Abo
  • IT-Karriere:

3G: Huawei soll Mobilfunknetz in Nordkorea ausgerüstet haben

Die Washington Post will Dokumente erhalten haben, die belegen sollen, dass Huawei ein Mobilfunknetz in Nordkorea ausgerüstet habe. Huawei hat dies dementiert.

Artikel veröffentlicht am ,
Nordkoreas Führer Kim Jong-un und US-Präsident Donald Trump am 30. Juni 2019 in Panmunjom, Südkorea.
Nordkoreas Führer Kim Jong-un und US-Präsident Donald Trump am 30. Juni 2019 in Panmunjom, Südkorea. (Bild: Dong-A Ilbo via Getty Images/Getty Images)

Huawei Technologies soll vor Jahren der nordkoreanischen Regierung beim Aufbau des kommerziellen Mobilfunknetzes des Landes geholfen haben. Das berichtet die Washington Post unter Berufung auf einen früheren Huawei-Beschäftigten und zwei weitere unbenannte Personen, die Interesse hätten, dies öffentlich zu machen.

Stellenmarkt
  1. Allianz Deutschland AG, Stuttgart
  2. über experteer GmbH, deutschlandweit

Huawei soll sich laut dem Bericht mit dem chinesischen Staatsunternehmen, Panda International Information Technology, an einer Reihe von Projekten in Nordkorea beteiligt haben, die sich über mindestens acht Jahre erstrecken.

Die Washington Post veröffentlicht dazu Arbeitsaufträge, Verträge und Tabellen, die einer Huawei-Datenbank entnommen seien, die angeblich weltweit die Netzausrüster-Aufträge des Unternehmens darstellen würden.

Reaktion aus den USA: "Anlass zur Sorge"

Ein hochrangiger Beamter des US-Außenministeriums, der unter der Bedingung der Anonymität über die Vorwürfe mit der Washington Post sprach, sagte, dies passe zur allgemeinen Sorge, dass Huawei "nicht vertrauenswürdig ist. Die Arbeit mit Regimen wie Nordkorea, die Menschen regelmäßig ihrer grundlegenden Menschenrechte berauben, gibt Anlass zur Sorge".

Diese Stellungnahme der umstrittenen US-Regierung ist zu hinterfragen: So bezeichnete Präsident Donald Trump die Diktatur in Saudi-Arabien nach dem Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi als "wirklich spektakulären Verbündeten". Das Regime in Riad hatte sich zuvor verpflichtet, US-Waffen im Wert von 110 Milliarden US-Dollar zu erwerben.

US-Konzerne sind selbst enge Partner des Regimes in Peking: Die Great Firewall of China (GFW) blockiert den Zugang zu ausgewählten ausländischen Websites und verlangsamt den grenzüberschreitenden Internetverkehr. Die Hardware für den Bestandteil Golden Shield Project kommt überwiegend von US-amerikanischen Unternehmen, darunter Cisco Systems.

Bereits seit Dezember 2008 ist bekannt, dass Nordkorea die Einführung eines neuen Mobilfunknetzes beabsichtigte. Das Netz wurde vom Bereich Orascom Technology Solutions (OTS) des ägyptischen Mischkonzerns Orascom aufgebaut und betrieben. Das Unternehmen ist gemeinsam mit der nordkoreanischen Regierung an dem Joint Venture Koryolink beteiligt. Über das Tochterunternehmen CHEO wurde nach eigenen Angaben Anfang 2008 eine entsprechende Lizenz von der Regierung in Pjöngjang erworben. Es handelte sich um ein Mobilfunknetz der 3. Generation, das mit dem Standard WCDMA arbeitete. Bereits im Jahr 2002 wurde ein Netz in Betrieb genommen. Anderthalb Jahre später, im Frühjahr 2004, verbot die Regierung jedoch die Nutzung von Mobiltelefonen wieder.

Huawei arbeitete laut dem Bericht mit Panda zusammen, um Nordkorea mit Basisstationen, Antennen und anderen Geräten auszustatten, die für den Start von Koryolink erforderlich waren. Die Beschäftigten von Huawei und Panda seien jahrelang in einem billigen Hotel in der Nähe des Kim Il Sung-Platzes in Pjöngjang tätig gewesen, wie eine mit dem Arrangement vertraute Person laut Washington Post mitteilte.

Unterschiedliche Mobilfunknetze in Nordkorea

Bekannt ist zudem seit längerem, dass Nordkorea zwei unterschiedliche Mobilfunknetzwerke hat - eines für Inländer und eins für Ausländer, die eine nordkoreanische SIM-Karte erwerben. Dabei können Nutzer im Inlandsnetzwerk nur Nummern im Inland anrufen, Nutzer des Auslands-Netzwerkes hingegen nur internationale Nummern. Diese Zweiteilung existiert auch im Festnetz.

In einem Dementi erklärte Huawei, in Nordkorea keine geschäftliche Niederlassung zu haben. "Huawei verpflichtet sich uneingeschränkt, alle geltenden Gesetze und Vorschriften in den Ländern und Regionen, in denen wir tätig sind, einschließlich aller Exportkontroll- und Sanktionsgesetze und -vorschriften der Vereinten Nationen, der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union."

Huawei-Sprecher Joe Kelly lehnte es jedoch ab, detaillierte Fragen zu beantworten, einschließlich der Frage, ob Huawei in Nordkorea in der Vergangenheit direkt oder indirekt Geschäfte getätigt habe. Er bestritt laut Washington Post nicht die Echtheit der Dokumente und lehnte es ab, sie zu überprüfen.

Die Zeitung legt nahe, dass Huawei dabei US-Technologie verwandt habe und so die US-Sanktionen gegen Nordkorea verletzt worden seien.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

DooMMasteR 23. Jul 2019 / Themenstart

Zumal man 3G-Equipment auch auf E-Bay kaufen kann das wird vielerorts einfach...

Anonymer Nutzer 22. Jul 2019 / Themenstart

Dafür braucht China Extrasanktionen. Das Cisco Aufträge und Arbeitsplätze verloren gehen...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Acer Predator Thronos ausprobiert (Ifa 2019)

Acer stellt auf der Ifa den doch auffälligen Gaming-Stuhl Predator Thronos aus. Golem.de setzt sich hinein - und möchte am liebsten nicht mehr aussteigen.

Acer Predator Thronos ausprobiert (Ifa 2019) Video aufrufen
Mobile-Games-Auslese: Superheld und Schlapphutträger zu Besuch im Smartphone
Mobile-Games-Auslese
Superheld und Schlapphutträger zu Besuch im Smartphone

Markus Fenix aus Gears of War kämpft in Gears Pop gegen fiese (Knuddel-)Aliens und der Typ in Tombshaft erinnert an Indiana Jones: In Mobile Games tummelt sich derzeit echte und falsche Prominenz.
Von Rainer Sigl

  1. Mobile-Games-Auslese Verdrehte Räume und verrückte Zombies für unterwegs
  2. Dr. Mario World im Test Spielspaß für Privatpatienten
  3. Mobile-Games-Auslese Ein Wunderjunge und dreimal kostenloser Mobilspaß

Serielle Hybride: Unterschätzte Zwischenlösung oder längst überholt?
Serielle Hybride
Unterschätzte Zwischenlösung oder längst überholt?

Die reine E-Mobilität kommt nicht so schnell voran, wie es Klimaziele und Luftreinhaltepläne erfordern. Doch viele Fahrzeughersteller stellen derweil eine vergleichsweise simple Technologie auf die Räder, die für eine Zukunft ohne fossile Kraftstoffe Erkenntnisse liefern kann.
Von Mattias Schlenker

  1. ADAC Keyless-Go bietet Autofahrern keine Sicherheit
  2. Gesetzentwurf beschlossen Regierung verlängert Steuervorteile für Elektroautos
  3. Cabrio Renault R4 Plein Air als Elektro-Retroauto

Innovationen auf der IAA: Vom Abbiegeassistenten bis zum Solarglasdach
Innovationen auf der IAA
Vom Abbiegeassistenten bis zum Solarglasdach

IAA 2019 Auf der IAA in Frankfurt sieht man nicht nur neue Autos, sondern auch etliche innovative Anwendungen und Bauteile. Zulieferer und Forscher präsentieren in Frankfurt ihre Ideen. Eine kleine Auswahl.
Ein Bericht von Dirk Kunde

  1. IAA 2019 PS-Wahn statt Visionen
  2. E-Auto Byton zeigt die Produktionsversion des M-Byte

    •  /