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Selbstgebaute Waffen

Waffen jeder Art werden überall in Entwicklungsländern in kleinen Werkstätten hergestellt, wie etwa in Nigeria. Die Bewohner des Khyber Pass an der Grenze zwischen Pakistan und Afghanistan sind bereits seit dem 19. Jahrhundert berühmt für ihre in Handarbeit gefertigten Schusswaffen. Sie erfüllen zwar nicht die üblichen Sicherheits- und Präzisionsanforderungen, sind aber funktionierende Waffen.

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Waffen aus illegaler Herstellung, von kruden Konstruktionen bis zu semiprofessioneller Verarbeitung, werden weltweit regelmäßig beschlagnahmt. In Brasilien stammte rund die Hälfte der von 2011 bis 2012 beschlagnahmten Maschinenpistolen aus privater Fertigung. Dieser Trend besteht seit Jahrzehnten. Die Freigabe der Baupläne von Waffen für 3D-Drucker ändert nichts an dieser ohnehin laufenden illegalen Herstellung von Schusswaffen.

Der 3D-Druck dauert länger als Handverarbeitung und liefert Plastikbauteile geringer Qualität. Primitive Konstruktionen wie der viel diskutierte Liberator ließen sich mit Metallteilen aus dem Baumarkt besser herstellen als mit dem 3D-Drucker. Außerdem kann der 3D-Drucker auch durch die Bearbeitung eines Kunststoffblocks mit Säge, Bohrer, Feile und Messschieber ersetzt werden. Wäre die Plastikkonstruktion tatsächlich eine so große Gefahr wie oft dargestellt, hätten hinreichend motivierte Attentäter diese Arbeit schon früher nicht gescheut.

Präzise Pläne erleichtern nur Großkriminellen die Arbeit

Die Verfügbarkeit präziser Baupläne macht die Herstellung exakter Kopien weit verbreiteter Waffen möglich, hauptsächlich durch herkömmliche CNC-Maschinen, die von kriminellen Waffenherstellern ohnehin benutzt werden. Die Herstellung im 3D-Druck aus Metall ist zwar auch möglich, erfordert aber Laserschmelzverfahren. In der Raumfahrt wird das zum Bau einiger Teile von Raketentriebwerken genutzt. Aber Preis und Aufwand liegen weit jenseits des Niveaus von Kleinkriminellen mit einem einfachen 3D-Drucker im Arbeitszimmer.

Serienfertigung mit Drehmaschinen, teilweise auch CNC, sind heute schon die Domäne krimineller Syndikate, halbprofessioneller illegaler Waffenhersteller sowie halbstaatlicher und staatlicher Akteure unter Embargo, die (para-)militärische Einheiten ausstatten wollen. Selbst dann werden sie eher weniger komplexe Konstruktionen mit niedrigeren Anforderungen an Material und Genauigkeit bauen, um Zeit und Kosten zu sparen.

Das Urteil öffnet nicht die Büchse der Pandora

Während das jüngste Urteil zweifellos die Bestrafung der Verbreitung der Baupläne in den USA verhindert hätte, wäre es nicht erst der Auslöser für die ohnehin existierende Verbreitung von Bauanleitungen und -plänen gewesen. Sie existieren längst, und entsprechende Waffen wurden auch ohne Anleitungen gebaut. Verbote machen illegale Handlungen strafbar, und in Verbindung mit wirksamen Kontrollen schrecken sie vor ihnen ab. Sie können die Handlungen aber niemals direkt verhindern. Der - illegale - Zugriff auf entsprechende Literatur ist auch von Deutschland aus letztlich problemlos möglich. Auch ohne die einstweilige Verfügung wäre das Gerichtsurteil deshalb dennoch keine Öffnung der Büchse der Pandora gewesen - die ist längst offen.

Die Gesetzesauslegung ist jedoch ein klares Zeichen, dass die Trump-Regierung kein Interesse an einer Regulierung des Waffenbesitzes in den USA hat und Bemühungen zukünftiger Regierungen so weit wie möglich erschweren will. Dies ist Ausdruck einer Rechtsauffassung, die schon in der Vergangenheit absurde Gesetze hervorbrachte. Die Regierung erfüllt damit die Wünsche eines signifikanten Teils der US-Bevölkerung, wenn wohl auch nicht der Mehrheit.

Aus europäischer Perspektive zeigt die praktische Erfahrung, dass gesetzliche Einschränkungen des Waffenbesitzes und wirksame Kontrollen tatsächlich eine abschreckende Wirkung haben. Sie erleichtern das Zusammenleben der gesamten Bevölkerung und reduzieren die Zahl der Morde. Die praktische Umsetzung dieser Erkenntnis in den USA wird sich nun wohl nochmals um mehrere Jahrzehnte verzögern.

Nachtrag vom 1. August 2018, 10:16 Uhr

In der Nacht zum Mittwoch erging eine einstweilige Verfügung gegen das ursprüngliche Urteil. Der Artikel wurde entsprechend angepasst.

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 Die Gefahr geht von Pistolen und Munition aus
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SanderK 02. Aug 2018

Da is aber nen Metallrohr, wo man Flintengeschosse (Buckshot) verschießen kann doch viel...

unbuntu 02. Aug 2018

Gibt doch tausend Videos und GIFs von Überfällen, bei denen der Tankstellendieb dann von...

Seismoid 01. Aug 2018

wer zuletzt basht, basht am bashten :)

SanderK 01. Aug 2018

Kategorie Beispiele Erwerb Besitz Führen A Maschinengewehre, Pumpguns verboten verboten...

Abdiel 01. Aug 2018

Ja, man kann Schlagbolzen und Auszieher (Verriegelungen, Führungen, Federn, etc.) in den...


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