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Ein Skript, wie gemacht für Terry Gilliam

"Als sie zu mir kamen, hatten sie es bereits mit etablierten Regisseuren versucht, doch niemand wollte das Projekt übernehmen. Offenbar verstand niemand, worum es eigentlich ging, was der Kern der Geschichte war und wie man das umsetzen sollte. Ich mochte, dass sich die Handlung in so viele unterschiedliche Richtungen entwickelte und einen in eine Art DNA-Doppelhelix der Zukunft hineinzieht" , erklärte Gilliam später(öffnet im neuen Fenster) .

Eigentlich wollte Gilliam Jeff Bridges oder Nick Nolte in der Hauptrolle besetzen, aber dem Studio waren sie nicht zugkräftig genug. Also schlug Gilliam Bruce Willis vor, den er schon mal wegen der Hauptrolle in König der Fischer getroffen hatte, die dann an Jeff Bridges gegangen war.

"Bruce wollte die Rolle unbedingt übernehmen, und ich war sicher, dass er dafür der Richtige wäre" , sagte Gilliam(öffnet im neuen Fenster) . "Wir haben darüber gesprochen, und er fragte mich: 'Glaubst du, dass ich eine Art Ballast für das Projekt werden könnte, dass ich dem Film schaden könnte?' (...) Und ich sagte: 'Ich will nicht Bruce Willis, den Superstar, sondern Bruce Willis, den Schauspieler. Du musst hierherkommen wie ein Mönch. Du musst dich in jeder Hinsicht entblößen und dich verletzlich machen.'"

Die weibliche Hauptrolle wurde mit Madeleine Stowe besetzt, für eine kleine, aber wichtige Rolle wurde Gilliam von seinem Casting Director Brad Pitt vorgeschlagen. Gilliam war unsicher, ob Pitt für die Rolle der richtige war, war dann aber von dessen Performance mehr als angetan. Und: Bevor der Film in die Kinos kam, wurde Pitt dank Legenden der Leidenschaft und Sieben zum echten Star. Er brachte 12 Monkeys damit zusätzliche Aufmerksamkeit.

Als Gilliam später darauf angesprochen wurde, dass der Film von Universal produziert wird, erklärte er, was ihn daran auch reizte: "Dieser Film ist von Universal – derselben Firma, die mir bei Brazil all die Probleme gemacht hat! Die Ironie war einfach zu groß, um sie mir entgehen zu lassen."

Der Mann hinter der Kamera

Wen er als Chefkameramann wollte, war Gilliam sofort klar: Roger Pratt. Mit ihm hatte er erstmals bei Die Ritter der Kokosnuss zusammengearbeitet, bei dem Gilliam auch einige Szenen inszeniert hatte. Später folgten Brazil, Die Abenteuer des Barons Münchhausen und König der Fischer.

Bei der Planung des visuellen Designs des Films griff Gilliam auf eine Vielzahl von Referenzmaterialien zurück und konzentrierte sich dabei auf die Arbeiten des Architekturkünstlers Lebbeus Woods. Gilliam beschreibt Woods als "Visionär, der diese großartigen Zeichnungen unmöglicher Architektur schafft. Seine Arbeit hatte großen Einfluss auf das Erscheinungsbild der futuristischen Sequenzen des Films" .

Laut Pratt ist Gilliams Liebe(öffnet im neuen Fenster) zur Architektur, mit ihren vertikalen Linien, einer der Gründe dafür, dass alle seine Filme – einschließlich 12 Monkeys – im Format 1,85:1 und nicht anamorphotisch gedreht wurden.


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