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Aus dem Labor in den Hobbykeller

Denn die Technik hat sich weiterentwickelt, die Preise der Geräte werden massenkompatibel. Dank Modellen für weniger als 1.000 Euro können sich auch Bastler 3D-Drucker leisten, zudem produzieren Dienstleister wie Sculpteo die Entwürfe der Hobbydesigner und stellen die fertigen Objekte anschließend per Post zu. "Wir sind jetzt alle Designer", meint der Autor Anderson.

  • Der Mathematik-Professor Hartmut Schwandt leitet das 3D-Labor an der TU Berlin. (Bild: Christof Kerkmann)
Der Mathematik-Professor Hartmut Schwandt leitet das 3D-Labor an der TU Berlin. (Bild: Christof Kerkmann)
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Eine Welt voller Kleinfabrikanten - das könnte unabsehbare Folgen haben. "Die 3D-Druck-Technik wird nicht nur die Machtverhältnisse in der industriellen Fertigung neu definieren, sondern die Wirtschaftswelt als Ganzes erschüttern", meint Neil Gershenfeld, der das Center for Bits and Atoms am Massachusetts Institute of Technology (MIT) leitet und zu den Enthusiasten zählt. Die US-Denkfabrik Atlantic Council sekundiert: Güter könnten auf Nachfrage und direkt beim Verbraucher hergestellt werden und so die Abhängigkeit globaler Märkte lockern oder gar auflösen, schreibt sie in einem Strategiepapier. Nicht Produkte, sondern Designs würden dann um den Erdball reisen.

Aber eine industrielle Revolution? Das relativeren die 3D-Experten in Berlin. Denn so nützlich ihre Geräte sind, um kleine Stückzahlen oder Einzelstücke anzufertigen (etwa in der Produktion): Im Vergleich zur industriellen Massenproduktion sind sie noch langsam, kompliziert und teuer.

Wer einem 3D-Drucker bei der Arbeit zuschaut, sieht erst mal wenig. "Der Druck ist auf eine bestimmte Geschwindigkeit limitiert", sagt Ben Jastram, Ingenieur und Leiter des 3D-Labors. Die Maschinen tragen jede Schicht einzeln auf - je detaillierter das Objekt werden soll, desto mehr Durchgänge, desto länger die Produktionszeit. Den Takt einer modernen Fabrik werden 3D-Drucker nie mithalten können. "Physik und Chemie lassen sich nicht überwinden", sagt der Ingenieur. Bei großen Stückzahlen ist die Massenproduktion unschlagbar billig.

"Die Physik lässt sich nicht überwinden"

Auch die Drucker-Rohstoffe taugen nur bedingt für die Massenherstellung. Zum einen sind sie noch sehr teuer - ein 40-Kilo-Sack Spezialgips kostet derzeit 2.500 Euro. Ein Architektur-Student zahlt für den Druck seines Abschlussprojektes locker dreistellige Beträge.

Zum anderen lassen sich bislang nur wenige erprobte Stoffe zerkleinern und von den Druckern wieder zusammensetzen. "Die Entwicklungszeiten neuer Materialien sind enorm, da vergehen oft Jahre", sagt Jastram.

Und dann ist da noch die komplizierte Technik. "Sie brauchen sehr viel Erfahrung, um vernünftige 3D-Modelle zu erstellen", weiß Joachim Weinhold vom 3D-Labor, der den Studenten oft hilft, ihre Produkte rechtzeitig fertigzubekommen. "Die Objekte müssen nicht nur gut entworfen oder konstruiert sein, sondern auch für die Umsetzung im 3D-Druck eingerichtet und vor allem fehlerfrei sein. Je genauer das jeweilige Verfahren ist, desto höher sind die Ansprüche an die Dateien." Wenn die Vorlage miserabel ist, sind auch die Ergebnisse miserabel.

Dass Amateure 3D-Drucker sinnvoll nutzen können und gar die Industrie umkrempeln, halten die Berliner Experten auf absehbare Zeit für unwahrscheinlich. Einen Vorteil hat der derzeitige Hype für sie aber: Wenn sich immer mehr Menschen als Designer probieren und die Hersteller mehr Material verkaufen können, sinken die horrenden Preise. Und davon profitiert auch das Labor. Auch deswegen lesen die Forscher amüsiert die Berichte von der nächsten Revolution.

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 3D-Druck: Die Revolution wird abgeblasen
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Schorhr 06. Mär 2013

Bei vielem kann ich zustimmen, aber einiges ist auch noch Zukunftsmusik. Druckbare...

Euro2001 05. Mär 2013

Selbst wenn der Replikator das Bierchen, das ich eben getrunken habe, Atom für Atom...

Euro2001 05. Mär 2013

Was man wiederum durch eine entsprechende Beschichtung verhindern kann. Dann dürfte Glas...

Wirbelpsychologe 04. Mär 2013

Bei den Dübeln käme es darauf an, wie schnell ich diese in der Wand verbaue, und wie...

RalfiRalf 04. Mär 2013

Einscannen geht doch auch. Inzwischen sogar per Smartphone: http://www.3d-print-news.de...


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