300-mm-Wafer: GlobalWafers kauft Siltronic für 3,75 Milliarden Euro
Der taiwanische Wafer-Produzent GlobalWafers will den deutschen Konkurrenten Siltronic übernehmen, beide Unternehmen wollen das verbindliche Abkommen bis Mitte Dezember 2020 unterschreiben. Der Kaufpreis soll 3,75 Milliarden Euro (4,5 Milliarden US-Dollar) betragen – konkret 125 Euro je Aktie, mehr als zehn Prozent über dem Schlusskurs am vergangenen Freitag.
GlobalWafers ist nach Shin-Etsu und Sumco, beide aus Japan, der drittgrößte 300-mm-Wafer-Hersteller der Welt. Siltronic wiederum ist derzeit auf dem vierten Platz, durch eine Fusion würde Sumco überholt werden. Zwar werden heutzutage vergleichsweise günstige Chips auf 200-mm-Scheiben hergestellt, moderne und teure Prozessoren sind jedoch auf 300-mm-Wafer angewiesen. Alle großen Hersteller produzieren beide Varianten.
Siltronic war ursprünglich eine Tochter von Wacker Chemie, das Unternehmen hält bis heute knapp 31 Prozent am Unternehmen. Laut GlobalWafers sollen die Standorte im bayerischen Burghausen und im sächsischen Freiberg erhalten bleiben, der Hauptsitz befindet sich in München. Darüber hinaus gibt es Standorte in Portland im US-Bundesstaat Oregon und in Singapur, um Siliziumkristalle zu Ingots und zu Wafern verarbeiten.

Bis heute sind 300-mm-Wafer in der Serienproduktion das Limit, die einst geplanten 450-mm-Wafer haben es nie über den Experimentalstatus hinaus geschafft. Zwar würden sich pro Scheibe mehr als doppelt so viele Chips belichten lassen, der technische Aufwand aber ist immens – unter anderem, weil erst die komplette Ausrüstung der Fabs auf solche Wafer umgerüstet werden müsste. Derzeit findet der extrem teure Wechsel von Immersionslithografie (DUV) zu extrem ultravioletter Belichtung (EUV) statt, weshalb 300-mm-Wafer weiter aktuell sind.
Nachtrag vom 14. Dezember 2020, 8:45 Uhr
GlobalWafers und Siltronic haben eine Zusammenschlussvereinbarung(öffnet im neuen Fenster) getroffen. Bis Ende 2024 sollen deutsche Siltronic-Standorte vor Schließungen und Mitarbeiter in Deutschland vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt sein.
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