Das TV-Business ist knallhart!
An der Stelle kommt Zeitdruck ins Spiel: Ein Arbeitstag dauert von 17 Uhr bis 1 Uhr nachts. Je nach gewählter Spielgeschwindigkeit, die in drei Stufen eingestellt werden kann, tickt die Uhr schneller oder langsamer.
Aber sie läuft immer mit. Ich muss also alle Aufgaben rechtzeitig meistern. Wer trödelt, schafft vielleicht manche Punkte nicht. Wer sich beeilt, muss sogar auf den Feierabend warten.
Aller Anfang ist teuer
Der Schlüssel zum Erfolg ist das Erlernen der Abläufe und Regeln. Mad TV ist gerade in den ersten Anläufen knallhart. Damals wie heute bin ich gescheitert, weil ich mein Startdarlehen überzogen habe und bereits am zweiten Tag den Chef um mehr Geld bitten musste. Ein Tutorial gibt es nicht.
Also kaufe ich Nachrichten ein, erstehe Rechte für Filme oder Serien und plane Werbung ein. Allerdings kommen die Blöcke gerne mit Bedingungen, etwa mit einer erforderlichen Einschaltquote oder mit Genrewünschen.
Mache ich Fehler, hagelt es Strafen. Gleichzeitig muss ich bei der Programmplanung darauf achten, dass ich zur Primetime keine Erotikfilmchen sende oder andere Patzer einbaue.
Zudem produziere ich auch eigene Shows, für die ich Gäste, Showmaster und Requisiten einkaufen muss. Im späteren Spielverlauf erweitere ich die Reichweite mit weiteren Sendemasten oder kaufe sogar Satelliten ein.
Ein Lob verdient Mad TV für das benutzerfreundliche Interface. Die Programmplanung ist mit Drag-and-Drop zügig. Und auf dem Hauptbildschirm werden nicht nur das aktuelle Programm angezeigt, sondern auch unsere Zuschauer in liebenswerten Animationen.
Ein bisschen Liebe
Bei der Programmgestaltung muss ich nicht nur die Quote im Blick haben. Sie beeinflusst auch meine Beziehung zu Betty, die Kultursendungen besonders mag. Bei den Zuschauern sind diese jedoch notorisch unpopulär. Ich muss eine Balance finden – oder Betty mit Geschenken zuschütten.
Mit seinem schrägen Humor – im Raum der Tabaklobby sitzen qualmende Skelette und der Wächter am Empfang ist stets sturzbetrunken – und mit dem schamlosen Abgreifen heutzutage wahrscheinlich lizenzpflichtiger Film- und Seriennamen von Casablanca über Terminator und Der Pate bis zu Bonanza erobert Mad TV mich.
Die Beschreibungen strotzen vor Liebe zum Detail. Beim Tierfilm Flipper steht einfach nur: "... ist unser bester Freund." Ja, das ist bis heute mein Humor.
Ins Bild passt auch, dass sich die fiktiven Staaten "Volksrepublik Duban" und "Freie Republik Duban" mit Anschlägen bekriegen und ich diese kurzerhand als Sabotageaktionen gegen die Konkurrenz nutzen kann, indem ich beim Pförtner die Schilder umhänge.
Mad TV ist rotzfrech geschrieben und mit einem Augenzwinkern anzuschauen. Natürlich sind Gags aus dem Jahr 1991 dabei, die 2026 nicht mehr ins Schwarze treffen.
Fazit: Immer noch auf Sendung
Mad TV funktioniert mehr als 30 Jahre nach Veröffentlichung noch erstaunlich gut. Okay, damals wie heute scheitere ich am wirklich brutalen Einstieg. Aber mit jeder neuen Partie überlebe ich länger und arbeite mich immer besser in das Manager-Gameplay ein.
Das mag anfangs monoton wirken, bietet aber genügend Tiefe, um langfristig zu motivieren. Am meisten begeistert haben mich der Humor und die vielen versteckten Witze. Kurzum: Mad TV ist sperrig, charmant, provokant und genau deshalb noch immer spielenswert.
Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, dem empfehle ich wahlweise einen Blick auf das direkt im Browser spielbare Original(öffnet im neuen Fenster), auf die spätere Quasi-Neuauflage Mud TV oder die sich aktuell in der Early-Access-Phase befindende und von den meisten Steam-Nutzern positiv bewertete Hommage Mad Television Tycoon(öffnet im neuen Fenster).