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30-Jahres-Plan: Bundeskanzler Schmidt wollte bereits 1981 Glasfaserausbau

Deutschland hat heutzutage kaum FTTH-Anschlüsse. Kanzler Helmut Schmidt wollte 1981 Glasfaser ausbauen. Jährlich sollten drei Milliarden Mark für das Netz der Deutschen Bundespost ausgegeben werden. Die Anschluss-Komponenten eines solchen Projekts wären heute nicht mehr verwertbar, die Glasfaser schon.

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Schmidt beim SPD-Parteitag im April 1982
Schmidt beim SPD-Parteitag im April 1982 (Bild: Bundesarchiv B 145 Bild-F062763-0002/CC BY-SA 3.0 de)

Anfang der Achtzigerjahre gab es bereits Pläne für den Ausbau eines Glasfasernetzes in Deutschland von Bundeskanzler Helmut Schmidt, der von 1974 bis 1982 die sozialliberale Koalition führte. Das berichtet die Wirtschaftswoche unter Berufung auf bisher unveröffentlichte Dokumente einer Kabinettssitzung vom 8. April 1981.

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"Sobald die technischen Voraussetzungen vorliegen, wird die Deutsche Bundespost aufgrund eines langfristigen Investitions- und Finanzierungsplanes den zügigen Aufbau eines integrierten Breitbandglasfasernetzes vornehmen", heißt es laut dem Bericht in dem Sitzungsprotokoll (Bundesarchiv Aktenzeichen B 136/51074). Es handelt sich laut dem Verfasser Jürgen Berke um eine nichtveröffentlichte Anlage zu dem Onlinedokument.

Glasfaser: Kohl soll Plan gestoppt haben

Bundespostminister Kurt Gscheidle (SPD) legte dem Bundeskabinett einige Wochen danach einen 30-Jahres-Plan vor. Ab dem Jahr 1985 sollte die Bundespost in jedem Jahr ein Dreißigstel des Bundesgebiets mit Glasfaser ausrüsten. "Für den Ausbau ist bei einem jährlichen Investitionsvolumen von drei Milliarden Mark ein Zeitraum von 30 Jahren zu veranschlagen", erklärte Gscheidle. Der nächste Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) stoppte laut Wirtschaftswoche jedoch das Projekt.

FTTH/B (Fiber To The Home/Building) ist in Deutschland noch immer nicht bundesweit verfügbar. Mitte des Jahres 2017 standen laut Bundesnetzagentur erst rund 2,7 Millionen Haushalten solche Anschlüsse zur Verfügung. Genutzt hat diese nur knapp ein Viertel der Haushalte.

Die Anschluss-Komponenten eines solchen Projekts wären heute nicht mehr verwertbar. Die Glasfaser, die passive Infrastruktur, jedoch schon. Mitte der 1990 Jahre begann die Telekom den Ausbau mit OPAL (Optische Anschlussleitung) in Köln und Leipzig. Laut einem Experten lässt sich die OPAL-Vorleistung, bei der die Glasfaser bis ans Haus geführt und dann Kupfer verwandt wird, nicht ökonomisch sinnvoll zu heutigen gigabitfähigen GPON-Techniken ausbauen. Schuld sind die angeschlossenen Komponenten, die sich nur für die Nutzung mit ISDN und einer maximalen Datenrate von 2 MBit/s eignen. Auch die Hytas-Technik, die die Telekom in den 1990 Jahren besonders auf dem Gebiet Ostdeutschlands aufgebaut hat, lässt sich nicht umrüsten und muss weitgehend überbaut werden.



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