300 MByte pro Song: Spotify mit sehr starker SSD-Schreibbelastung

Die Spotify-App belastet SSDs potenziell so stark, dass man von der Nutzung abraten muss. Manche Nutzer berichten von Schreiblasten im Bereich von mehreren Hundert GByte pro Tag. Ein inoffizieller Workaround beseitigt das Problem. Irritierend ist, dass Spotify von den Problemen weiß.

Artikel veröffentlicht am ,
Wer eine SSD nutzt, sollte ohne Workaround auf Spotify verzichten.
Wer eine SSD nutzt, sollte ohne Workaround auf Spotify verzichten. (Bild: Spotify/Andreas Donath)

Spotify geht sehr nachlässig mit dem Speicher um, den das Programm nutzen kann. Schon seit Juni 2016 beschweren sich Nutzer im offiziellen Forum über das Problem. Dass ein Programm Daten auf einen Datenträger schreibt, ist dabei nicht ungewöhnlich, Spotify schreibt jedoch enorme Mengen an Daten, die die Größe des eigentlich abgespielten Musikstücks massiv überbieten.

Stellenmarkt
  1. Fachingenieur IT (w/m/d)
    Salzgitter Flachstahl GmbH, Salzgitter
  2. Informatiker / Fachinformatiker (m/w/d) Netzwerktechnik und -sicherheit
    ED Netze GmbH, Rheinfelden (Baden)
Detailsuche

Das erinnert an ein Problem, das Firefox und Chrome mit SSDs haben, übersteigt das dort genannte Volumen aber erheblich. Während ein Firefox- oder Chrome-Nutzer bei den damaligen Versionen mit mehreren GByte pro Tag rechnen musste, kommt der Spotify-Nutzer unter Umständen in den Bereich von TBytes. Das ist vor allem dann kritisch, wenn der Nutzer ein Notebook als Desktopersatz nutzt, das keinen Platz für eine Festplatte hat. Der Anwender kann nicht einmal dafür sorgen, dass die Daten woanders geschrieben werden.

Wie viele Daten geschrieben werden und wovon das abhängig ist, ist vollkommen unklar. Mancher Nutzer beobachtete Schreibvorgänge mit 1 GByte pro Stunde nur bei gestarteter App. Andere sagen, dass für das Abspielen eines Songs um die 300 MByte auf dem Datenträger geschrieben werden. Wer viele Lieder hört, kommt schnell in den Bereich Hunderter GByte an Daten, die auf den Datenträger geschrieben werden. Das sind Belastungen, die eher in Rechenzentren zu erwarten sind, aber nicht daheim.

Spotify weiß Bescheid

Es gibt allerdings einen inoffiziellen Workaround. Spotify muss nur angewiesen werden, Daten auf eine Ramdisk zu schreiben. Wer Platz für eine Festplatte hat, kann auch mit symbolischen Links arbeiten. Bis sich Spotify äußert, können SSD-Nutzer alternativ auch auf einen anderen Dienst ausweichen.

Golem Karrierewelt
  1. Entwicklung mit Unity auf der Microsoft HoloLens 2 Plattform: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    10./11.10.2022, Virtuell
  2. Cinema 4D Grundlagen: virtueller Drei-Tage-Workshop
    04.-06.07.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Spotify selbst weiß spätestens seit August von dem Problem. Das Unternehmen verärgert die Nutzer allerdings mit Standardantworten und empfiehlt die Neuinstallation der Anwendung, obwohl der Bugreport selbst auf Dutzende betroffene Anwender verweist. Ein zeitnahes Beheben des Fehlers ist seitens Spotify deswegen unwahrscheinlich, da das Unternehmen die Tragweite des Fehlers nicht erkennt.

Nachtrag vom 10. November 2016, 14:09 Uhr

Spotify hat mittlerweile reagiert.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Lachser 10. Nov 2016

Ich verwende Dataram RAMDisk seit jahren erfolgreich. Hat auch eine GUI, könnte den...

Vanger 10. Nov 2016

Nein, da ist einfach nur dein OS Mist. Daran, dass das in einer Anwendung nichts zu...

gaym0r 10. Nov 2016

Welche SSDs waren das denn? SSDs können auch aus anderen Gründen kaputt gehen. Eine hohe...

Galde 10. Nov 2016

Ist logisch, unter Linux gehören RAMdisks zum Standardwerkzeug. Und sind dort leicht...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Unix-Nachfolger
Plan 9 sollte bessere Audio-Kompression bekommen als MP3

Die Entwicklung der Audio-Kompression und die schwierige MP3-Patentsituation hätte ohne das Nein eines Anwalts wohl anders ausgesehen.

Unix-Nachfolger: Plan 9 sollte bessere Audio-Kompression bekommen als MP3
Artikel
  1. Probefahrt mit Toyota bZ4X: Starker Auftritt mit kleinen Schwächen
    Probefahrt mit Toyota bZ4X
    Starker Auftritt mit kleinen Schwächen

    Das erste Elektroauto von Toyota kommt spät - und weist trotzdem noch Schwachpunkte auf. Der Hersteller verspricht immerhin schnelle Abhilfe.
    Ein Bericht von Franz W. Rother

  2. Hermit: Google analysiert italienischen Staatstrojaner
    Hermit
    Google analysiert italienischen Staatstrojaner

    Der Staatstrojaner einer italienische Firma funktioniert sogar in Zusammenarbeit mit dem ISP. Dafür braucht es nicht zwingend ausgefallene Exploits.

  3. Vision, Disruption, Transformation: Populäre Denkfehler in der Digitalisierung
    Vision, Disruption, Transformation
    Populäre Denkfehler in der Digitalisierung

    Der Essay Träge Transformation hinterfragt Schlagwörter des IT-Managements und räumt mit gängigen Vorstellungen auf. Die Lektüre ist aufschlussreich und sogar lustig.
    Eine Rezension von Ulrich Hottelet

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Prime Video: Filme leihen 0,99€ • Alternate: Gehäuse & Co. von Fractal Design • Nur noch heute: 16.000 Artikel günstiger bei MediaMarkt • MindStar (Samsung 970 EVO Plus 250GB 39€) • Hori RWA 87,39€ • Honor X7 128GB 150,42€ • Phanteks Eclipse P200A + Glacier One 280 157,89€ [Werbung]
    •  /