nicht in der Planung."
Deutsche Glasfaser kündigte Mitte Oktober 2025 an , den Ausbau in den kommenden Jahren langsamer voranzutreiben. Bis zu 250 Arbeitsplätze sollen deutschlandweit abgebaut werden.
In Gemeinden, in denen bereits die Ausbauquote erreicht wurde, zog man sich nach Pleiten von Bauunternehmen zurück. Auch der Überbau oder dessen Ankündigung durch die Telekom ist eine Ursache für die Probleme von UGG und Deutsche Glasfaser.
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