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3I/Atlas: Komet gibt sekündlich Tonnen an Wasserdampf ab

Die Jupiter-Raumsonde Juice hat außerplanmäßig den Kometen 3I/Atlas untersucht. Dabei hat sie wertvolle Erkenntnisse gesammelt.
/ Patrick Klapetz
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Aufnahmen des Kometen 3I/Atlas durch die europäische Juice-Raumsonde (Bild: ESA)
Aufnahmen des Kometen 3I/Atlas durch die europäische Juice-Raumsonde Bild: ESA

Der interstellare Komet 3I/Atlas gibt so viel Wasserdampf in den Weltraum ab(öffnet im neuen Fenster), dass sich damit täglich 70 olympische Schwimmbecken füllen ließen. Die Entdeckung wurde von der Juice-Sonde der europäischen Weltraumorganisation Esa gemacht, die derzeit auf Jupiter und seine Eismonde zusteuert.

Juice (Jupiter Icy Moons Explorer) beobachtete den Kometen im November 2025 mit den Instrumenten Majis (Moons And Jupiter Imaging Spectrometer) und Janus (Jovis, Amorum ac Natorum Undique Scrutator). 3I/Atlas ist erst der dritte interstellare Besucher, der bisher beobachtet wurde.

Komet erreichte sein Perihel

Da er erst am 1. Juli 2025 durch das Atlas-Teleskop (Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System) identifiziert wurde, war die Beobachtung kein fester Missionsbestandteil von Juice. Jedoch befand sich von allen zur Verfügung stehenden Instrumenten die Raumsonde dem Himmelskörper am nächsten.

Seinen sonnennächsten Punkt (Perihel) erreichte der Komet bereits am 29. Oktober 2025(öffnet im neuen Fenster). Das Zeitfenster für die Beobachtung war damit sehr begrenzt und die Emissionen des interstellaren Kometen waren sehr schwach. Auf die Beobachtungen folgte eine lange Wartezeit, da die Daten erst im Februar 2026 die Erde erreichten.

Ähnlich wie bei Kometen, die aus unserem Sonnensystem stammen, begann auch 3I/Atlas verstärkt Material auszustoßen, als er der Sonne näher kam. Ihre Hitze erwärmte seinen Kern, so dass sich das feste Eis des Kometen mittels Sublimation in Gas verwandelte.

Beim Entweichen dieses Gases bildete es die für Kometen charakteristische Koma und den Schweif. Durch diesen Effekt hellte sich der Komet auf, und zwar stärker als erwartet.

Juice untersucht interstellaren Besucher

Mit dem Majis-Infrarotinstrument von Juice wurden Wasserdampf- und Kohlendioxidmoleküle nachgewiesen. Diese werden als flüchtige Stoffe bezeichnet, da sie leicht verdampfen.

Laut dem Teammitglied Giuseppe Piccioni vom Nationalen Institut für Astrophysik (INAF)(öffnet im neuen Fenster) wurden diese Stoffe bereits zuvor bei 3I/Atlas nachgewiesen. Deswegen geht der Inaf-Forscher davon aus, dass das unter der Kometenoberfläche verborgene Eis kurz nach dem Sonnenvorbeiflug aktiv in den Weltraum freigesetzt wurde.

"Anhand der gesammelten Daten schätzten wir den Ausstoß aus dem Kometenkern auf etwa zwei Tonnen pro Sekunde, was etwa 70 olympischen Schwimmbecken an Wasserdampf entspricht, die täglich ins All ausgestoßen werden", so Piccioni.

"Die wunderbaren Aufnahmen zeigen zum ersten Mal die intensive Aktivität des Kometen direkt um sein Perihel herum", erklärte Pasquale Palumbo (INAF). Er ist der Hauptverantwortliche für die Janus-Kamera(öffnet im neuen Fenster). "3I/Atlas wies eine ausgedehnte Koma, einen Schweif und verschiedene morphologische Strukturen wie Strahlen, Jets und Filamente auf."

Mit den gesammelten Daten kann das Team nun die morphologischen Strukturen, die Lichtintensität und die Entwicklung der Koma sowie des Kometenschweifs auf kurzen und mittleren Zeitskalen untersuchen.


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