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Was riecht denn hier so schleimig?

Kaum im Spiel, entfaltet die Point-and-Click-Steuerung sofort wieder ihren Charme. Insbesondere die Befehle Riechen (Nasen-Icon) und Schmecken (Zungen-Icon) bringen regelmäßige Schmunzler. Sie lassen sich nämlich mit allen möglichen Umgebungsobjekten wie schmutzigen Wänden, Alienschleim oder instabiler Panzer-Munition kombinieren.

Genau das war übrigens auch die Absicht der Entwickler: Für das Lösen von Rätseln werden diese beiden Befehle sonst so gut wie nicht verwendet.

Schon im Auftaktabschnitt merke ich schnell, warum die Meinungen in der Adventure-Community rückblickend teilweise doch ziemlich weit auseinandergehen. Im Vergleich zu vorherigen Teilen stirbt Roger Wilco hier nämlich noch spürbar häufiger, zum Teil im Minutentakt, wenn ich nicht aufpasse.

Allein in den ersten Bildschirmen kann der Held in die Tiefe stürzen und sich das Genick brechen, von einem kreischenden Zombie malträtiert werden, sich durch Wachdroiden-Beschuss eine fiese Schusswunde einfangen, von der Säure grünen Schleims zerfressen werden oder ins Fadenkreuz schießwütiger Patrouillen geraten. Nicht zu vergessen: das In-die-Luft-Sprengen, wenn ich mit der instabilen Panzer-Munition hastig in einen Gullischacht springe.

Wer viel speichert, hat auch heute noch deutlich mehr Spaß!

Wer bisher bevorzugt Lucas-Arts-Adventures gespielt hat, könnte die kontinuierlichen Bildschirmtode des Protagonisten in der Tat reichlich frustrierend finden. Auch ich habe in der ersten halben Stunde ziemlich geflucht, aber versucht, einen kühlen Kopf zu bewahren, und irgendwann angefangen, in jedem neuen Bildschirm abzuspeichern. Wie heißt es doch so schön im Gamer-Jargon: "Save early, save often!" In kaum einem Adventure passt diese bewährte Faustregel so gut wie hier.

Nachdem die eher frustrierende Auftaktsequenz überwunden ist, entwickelt Space Quest 4 zunächst einen etwas besseren Flow: Es geht rasant vom stacheligen Nest eines imposanten Flugsauriers zur Unterwasserbasis der Latex Babes of Estros und wenig später in ein intergalaktisches Einkaufszentrum namens Galaxy Galeria – um nur einige Stationen zu nennen. Hier ist allerdings wieder Frustresistenz gefragt, denn Roger gerät erneut fies unter Beschuss und muss mehrfach abdanken.

Was viele nicht wissen: Der Reiz, solche und andere Passagen möglichst geschickt zu überwinden, hat im Laufe der Jahre die Aufmerksamkeit der Speedrunning-Community auf Space Quest 4 gelenkt.

Diese nutzt Programmfehler (vor allem in der Diskettenversion) sowie Lücken in der Kollisionsabfrage mittlerweile so geschickt aus, dass der dokumentierte Durchspiel-Weltrekord des Speedrunners Swimfan bei nur noch zwei Minuten, 18 Sekunden und 320 Millisekunden liegt.

Für einen sogenannten 100-Prozent-Run beläuft sich der aktuelle Rekord wiederum auf nur 18 Minuten und 40 Sekunden(öffnet im neuen Fenster).

Fazit: fordernd, teils frustrierend – und trotzdem ein echtes Erlebnis!

Auch dreieinhalb Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung erweist sich Space Quest 4 weiterhin als lohnende, hochgradig humorvolle und grafisch durchaus noch sehenswerte Point-and-Click-Erfahrung. Das gilt vor allem, wenn regelmäßig Spielstände angelegt werden, um den Frust durch fiese Todesfallen zu minimieren.

Angesichts der allgegenwärtigen Game-Over-Gefahren ist es hier zudem wirklich keine Schande, nach einigen gescheiterten Versuchen auch einfach mal eine Lösungshilfe aufzurufen. Ich bereue diese Entscheidung jedenfalls nicht und werde mich als Nächstes mit viel Elan auf Teil fünf der Space-Quest-Reihe stürzen.


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