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3D-Atlas: 2,75 Milliarden Gebäude weltweit dokumentiert

Die erste dreidimensionale Karte aller Gebäude der Erde wurde erstellt. Fast alle davon liegen als Modell mit korrekter Grundform und Höhe vor.
/ Mario Petzold
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Überblick zur globalen Verteilung von Gebäuden (Bild: Earth System Science Data)
Überblick zur globalen Verteilung von Gebäuden Bild: Earth System Science Data

Ein Forschungsteam der Technischen Universität München(öffnet im neuen Fenster) hat sämtliche Gebäude der Erde anhand hochauflösender Satellitendaten erfasst. Entstanden ist daraus eine dreidimensionale Karte mit insgesamt 2,75 Milliarden einzelnen Gebäuden, die auf den Bildern aus dem Jahr 2019 mithilfe von maschinellem Lernen gefunden wurden.

Das wären nach eigenen Angaben 60 Prozent mehr Bauwerke, als die bisher größte Datenbank aufführte. Hinzu kommt, dass fast alle erfassten Gebäude als sogenannte LoD1-3D-Modelle(öffnet im neuen Fenster) vorliegen.

Somit lässt sich bei 2,68 Milliarden Häusern sowohl die Grundform als auch die Höhe in Form von Klötzchenmodellen abschätzen. Die Dachform wird auf dieser Detailstufe ausgelassen.

Wichtigen für Dokumentation und Planung

Laut Xiaoxiang Zhu, Erstautorin der Studie(öffnet im neuen Fenster) und Dirketorin am Munich Data Science Institute(öffnet im neuen Fenster) , erlaubt die dreidimensionale und hochauflösende Karte ein deutlich präziseres Bild des Grades der Urbanisierung. Weil neben der Grundfläche auch das Volumen der Gebäude abgebildet wird, sind Abschätzungen zur Wohnfläche und damit zu den Lebensbedingungen besser erfassbar.

Genau diese Daten können dazu beitragen, gezielte Maßnahmen an der richtigen Stelle anzusetzen, um dort Wohnraum und öffentliche Einrichtungen zu schaffen, wo sie gebraucht werden. Auch der Energiebedarf sowie die Emissionen in einzelnen Gebieten sollen besser abgeschätzt werden können.

Daten gerade noch grob genug

Mit einer Rasterung von 3 mal 3 Meter ist die Darstellung laut TU München zudem 30-fach feiner als bei ähnlichen Datenbanken. Mit dieser Auflösung fallen die Daten gerade noch nicht in den Bereich sensibler Informationen, der nach der Satellitendatensicherheitsverordnung bei einer Auflösung von weniger als 2,5 mal 2,5 Meter beginnt.

Aus diesem Grund ist der dreidimensionale Atlas frei zugänglich und kann zum Beispiel über die Seiten der TU München(öffnet im neuen Fenster) oder via Github(öffnet im neuen Fenster) heruntergeladen werden. Aber Vorsicht: Es handelt sich um insgesamt 36 TByte.


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