High-Tech-Boote für den America's Cup

In einem Rennen gegen Luna Rossa Prada Pirelli bei viel Wind schoss das Boot nämlich nach einem riskanten Manöver aus dem Wasser und krachte dann auf die Seite. Durch die Wucht des Aufpralls wurde ein Loch in den Rumpf gerissen. Nur mit Mühe konnte das Boot, das eigentlich unsinkbar ist, über Wasser gehalten und in den Hafen zurückgebracht werden.

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75 Fuß, knapp 23 Meter inklusive Bugsprit sind die Boote lang - sie werden deshalb als AC75 bezeichnet. Der Rumpf darf nicht breiter als 5 m sein. Der Mast ist ein Einheitsteil, seine Höhe beträgt ab Deck 26,5 m. Das Maximalgewicht ist 6,5 Tonnen, inklusive Besatzung 7,83 Tonnen. Rund 70 Seiten umfasst das Regelwerk, das den Spielraum für die Konstrukteure umreißt.

Wer ist zuerst auf den Foils?

Damit die Boote schnell segeln, müssen sie aus dem Wasser kommen. Bei viel Wind ist das kein Problem. Bei wenig Wind - das untere Windlimit beträgt 6,5 Knoten (12 km/h) -, gewinnt das Boot, das zuerst auf den Foils ist und nicht wieder ins Wasser zurückfällt. Die wichtigste Aufgabe der Designer war deshalb, eine Rumpfform zu entwerfen, die den Takeoff aus dem Wasser unterstützt.

Vor allem die Designer des Bootes des neuseeländischen Cup-Verteidigers fanden hier einen guten Dreh, unter anderem auch für das Deckslayout: Die Neuseeländer sitzen hinter einer aerodynamischen Verkleidung, so dass kein herausragender Kopf die Strömung um das Boot stört. Die Italiener hatten eine Pause im Auftaktwettbewerb für einen vergleichbaren Umbau genutzt und segelten anschließend dem britischen Team davon.

  • Emirates Team New Zealand (l)  gegen Luna Rossa Prada Pirelli beim 36. America's Cup vor Neuseeland (Bild: ACE/Studio Borlenghi)
  • Die Teams segeln um die renommierteste Trophäe im Segelsport. (Bild: ACE/Studio Borlenghi)
  • Die Italiener schlugen zuvor das Ineos Team UK (r) und American Magic. (Bild: ACE/Studio Borlenghi)
  • Erst dann durften sie gegen den neuseeländischen Cup-Verteidiger antreten. (Bild: ACE/Studio Borlenghi)
  • Die foilenden Boote sind bis zu 100 km/h schnell. (Bild: ACE/Studio Borlenghi)
  • Blick unter den Rumpf von American Magic. (Bild: ACE/Studio Borlenghi)
  • Höchste Gefahr: Das US-Boot hebt ab. Es wurde bei der Landung beschädigt, die Crew kam mit blauen Flecken davon. (Bild: ACE/Studio Borlenghi)
  • Gesegelt wird auf Stadionkursen vor Auckland. (Bild: ACE/Studio Borlenghi)
  • Match-Racing erfordert nicht nur ein schnelles Boot, sondern auch seglerisches Können. (Bild: ACE/Studio Borlenghi)
  • Sieben Siege braucht ein Team, um den Cup zu gewinnen. (Bild: ACE/Studio Borlenghi)
  • Und darum geht es: der America's Cup (hier die einzige offizielle Kopie) (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
Die Italiener schlugen zuvor das Ineos Team UK (r) und American Magic. (Bild: ACE/Studio Borlenghi)

Das Großsegel ist zweilagig

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Wie der Rumpf des Boots hat auch das Segel wenig mit einem konventionellen Segel zu tun. Das "Twin Skin Sail" ist doppelwandig und funktioniert wie die Tragfläche eines Flugzeugs: Auf der einen Seite fließt die Luft schneller als auf der anderen, wodurch Vortrieb generiert wird - analog zum Auftrieb beim Flugzeug.

Bei einem konventionellen Segel wirkt dieser Mechanismus nur bei Amwindkursen, also wenn der Wind eher von vorne kommt. Bei Kursen vor dem Wind, wenn dieser achterlich einfällt, wird das Segel normalerweise geöffnet, damit der Wind von hinten hineindrücken kann. Das Twin Skin Sail hingegen wird auch auf Vorwindkursen kaum geöffnet.

Die Konstrukteure legen die Regeln kreativ aus

Wie bei allen technischen Sportarten geht es auch beim America's Cup für die Konstrukteure darum, das Regelwerk so kreativ wie möglich auszulegen. So schreibt das Regelwerk die Masthöhe und die Position des Mastfußes vor, um die Segelfläche zu begrenzen. Die Designer des neuseeländischen Bootes setzten den Mastfuß auf ein Podest und vergrößerten das Segel nach unten.

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Das wichtigste Element sind jedoch die Foils. Die Arme und das elektrische System, um sie zu bewegen, sind wie der Mast Einheitsteile. Die Regeln schreiben zudem Größe und Gewicht vor. Alles andere ist der Kreativität der jeweiligen Konstrukteure überlassen. Bei mehr Wind sind sie schmaler, um weniger Widerstand im Wasser zu erzeugen.

Auf die Flughöhe kommt es an

Die Foils sind zweigeteilt, der hintere Teil kann nach oben oder unten geklappt werden, um die Flughöhe über dem Wasser zu regeln. Auch das geschieht hydraulisch. Die Flughöhe ist wichtig: Ist das Boot zu weit aus dem Wasser, kommt es zu einem Druckausgleich zwischen Luv und Lee. Es entsteht ein Wirbel, der das Boot bremst.

Das neuseeländische Boot hat deshalb einen Bustle. Das ist eine längs verlaufende Kante unter dem Rumpf, die an einen Kiel erinnert. Die verhindert bei niedriger Flughöhe den Druckausgleich. Zudem hilft der Bustle dem Boot beim Takeoff. Zu niedrig über dem Wasser darf das Boot aber auch nicht schweben, sonst fällt es von den Foils und verliert rapide an Geschwindigkeit.

Und wie wird so ein Boot gesegelt?

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 36. America's Cup: Fast wie fliegen, nur viel nasserElf Mann in einem Boot 
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