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Lemmings: Mit jeder Mission steigt der Schwierigkeitsgrad

Und an dieser Stelle kommt das andere Element bei Lemmings ins Spiel: der bissige Humor. So niedlich die Nager auch sein mögen, es macht eben auch viel Freude, sie draufgehen zu sehen. Ganz egal, ob ich sie in die Luft jage, sie mir versehentlich in Lava plumpsen oder von einem Flammenwerfer abgefackelt werden.

Gerade in späteren Levels versüßt diese Schadenfreude das Spielerlebnis enorm. Zugleich erfordern diese Abschnitte mehr Planung, mehr Versuche und auch mehr Grips. Während die ersten Levels noch ein Tutorial sind, haben es spätere Aufgaben mächtig in sich – auch heute noch, wie ich in meiner Wiederspielrunde schnell feststelle.

Wer Lemmings selbst austesten oder erneut erleben möchte, findet das Spiel übrigens kostenlos in verschiedenen Classic-Archiven. Etwa bei Classic Reload(öffnet im neuen Fenster) , Play Dos Games(öffnet im neuen Fenster) oder Play Classic(öffnet im neuen Fenster) . Im Test klappte das tatsächlich vollkommen problemlos!

Klicken, sprengen, weiterspielen!

Das Spielprinzip von Lemmings ist selbsterklärend. Die Horde läuft oder fällt aus einem Starttor heraus und muss zum Ausgang gelangen. Und weil sie ein wenig dumm sind, laufen die Lemmings immer nur geradeaus.

Um den Strom der grünhaarigen Pixelmännlein zu kontrollieren, greife ich auf acht Lemmings-Rollen zurück. Der Builder etwa baut eine Brücke nach schräg oben und der Digger buddelt sich in die Erde. Die Steuerung und auch das HUD erweisen sich aber auch 35 Jahre nach der Veröffentlichung noch als überraschend intuitiv.

Die Missionen geben nur eine begrenzte Anzahl dieser verteilbaren Rollen vor, so dass ich zwar ein wenig improvisieren kann, mich aber auch stark an die Levels anpassen muss.

Stopper (auch Blocker genannt) sind dabei essenziell. Sie verhindern nämlich, dass die Lemminge Abhänge hinunterstürzen oder in Fallen hineintappen. Sie regeln also den Verkehr. Zugleich kann ich sie nur durch eine Sprengung von dieser Last befreien. Und ja, das "Oh no" kurz vor der Zündung ist bis heute einfach witzig!

Und so ertappte ich mich dabei, wie ich Lemmings nur kurz antesten wollte, am Ende dann aber ein Level nach dem anderen spielte. Mit jeder neuen Mission steigt der Schwierigkeitsgrad und damit auch der Stressfaktor und der Zeitdruck. Frust kommt dennoch kaum auf, da das Spiel sich immer irgendwie befriedigend und spaßig anfühlt.

An dieser Stelle muss jedoch auch Folgendes gesagt werden: So sehr der erste und der zweite Serienteil überzeugen, die Marke Lemmings verlor danach massiv an Bedeutung und wurde von Sony nach der Übernahme von Psygnosis im Jahr 1993 stark ausgenutzt. Insbesondere die späteren 3D-Ableger waren ein einziger Gameplay-Graus.

Fazit: von wegen "Oh no!"

Auch 35 Jahre nach seinem Erscheinen funktioniert Lemmings noch ausgezeichnet. Das Spielprinzip ist gleichermaßen selbsterklärend wie motivierend. Die Steuerung mit Maus und Tastatur funktioniert eingängig und direkt. Zudem ist das Spiel technisch gut gealtert.

Im Jahr 2026 sind Pixelspiele so populär wie selten zuvor – Lemmings passt da perfekt hinein. Es bleibt die Erkenntnis, dass echte Klassiker kein technisches Spektakel brauchen, um zu funktionieren. Lemmings lebt von seiner klaren Idee, seinem britischen Humor und diesem einzigartigen Flow aus Planen, Scheitern und erneutem Ausprobieren.

Gerade deshalb fühlt sich das Spiel auch heute noch erstaunlich frisch an und beweist, wie zeitlos gutes Gamedesign sein kann.


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