37C3: Der Hackerkongress fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit
37C3 Auf dem Chaos Communication Congress sind viele wichtige IT-Themen diskutiert worden. Warum wurde darüber kaum berichtet?
Chatkontrolle, Gesundheitsdaten, Künstliche Intelligenz, gehackte iPhones und Teslas sowie allgemeine Computersicherheit: Auf dem Chaos Communication Congress 37C3 zum Jahresende in Hamburg sind IT-Themen diskutiert worden, die sicher viele Bürger interessiert hätten. Doch die rund 35 Millionen Leser deutscher Tageszeitungen haben nicht einmal erfahren, dass es den Hackerkongress mit 10.000 Teilnehmern überhaupt gab. Auch in Onlinemedien oder im Fernsehen wurde das größte europäische Treffen der Hackerszene weitgehend ignoriert. Warum eigentlich?
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- Immerhin ein kurzer Beitrag in der Tagesschau
Das stark rückläufige Medieninteresse ist auch dem veranstaltenden Chaos Computer Club (CCC) nicht entgangen. Auf Nachfrage von Golem.de teilte Sprecher Jochim Selzer mit: "Die geringe Presseresonanz ist natürlich auch uns aufgefallen und betrug nur einen Bruchteil dessen, was wir vom 36C3 kannten."
Eine klare Ursache dafür machte auch der CCC noch nicht aus. "Meine Vermutung lautet, dass wir alle nach drei Jahren Pause erst einmal wieder Congress lernen mussten. Es war nicht mehr automatisch klar, dass in der letzten Jahreswoche ein großes Treffen stattfinden wird, und da der 37C3 vor allem communityintern beworben wurde, konnte es gut sein, dass außerhalb nur wenige davon etwas mitbekamen", sagte Selzer.
Kein einziger dpa-Text über den Kongress
Ob das wirklich zutrifft? Zwar berichtete auch Golem.de im Gegensatz zu Heise.de nicht, dass der Kongress nach drei Jahren Corona-Pause wieder in Hamburg stattfinden würde. Doch den zuständigen Fachredakteuren in den Redaktionen dürfte das sicherlich nicht entgangen sein.
So wusste die Nachrichtenagentur dpa zwar von dem Kongress, sendete aber keinen einzigen Text dazu. Auf Anfrage teilte uns Sprecher Jens Petersen mit: "Die dpa hat Teile des Kongresses via Stream verfolgt, sich aber anschließend aus rein redaktionellen Gründen gegen eine Berichterstattung entschieden." Mit anderen Worten: Die Agentur fand die Vorträge und Diskussionen offenbar nicht relevant genug oder zu technisch, um für ihre Medienkunden interessant zu sein.
Die Aussage zeigt aber auch: Weil die wichtigsten Veranstaltungen des Kongresses inzwischen zuverlässig gestreamt werden, muss man sich als Journalist nicht mehr die Mühe machen, zwischen den Jahren für mehrere Tage ins winterlich trübe Hamburg zu fahren. Zudem spart man sich dadurch als Redaktion mögliche Anreise- und Übernachtungskosten. Wäre die dpa wie noch vor einigen Jahren mit mehreren Redakteuren auf dem Kongress präsent gewesen, hätten sie sich sicherlich nicht komplett gegen eine Berichterstattung entschieden. Zudem ist es günstiger, auf dem Kongress selbst einen Vortrag zu verfolgen und mögliche Rückfragen direkt an den Redner richten zu können.
Zugegeben: Die Arbeitsbedingungen auf dem Kongress waren früher nicht gerade ideal. Doch in diesem Jahr standen den Journalisten zwei separate und ruhige Arbeitsräume zur Verfügung. Die waren mangels Medienvertretern aber häufig leer.
Die öffentlich-rechtlichen Medien blendeten den 37C3 ebenfalls ziemlich aus.
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Nein du liegst falsch - man kann "unter Ausschluß der Öffentlichkeit" in so einem Fall...
----------------------------------------------------------------------------- Da...
Tja, wie schrieb Erich Kästner schon Anno 1928 in "Emil und die Detektive": "Alles, was...
Dann hast du aber schon beim ersten Satz von altuser nicht genau gelesen, er schrieb...
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