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3D-Druck: New York ist gegen gedruckte Waffen

New York City und der US-Bundesstaat New York bereiten Gesetze gegen Waffen aus dem 3D-Drucker vor: In der Stadt soll eine Einschränkung, im Bundesstaat ein Verbot durchgesetzt werden.
/ Werner Pluta
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Cody Wilson mit Liberator: wüssten nicht, dass diese Waffen existieren, bis sie abgefeuert werden (Bild: Defense Distributed/Screenshot: Golem.de)
Cody Wilson mit Liberator: wüssten nicht, dass diese Waffen existieren, bis sie abgefeuert werden Bild: Defense Distributed/Screenshot: Golem.de

New Yorker Politiker haben auf die Aktionen der Waffendrucker von der Gruppe Defense Distributed(öffnet im neuen Fenster) reagiert: Sowohl im Parlament des Bundesstaates als auch im Stadtrat von New York City (NYC) sind Gesetze gegen gedruckte Waffen in Vorbereitung.

The Liberator - Defense Distributed
The Liberator - Defense Distributed (00:52)

Die von Cody Wilson gegründete Gruppe propagiert die Herstellung von Feuerwaffen mit dem 3D-Drucker . Sie hat mit Defcad eine Suchmaschine für entsprechende Dateien eingerichtet . Anfang Mai stellte die Gruppe die gedruckte Pistole Liberator vor - und zog damit prompt den Unmut der US-Regierung auf sich: Die verlangte, dass die 3D-Datei von Liberator aus Defcad entfernt werde, da die Bereitstellung im Internet einem illegalen Waffenexport gleichkomme.

Lizenzierte Büchsenmacher

In der Stadt New York will Lewis Fidler(öffnet im neuen Fenster) , Demokrat aus Brooklyn, die Herstellung von Waffen per 3D-Druck einschränken. Der von ihm eingebrachte Gesetzesentwurf(öffnet im neuen Fenster) sieht vor, dass nur lizenzierte Büchsenmacher Feuerwaffen oder Teile davon drucken dürfen.

Das allein dürfte Defense Distributed in NYC noch nicht stoppen - die Gruppe hat im März eine Lizenz zum Herstellen von Waffen erhalten. Allerdings muss der Waffendrucker die Waffe innerhalb von drei Tagen bei der New Yorker Polizei mit einer eindeutigen Kennung registrieren.

"Wenn das unreguliert bleibt, dann wären das Waffen ohne Geschichte - potenziell ohne Kennzeichnung und Verkaufsgeschichte" , sagte Fidler der Tageszeitung New York Daily News(öffnet im neuen Fenster) . "Wir wüssten nicht einmal, dass diese Waffen existieren, bis sie abgefeuert werden."

Verbot von gedruckten Waffen

Noch weiter geht Linda Rosenthal(öffnet im neuen Fenster) , demokratische Abgeordnete im Parlament des Bundesstaates New York: Der von ihr eingebrachte Gesetzesentwurf(öffnet im neuen Fenster) verlangt, die Schusswaffen und Magazine aus dem 3D-Drucker zu verbieten. Herstellung, Verkauf und Einsatz solcher Waffen sollen unter Strafe gestellt werden.

Magazin gegen neues Gesetz

New York gehört für die Waffendrucker um den Texaner Wilson ohnehin nicht zum bevorzugten Gebiet in den USA: Defense Distributed hat Anfang des Jahres ein 30-Schuss-Magazin für das Sturmgewehr AR-15 gedruckt . Es war eine Reaktion auf ein neues Gesetz des Bundesstaates New York, das dort Magazine mit mehr als sieben Schuss verbietet.

Wenn es nicht mehr möglich sei, größere Magazine zu kaufen, dann müssten sie sie eben drucken, erklärte Defense Distributed seinerzeit. Die Gruppe hat es Cuomo Magazine genannt, in Anspielung auf Andrew Cuomo, den Gouverneur des Bundesstaates, der das Gesetz unterzeichnet hatte.


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