3D-Druck: Bahn druckt 200.000 Ersatzteile selbst

Die Deutsche Bahn hat sich laut eigenen Angaben in den vergangenen zehn Jahren zum Vorreiter der additiven Fertigung im Schienenverkehr(öffnet im neuen Fenster) entwickelt.
Seit 2015 produziert das Unternehmen Ersatzteile im 3D-Druckverfahren . Mittlerweile sind mehr als 200.000 Komponenten aus eigener Fertigung im Einsatz. Zum Vergleich: 2023 waren es nur 100.000 Stück.
Das Spektrum reicht von simplen Kunststoffhalterungen bis zu komplexen Metallbauteilen. Das schwerste bisher gefertigte Teil: ein 540 Kilogramm schweres Getriebegehäuse. Häufiger produziert werden Abdeckungen, Werkzeuge, Schablonen und Montagehilfen für Wartung und Instandhaltung.
Digitales Ersatzteillager ersetzt physische Bestände
Herzstück der Strategie ist eine Datenbank mit mehr als 1.000 digitalen Konstruktionsmodellen. Die Teile würden nach Bedarf gefertigt, eine Lösung besonders für ausgelaufene Komponenten, die Hersteller nicht mehr lieferten. "Wir können deutlich schneller reagieren und verkürzen Reparaturzeiten erheblich" , erklärt Projektleiterin Stefanie Brickwede.
Die Bahn nutzt zwölf verschiedene Druckverfahren und verarbeitet Materialien von Kunststoff über Metall bis zu Sand. Die Produktion erfolgt teils an eigenen Standorten, teils über ein Netzwerk von Partnerfirmen.
Netzwerk mit 140 Teilnehmern aus Industrie und Forschung
2016 gründete die DB das Innovationsnetzwerk Mobility goes Additive. Mehr als 140 Partner aus Maschinenbau, Forschung und Dienstleistung tauschen sich über technische Entwicklungen aus. Das Netzwerk treibt die Standardisierung und Weiterentwicklung der Technologie voran.
Nach Berechnungen des Konzerns brachte der 3D-Druck bereits Einsparungen von mehr als 20 Millionen Eurot: durch verkürzte Lieferzeiten, wegfallende Mindestbestellmengen und reduzierte Lagerkosten. Ein Vorteil, der künftig an Bedeutung gewinnen dürfte: Je länger ältere Fahrzeuggenerationen im Einsatz bleiben, desto wichtiger wird die Fähigkeit, nicht mehr verfügbare Ersatzteile selbst zu produzieren.



