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Wie sich Schwerelosigkeit umsetzen lässt

Für die Realisierung der Szene waren diese Videos allerdings nicht besonders hilfreich. Dafür gab es zu viel zu beachten. Üblicherweise hätte man die herumschwebenden Personen und Dinge vor einem Blue Screen aufgenommen, das war aber zu kostenintensiv und zeitraubend.

Stattdessen wurde die Kulisse gekippt, so dass aus der Horizontalen eine Vertikale wurde, wobei die Kamera am Ende positioniert wurde. Die Stuntmen hingen an Drähten, ebenso einige der Requisiten. Daraus ergab sich ein Effekt, der sich durch Blue Screen niemals hätte erzeugen lassen. So begann sich eine Laterne zu drehen – und als sie sich auf die Stuntleute zubewegte, fiel ihr Lichtstrahl auf die Wand.

Zusätzliche Dynamik erhielt diese Szene durch das klingonische Blut, das wegen der Schwerelosigkeit nicht spritzt, sondern in Form von Blasen im Raum schwebt. Dafür waren die Effektspezialisten von George Lucas' Firma Industrial Light and Magic verantwortlich, wobei sie sich der Herausforderung bewusst waren, möglichst kostengünstig zu arbeiten.

Da dieser letzte Film der klassischen Crew auch einen Brückenschlag zur nächsten Generation darstellen sollte, wurde Michael Dorn verpflichtet, der in der Rolle von Colonel Worf als Vorfahr seines Next-Generation-Charakters die Verteidigung im Schauprozess gegen Kirk und McCoy übernahm.

Seinen ersten Auftritt bei Star Trek hatte zudem Rene Auberjonois(öffnet im neuen Fenster) , der am Schluss des Films als Colonel West zu sehen ist. Der spätere Odo-Darsteller in Star Trek: Deep Space Nine war hier der Attentäter, der im Finale den Präsidenten der Föderation erschießen soll und sich dazu als Klingone verkleidet.

Da diese Szene für die Kinoauswertung der Schere zum Opfer fiel, entging vielen Fans, dass Auberjonois schon einmal bei Star Trek mitgewirkt hatte. Erst für eine spätere Veröffentlichung auf Video wurde die Szene dem Film wieder hinzugefügt.

Als Das unentdeckte Land in die Kinos kam, entwickelte er sich zum verdienten Erfolg. Alle waren mit dem Ergebnis zufrieden. Nicht nur alle Beteiligten, auch das Publikum konnte mit diesem letzten Abenteuer der klassischen Crew sehr viel anfangen.

Da war es dann auch nicht weiter verwunderlich, dass schnell Gerüchte die Runde machten, dies sei vielleicht gar nicht der letzte Film. Es hieß gar, das Ende sei so umgeschnitten worden, dass eine Fortsetzung möglich wäre. Tatsächlich aber hatte Meyer am Ende nur noch einmal Hand angelegt, um einen positiveren Schluss zu schaffen.

Ein Nachfolger hätte alles verderben können

Für die Schauspieler, die sich am Ende des Films mit ihrer Unterschrift auf der Leinwand von den Fans und ihren längst zur zweiten Natur gewordenen Rollen verabschiedeten, war aber klar, dass dies das letzte Abenteuer sein sollte. Die Crew der alten Enterprise verließ die Bühne auf dem Zenit. Ein Nachfolger hätte alles verderben können.

Das unentdeckte Land – jene Metapher für den Tod, die im positivem Star-Trek-Sinne für die Zukunft steht – war ein Abschied, der kaum gelungener hätte sein können. Nach 25 Jahren traten die alten Helden ab. Es wurde Zeit, den Staffelstab an die nächste Generation zu überreichen.

Blieb nur noch, Kirks letztes Abenteuer zu erzählen und ein Treffen der Generationen einzuleiten. Aber das ist eine andere Geschichte, von deren Entstehung wir schon früher erzählt haben .


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