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Es gibt keine Scandienste für kleine Objekte

Scan-Dienste für kleine Gegenstände gibt es erstaunlicherweise im Sommer und Herbst 2017 auch nicht in Berlin. Etwa 15 3D-Scan-Anbieter in der Stadt fragen wir an - keiner kann uns weiterhelfen.

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Wir wenden uns daher an einen Dienstleister außerhalb der Stadt: das Unternehmen Figur3D, das in Dortmund Video- und Multimediaproduktion anbietet. Wir werden zu einem Preis von 119 Euro handelseinig und bekommen Dateien mit den Endungen .obj, .mtl, .ply, .stl und .jpg. Je nach Dienstleister werden verschiedene Dateien für den Druck benötigt. Der Scan sieht gut aus und ist ein brauchbares Abbild des Originals. Allerdings war das auch für die Experten nicht ganz einfach: "Aufgrund der stark reflektierenden Oberfläche musste die Farbtextur von Hand bemalt werden", teilt uns ein Figur3D-Beschäftigter mit.

Project Big Jim: Die ersten Köpfe aus Alumide und Stahl

Zuerst testen wir bei Toom, wie Big-Jim-Köpfe sich in Alumide und Stahl realisieren lassen, zunächst noch ohne Farbe. Diese beiden Materialien haben wir wegen der attraktiven Optik ausgesucht. Seit Juni 2017 arbeitet Toom mit dem Dienstleister 3Yourmind zusammen. In bisher 18 Märkten bietet der Baumarkt einen 3D-Druckservice für seine Kunden an. Online kann der 3D-Druck per Upload komfortabel bestellt werden.

Fünf Materialien - Polyamid, Alumide, Keramik, ABS und Stahl - stehen hier zur Auswahl. Gleich nach dem Hochladen der Daten erfahren wir, dass das Projekt wahrscheinlich machbar ist. Nach einigen Tagen folgt eine E-Mail mit dem Inhalt: "Alle Dateien von Ihrer Bestellung wurden von unseren Experten überprüft und zum Druck zugelassen." Rund drei Wochen später erhalten wir das Paket mit den beiden Köpfen. Die Modelle sind sehr detailgetreu und sehen aus, als hätte sich Big Jim in Metall und Sand verwandelt. Der Kopf aus Alumide lässt sich direkt mit manuellem Druck aufsetzen, weil er leicht nachgibt. Den Kopf aus Stahl müssen wir aufwendig abfeilen, weil er anders als die Vorlage nicht elastisch ist. So kommen Big Jim Metal Head und Big Jim Iron Head in die Welt. Wir zahlen für Stahl 27,36 Euro und 17,84 Euro für Alumide.

Modellieren und Texturen ändern on demand? Geht nicht

Alumide ist ein metallisch-graues Gemisch aus Aluminium und Polyamid. Bauteile aus Alumide werden durch Laser-Sintern hergestellt. Das Material ist etwas dehnbar, und der Kopf lässt sich gut aufsetzen. Mit Stahl wird in einem ähnlichen Verfahren gedruckt. Stahl wird meist mit einem SLS- (Selective Laser Sintering) oder SLM-Verfahren (Selective Laser Melting) geschaffen. Hierbei wird mit höheren Temperaturen gearbeitet, um durch Verschmelzen stabilere Bauteile zu erzeugen. Das ist anders als das Sintern der einzelnen Schichten, obwohl beides Pulverbettverfahren sind. "Neben Stahl lassen sich so auch Metalle wie Titan verarbeiten", sagt Philipp Stelzer, Leiter Sales und Marketing bei 3Yourmind Golem.de auf Anfrage.

Toom wirbt mit der Aussage: "So können entweder bereits vorhandene 3D-Modelle einfach hochgeladen, skaliert, bearbeitet und gedruckt oder auch 2D-Daten wie zum Beispiel Bilder versendet werden." Unser Versuch, die vorhandene 3D-Datei des Actionfigurkopfes von Toom oder 3Yourmind ändern zu lassen, um drei neue Köpfe zu schaffen, die sich nicht nur im Material, sondern auch in Form und Textur unterscheiden, bleibt jedoch erfolglos. Von Toom oder 3Yourmind erhalten wir die Antwort, nach unseren drei Bildern neue 3D-Modelle zu schaffen, sei nicht möglich.

Das sieht Figur3D anders. Hier geben wir nun auch das Modellieren der drei Köpfe nach unseren Entwürfen in Auftrag. Die digitale Modellierung und Bemalung von drei Modellen kostet den Redakteur 219 Euro.

Doch 3D-Farbdrucker gibt es bisher kaum: Unsere Modelle geben wir zum Druck bei Conrad Electronic und Sculpteo in Auftrag. Der Elektronikhändler bietet seit Januar 2017 in Kooperation mit Trinckle 3D den Druck über das Internet an.

Doch selbst nach einer Überarbeitung unserer Dateien durch Figur3D erteilt uns ein Experte von Trinckle 3D eine Absage. Die Wände seien zu dünn und das Mesh habe unverbundene Kanten, gedrehte Normalvektoren und Selbstdurchstoßungen. Hier geht es also nicht weiter. Das ist erst einmal trotz einwöchiger Intensivausbildung in Blender 3D nur annähernd verständlich, eine Lösung wird auch nicht angeboten, auch wenn wir dafür gezahlt hätten.

Farbdruck aus Gips von Sculpteo

Als Farbdruckverfahren steht bei dem französischen Unternehmen Sculpteo verklebter Gips zur Auswahl, was mit der Technik des Pulververklebens realisiert wird. Der Gips befindet sich in einem Pulverbett, auf dem der Druckkopf Schicht für Schicht mit einem Klebstoff das Objekt aufbaut. Modelle aus verklebtem Gips seien aber nicht flexibel und robust und sollten keiner mechanischen Belastung ausgesetzt werden, mahnt der Anbieter. Der Upload erfolgt sehr komfortabel und die Köpfe erreichen uns nach rund drei Wochen, haben schöne kräftige Farben und gleichen unseren Entwürfen ziemlich genau. Durch anfängliche Fehler in unseren Dateien sind die Ausdrucke aber nicht unten offen und innen nicht hohl, sondern massive Gipsplastiken. Aufbohren erweist sich leider als keine Lösung, weil der Kopf zerbricht und sich nicht stabil aufsetzen und drehen lässt. Wir hätten pro Kopf jeweils 28,60 Euro zahlen müssen, doch Sculpteo sponsert Golem.de den Gesamtpreis für den Test. Auch ein zweiter Versuch misslingt, weil die Fehler in der Datei durch eine Verwechslung nicht behoben sind.

Es gibt einen 3D-Vollfarbdrucker, den XYZprinting da Vinci Color, der mit Filament arbeitet und eigentlich ideal für unser Projekt wäre. Im Oktober 2017 erklärte der Hersteller: "Der da Vinci Color ist der erste 3D-Vollfarbdrucker weltweit, der 3DColorJet-Technologie verwendet und in der Lage ist, Tintenstrahl mit Fused Filiament Fabrication (FFF) zu kombinieren." Die XYZprinting CMYK-Farbpatronen sollen 16 Millionen Farbtöne ermöglichen. Das Gerät druckt mit speziellen PLA-Filamenten, auf die mit Tintenstrahldruck gesprüht wird. Der da Vinci Color kostet 3.600 Euro. Der Hersteller wirbt damit, "den Druck von Lieblingsminiaturen, Comicbücher-Figuren in deren authentischen Farben oder die Kreation eigener Designs zu ermöglichen".

Diesen will uns der chinesische Hersteller zum Testen zur Verfügung stellen, doch trotz Zusagen bekommen wir das Gerät nicht. XYZprinting ist das Versenden in die Redaktion zu aufwendig. In einer ersten Fachbeurteilung bei Youtube bekommt der XYZprinting da Vinci Color jedoch eine kritische Bewertung. Ein erstes farbiges Modell ist hier als schwarze Masse herausgekommen. Doch die erste Vorlage war unscharf und mit einem billigen Scanner erstellt. Mit anderen Modellen erreicht der Youtuber 3D Printing Professor bessere Ergebnisse, jedoch mit blassen und verlaufenden Farben. Eine Änderung bei den Layern und ein Softwareupdate lösen das Problem weitgehend. Wir bitten XYZ, unsere drei Dateien on demand zu drucken. Trotz mehrerer Versuche der Agentur der Firma wird das aber nie gemacht. Wieder eine Sackgasse ...

 3D-Druck on Demand: Wenn der Baumarkt Actionfiguren aus Stahl drucktMedia Markt kommt mit Selfie-Druck zu Hilfe 
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sneex 20. Jun 2018

Falls hier noch jemand auf der Suche nach einem zuverlässigen, schnellen und fähigen...

RS-Christian 19. Jun 2018

Hallo Agina, ja - wir bieten auch dafür Lösungen an. Kontaktiere uns am besten direkt...

carcorpses 08. Jun 2018

Unterstütze die Bitte! Wie auch im Artikel steht: Erst das Model, dann der Druck. Es...

Hegemon 07. Jun 2018

Die Aussage ist nicht ganz richtig: Alumide ist ein metallisch-graues Gemisch aus...

Invertiert 07. Jun 2018

Heroforge verwenden wir für unsere dnd figuren auch, premium plastic 30 dollar pro figur...


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